Smartcards oder Smartphones
– Wie sieht die Zukunft aus?

Smartcards oder Smartphones – Wie sieht die Zukunft aus?
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06.02.2015 | Tagtäglich benutzen wir RFID-Karten in Form von Bankkarten, Mitgliederausweisen, ÖV-Tickets etc. Diese sogenannten Smartcards erleichtern unser Leben enorm. Wir benutzen sie, um Türen zu öffnen, unsere Arbeitszeit zu erfassen, Einkäufe zu bezahlen und vieles mehr.

Vor wenigen Jahren noch konnte sich kaum jemand vorstellen, dass RFID-Karten jemals ersetzt werden könnten. Merkmale wie Einfachheit, Sicherheit und Applikationsvielfalt machen sie auch heute noch zum beliebtesten Identifikationsmedium. Dennoch ist ihre einzigartige Position in Frage gestellt, denn moderne Mobiltelefone können mehr als telefonieren oder SMS schreiben.
 
Radio Frequency Identification (RFID) existiert in der einen oder anderen Form schon seit mehr als 60 Jahren. Im zweiten Weltkrieg benutzten die Alliierten eine ähnliche Technologie, um eigene und fremde Kampfflugzeuge voneinander zu unterscheiden.
Später begannen Wissenschaftler mithilfe von RFID Informationen zu speichern und zu übertragen. Der im Jahre 1973 patentierte Transponder von Mario Cardullo gilt noch heute als Urvater der modernen RFID.
1992 präsentierte die LEGIC® Identsystems AG als erstes Unternehmen eine kontaktlose und sichere Smartcard-Technologie für Zutrittskontrolle und Identifikationsapplikationen auf der Basis von 13,56 MHz. Nur wenige Jahre später konnte sich niemand mehr ein Leben ohne RFID vorstellen.
Diese 13,56 MHz Chipkarten sind noch heute das meist verwendete Medium im Identifikationsbereich. Obwohl kontaktlose Smartcards noch immer die erste Wahl für Identifikationsmedien sind, ist es nicht unmöglich, dass sie eines Tages teilweise durch modernere Technologien ersetzt werden.
 
Mit der Umwandlung von Karten in Software ist der erste Schritt in Richtung Mobile ID bereits getan. Mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets beeinflussen die heutige Welt der Identifikation. Ihre einfache Handhabung, die unterschiedlichen Kommunikationsschnittstellen, die starke Rechenleistung sowie attraktive Benutzeroberflächen machen sie zum bevorzugten Medium sämtlicher Identifikationsprozesse. Neben der Near Field Communication (NFC), die plötzlich in die mobile Industrie rutschte, stossen Wireless LAN, Bluetooth und Bluetooth Low Energy (BLE) langsam vom Verbrauchermarkt in die Industrie vor. Das Interesse an Mobile ID mit NFC und BLE ist unserer Meinung nach der grosse Trend im Jahre 2015 und deshalb auch unser Fokus. Wir sind stolz, mit LEGIC IDConnect die weltweit erste End-to-End-Management Plattform für Mobile ID auf den Markt gebracht zu haben. IDConnect unterstützt alle Formen von NFC und BLE sowie LEGIC advant und NXP mifare Produkte.
Wenn Smartphones via NFC und BLE kommunizieren, können sie sich wie Smartcards verhalten. Eine Herausforderung dieser Entwicklung ist jedoch die sichere Vergabe von Rechten, einschliesslich deren Freigabe, Sperrung und Weitergabe. Diese Verwaltung muss in einer sicheren und benutzerfreundlichen Umgebung passieren. Mit LEGIC IDConnect ist ein Service auf dem Markt, mit dem man Kontaktloskarten einfach und sicher aufs Smartphone bringt. Damit wird das Mobiltelefon zum Türöffner, Mobility-Ticket, Portemonnaie und vieles mehr.
 
