Wieviel Schweizer darf man beim Texten sein.

27.05.2026 | Wir getrauen uns nicht. Das ist die ehrliche Antwort.

Nicht weil die Ideen fehlen. Nicht weil die Qualität fehlt. Sondern weil man in der Schweiz nicht aus seiner Haut fährt. Man bleibt sachlich. Man bleibt korrekt. Man bleibt — unsichtbar.

"Wir sind seit 1987 tätig und bieten unseren Kunden massgeschneiderte Lösungen."

Typähnlich liest man diesen Satz auf fast jeder Website. Jeder Branche. Jeder Grösse. Nur die Jahreszahl ändert sich.

Die Schweizer Industrie produziert exzellente Produkte. Und mittelmässige Texte. Nicht weil die Leute unbegabt sind. Sondern weil Sprache als Werkzeug unterschätzt wird — und weil man Angst hat, dass jemand sagt: der übertreibt. Der ist nicht seriös.

Lyrik im Werbeauftritt? Ja, ernst gemeint. Sprache, die etwas riskiert, bleibt. Sprache, die nichts riskiert, verschwindet — egal wie korrekt sie ist.

Wer Qualität baut, sollte auch Qualität schreiben. Nicht Korrektheit. Qualität.

   
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