Stolpersteine auf dem Weg zum professionellen Web-TV

Stolpersteine auf dem Weg zum professionellen Web-TV
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20.05.2011 | Dank des gezielten Einsatzes crossmedialer Lösungen können Firmen heute ihre „Botschaften“ bestmöglich an die Anforderungen ihrer Endkunden anpassen und damit auf dem hart umkämpften Markt entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen. Der derzeitige Boom von Web-Videos, Podcasts etc. im Internet ist ein klares Zeichen dafür, dass bereits ein neues Zeitalter in der Kommunikation begonnen hat.

Web-TV sticht als Medium, das Informationen schnell und aufmerksamstark kommunizieren kann, besonders hervor, da es bei überdurchschnittlich vielen Konsumenten eine auffallend hohe Aufmerksamkeit sowie Folgehandlungen wie eine Kontaktaufnahme oder einen Kaufentscheid auslöst. Aus diesem Grund setzen Marketingabteilungen von Unternehmungen jeder Grössenordnung immer häufiger Web-TV als Werbe- und Kommunikationsinstrument ein. Aber Achtung: Wer crossmedial kommunizieren will, muss unbedingt beachten, dass die verschiedenen Kanäle und Instrumente, die zum Einsatz kommen, optimal aufeinander abgestimmt sind. Gerade bei der Produktion von Web-TV gilt es, möglichen Stolpersteinen und Fallgruben gezielt aus dem Weg zu gehen.

An Crossmedia führt kein Weg vorbei

 

 

Crossmedia bezeichnet die Kommunikation über mehrere inhaltlich, gestalterisch und redaktionell verknüpfte Kanäle, die den Konsumenten zielgerichtet über die verschiedensten Medien führen und auf einen Rückkanal verweisen. Die Zeiten sind längst vorbei, als Unternehmen den grössten Teil ihrer Zielkunden über ein einfaches Inserat in der lokalen Tageszeitung oder einen kurzen Werbeclip im Fernsehen erreichen konnte. Heute steht dem modernen Mediennutzer eine Vielzahl von Kommunikationskanälen zur Verfügung. Dies hat zur Folge, dass beim Konsum klassischer Mediengefässe eine deutliche Abnahme zu spüren ist, währenddem sich die sogenannten Neuen Medien über eine starke Zunahme der Nutzungsdauer freuen können. Wer weiterhin erfolgreich mit seinen Zielgruppen kommunizieren will, wird daher im Endeffekt um Crossmedia nicht herum kommen. Crossmediales Marketing unter Miteinbezug der neuen Kommunikationskanäle wie Internet und Mobiltelefon-Anwendungen ist aber nur dann möglich, wenn die zur Durchführung benötigten Technologien sowie das entsprechende Know-how zur Verfügung stehen. Attraktiv gestaltete Dokumente mit Personalisierung und einem Verweis auf eine interaktive Web-Seite mit Video-Botschaften sowie Response-Möglichkeiten für die Zielkunden schaffen die Voraussetzung für erfolgreiches „Campaign Management“. Daher bilden sie heute den Grundstein jeder professionellen Crossmedia-Kampagne.

 


Kein Web-TV ohne durchdachtes Konzept

Zunächst ist es wichtig, dass ein gut durchdachtes Konzept vorliegt, welches die weiteren Prozessschritte der Web-TV-Produktion definiert und später als Grundstein jeder weiteren Videoherstellung dient. Danach muss die Frage geklärt werden, wo genau im crossmedialen Kommunikationsprozess das Web-TV zum Einsatz kommen soll. Wird der Videoclip als Produktfilm auf einer Werbeseite eingepflegt oder ist er Teil einer Werbekampagne mit entsprechendem Wiedererkennungswert? Oder ist gar Web-TV mit diversen Beiträgen im Rahmen eines Messeauftritts geplant? Sind diese Fragen erst einmal geklärt, benötigt man für die Produktion des Web-TVs ein professionelles Filmteam, welches filmen, schneiden, vertonen und den Film in ein passendes Format wandeln kann. In der Praxis zeigt sich, dass der Dreh selbst so einige Tücken birgt, wie im nachfolgenden Abschnitt zum Thema Stolpersteine zu lesen ist. Ist das Video dann fertig geschnitten, so geht es um die Publikation der Inhalte. Bewegte Bilder werden im Web 2.0 idealerweise via Streaming-Server bereitgestellt. Beim Streaming werden die digitalisierten Daten kontinuierlich übertragen (variable Bitrate). Ein Vorteil gegenüber anderen Web-Publishing-Technologien ist dabei, dass ein Video auch dann nicht unterbrochen wird, wenn Datenpakete verloren gehen. Zudem wird die Infrastruktur beim Sender und Empfänger weniger belastet, da nur diejenigen Daten übertragen werden, die sich der Anwender auch ansieht. Videos starten darüber hinaus schneller und können an beliebigen Stellen wahlfrei angesteuert werden. Im Rahmen einer crossmedialen Kampagne kann ein bestehender Microsoft SharePoint Portal Server als Publishing Plattform eingesetzt werden, um den gewünschten Adressaten nebst Web-Videos auch Printmedien, Fotos und andere Dateien zur Verfügung zu stellen. Da die IT-Abteilungen vieler Unternehmen keinen separaten Streaming-Server aufbauen wollen, bietet hier Cloud-Computing eine ideale Alternative.