Smartcard versus Smartphone ist eine stetig andauernde Diskussion. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die sie für die verschiedenen Anwendungsfälle zur bevorzugten Wahl machen.
Einerseits ist Mobile ID ein grosser Trend. Unternehmen schätzen mobile Zutrittskontrolle, denn es erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit um ein Vielfaches. Sofortige Vergabe von ID Rechten, Kosteneinsparungen sowie erhöhte Sicherheit durch zusätzliche Hürden wie zum Beispiel PIN-Eingabe beim Telefon sind nur einige von vielen Vorteilen mobiler Identifikationsmedien. Weiter ist es von Nutzen, stets sämtliche Karten virtuell bei sich zu haben. Die Chance, seinen kartenbasierten Badge morgens zu Hause liegen zu lassen, ist um einiges grösser als sein Mobiltelefon zu vergessen.
Andererseits gibt es gute Gründe, warum viele Firmen einen Badge in Kartenform haben. Badges sind nicht nur da, um Türen zu öffnen, Verkaufsprozesse zu regeln oder persönliche Dokumente auszudrucken. Sie sind auch Teil der Firmenkultur. Eine Karte mit dem Foto des Mitarbeiters zeigt seine Identifikation mit dem Unternehmen. Mit Stolz tragen Mitarbeiter ihre Firmenkarte bei sich und zeigen damit, für welches Unternehmen sie tätig sind.
Wir sind überzeugt, dass die beiden Formfaktoren Mobiltelefone und Smartcards auch in den nächsten Jahren nebeneinander bestehen werden. So wie die Kreditkarte nicht das Ende des Bargeldes war, werden virtuelle Karten nicht das Ende der physischen Smartcards sein. Es ist Geschmackssache, ob man seine Karten lieber physisch im Portemonnaie bei sich trägt oder virtuell im Handy.
 
In der Hotelindustrie können wir sehen, wie sich virtuelle und physische Karten ergänzen. Zukünftige Hoteltüren unterstützen gleichzeitig RFID und BLE. Die Gäste können dann ihr gewünschtes Zimmer im Vorhinein buchen und erhalten die „Schlüssel“ via LEGIC IDConnect und BLE auf ihr Mobiltelefon. Sobald sie im Hotel ankommen, können sie ihr Handy an den Türleser halten und ihr Zimmer beziehen. Sie müssen nicht an der Rezeption einchecken und auf ihre physischen Schlüssel warten.
Es wird aber immer Menschen geben, die kein Smartphone besitzen oder solche Technologien nicht benutzen wollen. Diese Leute werden ihre Hotelzimmertüren weiterhin mit physischen Schlüsseln öffnen. Demzufolge werden Hotels stets Smartcards als Ergänzung zu Mobile ID verwenden.
Erwähnenswert ist aber die Tatsache, dass zum Beispiel Hotels mit Casinos mit dem Bereitstellen von mobilen Schlüsseln Geld verdienen können. Gäste, die ihre Zugangsdaten via IDConnect vor der Ankunft im Hotel bereits auf ihrem Handy erhalten haben, beginnen früher mit dem Spielen im hoteleigenen Casino. Während die anderen Gäste noch auf ihre Schlüssel wartend vor der Rezeption stehen, verdient das Hotel mit den schon spielenden Gästen Geld. Dies ist nur einer von vielen Gründen, warum immer mehr Hotels daran interessiert sind, Pilottests mit LEGICs IDConnect zu machen.
 
Der Markttrend geht definitiv in Richtung Mobile ID. Die Vorteile in Bezug auf Einfachheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit überzeugen. Wir glauben, dass Smartcards nicht durch Smartphones ersetzt werden, die beiden Medien werden nebeneinander bestehen. Und es freut uns, dass wir mit LEGIC IDConnect, unseren Multistandard-Leserchips sowie unseren vielfältigen Transponder-Chips ein Portfolio haben, das diesen Trend optimal unterstützt und daher auf sehr grosses Marktinteresse stösst – denn Mobile ID ist die Zukunft!


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