Auf Stolpersteine achten

Auf dem Weg zum professionellen Web-TV-Beitrag lauern diverse Schwierigkeiten. Gerade Unternehmen, die Web-TV mit eigenen Ressourcen produzieren möchten, stellen schnell fest, dass übung auch im Bereich der Videoproduktion den Meister macht und Profis nicht einfach vom Himmel fallen. Wichtig ist, dass man im eigenen Hause junge Talente, die keine Berührungsängste mit neuen Technologien kennen, mit der Videoproduktion vertraut macht. So hat man den ersten Schritt zum Erfolg nämlich bereits getan.
Doch auch unter Beizug externer professioneller Unterstützung können Probleme nicht gänzlich ausgeschlossen werden. An dieser Stelle soll ein überblick über die häufigsten Fallstricke bei der Produktion von Web-Videos gegeben werden, um Organisationen, die über den Einsatz von Web-TV nachdenken, vor den Tücken bewahren.

In der Praxis ist es bei medienübergreifenden Kommunikationsmassnahmen zentral, dass diese aufeinander abgestimmt sind und die diversen crossmedialen Bausteine hinsichtlich des Erscheinungsbilds zueinander passen. Ein Empfänger muss sofort erkennen, dass die verschiedenen Kanäle zu ein und derselben Kampagne gehören. Ein Videoclip im RGB Workflow muss also vom Design-Aspekt her (Hintergrund, Vor- und Abspann etc.) zu den weiteren eingesetzten Kommunikationsmassnahmen wie Broschüren oder Inserate im CMYK-Farbmodus passen. Dabei muss man sich zwingend vergewissern, dass das eingesetzte Design, der Inhalt, die Form der Ansprache sowie das Format (Interview, Eventberichterstattung, Produktclip etc.) auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Ein Produzent von Sportartikeln wird seine Kunden anders ansprechen als eine Privatbank. Der erste Eindruck zählt auch bei einem Web-TV-Beitrag, wobei in der Regel eines der wichtigsten Ziele ist, die Empfänger aufgrund der kommunizierten Botschaften zu einer Reaktion zu animieren.

Web-TV ist nicht gleich Web-TV. Unternehmen sollten sich zu Herzen nehmen, Web-TV-Beiträge professionell zu produzieren. Bei laienhaften Produktionen läuft man nämlich Gefahr, dass sich diese negativ auf das Image eines Unternehmens auswirken.

Wer Web-TV im Rahmen eines crossmedialen Kommunikationsmixes einsetzt, wird schnell feststellen, dass es in der Praxis jeweils eine besondere Herausforderung darstellt, die Akteure zur richtigen Zeit und am richtigen Ort aufzubieten. Der organisatorische Aufwand, um das pünktliche Eintreffen der Speaker an einer Messe oder auch bei Aufnahmen im eigenen Firmensitz zu koordinieren, darf nicht unterschätzt werden. Beim Filmdreh selbst macht es natürlich einen grossen Unterschied, ob man mit geübten Sprechern zusammenarbeitet oder nicht. Personen, die im Rahmen Ihrer täglichen Arbeit selten oder gar nie vor der Kamera oder Publikum stehen, müssen sich in der Regel zuerst an die aussergewöhnliche Situation gewöhnen. Es empfiehlt sich daher, immer genügend Zeit für Interviews einzuplanen, damit der Zeitplan nicht völlig aus dem Ruder gerät.

Spontaneität kommt auch bei Videobeiträgen gut an. Die gefilmten Personen sollten auf keinen Fall ihren Text ablesen. Dies wirkt gestellt und strahlt eine gewisse Unsicherheit aus. Versprechen beim freien Sprachfluss machen hingegen sympathisch und sollten auch bei der Bearbeitung des Filmmaterials nicht herausgeschnitten werden. Ein Gespräch führt man darüber hinaus bevorzugt im Stehen durch, da dies viel lockerer wirkt. Wichtig ist auch, dass nicht eine einzige statische Kameraeinstellung gewählt wird, sondern der Video-Beitrag aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt wird. Beim Schnitt können die einzelnen Videofragmente dann zu einem lebendigen und schwunghaften Gesamtclip zusammengesetzt werden.

Natürlich hat auch das Ambiente des Studios einen grossen Einfluss auf das filmische Endprodukt. Man sollte daher auf die richtigen Lichteinstellungen achten und den Hintergrund so gestalten, dass dieser thematisch optimal zum Videoclip passt. Bei Web-TV, welches beispielsweise bei einer Messe in Kooperation mit mehreren Partnern produziert wird, eignet sich eine Rückwand (Backdrop), auf der alle Logo der Partner ersichtlich sind.

Abschliessend müssen Unternehmen stets bedenken, dass sie jede Chance nutzen sollten, um die eigene Web-Seite mit integrierten Video-Beiträgen zu bewerben. Der beste Internet-Auftritt nützt nichts, wenn er von den Konsumenten nicht in den Weiten des World Wide Webs gefunden wird. Oft wird zu wenig beachtet, dass eine Internet Seite nach dem Pull-Marketing Prinzip funktioniert und vom potentiellen Kunden erst einmal gefunden werden muss. Nur mit dem gezielten Einsatz sogenannter Push-Marketing Instrumente wie Direct-Mailings oder Inserate lässt sich der notwendige „Traffic“ auf die Landing-Page im Internet generieren. Der Erfolg hängt also stark von der richtigen Selektion der Werbemittel ab.

 

 


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