Schaltanlage Xiria E auf 1.600 Metern über dem Meer

Schaltanlage Xiria E auf  1.600 Metern über dem Meer
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Kompakt: Fünf-Felder-Schaltanlage Xiria E der Trafostation Alpstubli.
21.07.2014 | Beckenried liegt am Südufer des Vierwaldstätter Sees im Kanton Nidwalden in der Schweiz. Das Gemeindewerk ist für die Strom- und Wasserversorgung auf dem Gemeindegebiet von Beckenried sowie der auf 1600 m ü.M. liegenden Klewenalp zuständig. Die dortige Trafostation wurde umgebaut und erhielt mit der Xiria E von Eaton eine neue Mittelspannungsschaltanlage.

Das Kerngeschäft des Gemeindewerks ist die Stromproduktion, Stromverteilung und der Stromvertrieb. Dabei wartet Beckenried mit einer Besonderheit auf: Strom aus eigener Produktion. Das Rückgrat hierbei bilden das Wasserkraftwerk Sustli sowie die Kleinwasserkraftwerke Lätten und Lanzig. Mit einer Jahresleistung von rund 9,4 Gigawattstunden produzieren sie die Hälfte des in der Gemeinde benötigten Stroms aus einer sauberen Primärenergie.

SF6-frei – umweltfreundlich und langlebig
„Im Leitbild unseres Gemeindewerks nimmt die Verantwortung gegenüber der Umwelt einen hohen Stellenwert ein“, erklärt Peter Feldmann, Betriebsleiter bei den Gemeindewerken Beckenried. „Deshalb kam für uns beim Ersatz der Schaltanlage auch nur eine SF6
(Schwefelhexafluorid)-freie Lösung in Frage.“ Die Xiria E ist dafür genau richtig: Sie verzichtet wie alle Mittelspannungsschaltanlagen von Eaton vollständig auf das klimaschädliche SF6-Gas.
Der Einsatz hochentwickelter Vakuumleistungsschalter und innovativer Feststoffisolationstechnik machen sie deshalb zu einer besonders umweltfreundlichen und zugleich langlebigen Alternative im Mittelspannungs-bereich. Angenehmer Nebeneffekt: Auch die Betriebskosten werden reduziert, denn regelmässige überprüfungen des Gasdruckes und andere routine-mässige Arbeiten entfallen, da die Anlage wartungsfrei ist.

Kompakt – und flexibel
Die Trafostation Alpstubli steht inmitten eines Wander- und Skigebiets. Von ihr werden alle Betriebe und Einrichtungen der Tourismus- und Ferienregion Klewenalp versorgt: Die Berggasthäuser und Restaurants, die Ferien- und Lagerhäuser sowie die Skilifte. Die neue Anlage musste deshalb einige besondere Anforderungen  erfüllen. Dabei war nicht nur der Transport über enge Bergpfade auf die entfernte Alp eine Herausforderung: „Die Anlage ist in einer unterirdischen Station eingebaut, die nur über einen sehr schmalen Eingang erreichbar ist.
Die Kompaktheit und Flexibilität der Schaltanlage war deshalb eines der wichtigen Kriterien bei der Auswahl des Systems.“ Mit einer Feldbreite von nur 500 mm gehört die Xiria E zu den kompaktesten Vertretern ihrer Klasse, benötigt nur eine kleine Aufstellfläche und kann so selbst bei engsten Platzverhältnissen eingebaut werden. „Trotz dem leitungsmässigen Ausbau haben wir mit der neuen Anlage in unserer freut sich Peter Feldmann.

Zuverlässig, sicher – und wartungsarm
„Die Station liegt auf dem Berg und ist im Winter zudem von Schnee überdeckt, ist also im wahrsten Sinne des Wortes schlecht erreichbar“, erzählt Peter Feldmann, „deshalb  legten wir beim Systementscheid auf die Zuverlässigkeit und den Wartungsbedarf ein besonderes Augenmerk.“ Sowohl die spannungs- führenden Primärbauteile als auch die Antriebsmechanismen sind bei der Xiria E in einem auf Lebenszeit hermetisch  gekapselten (›sealed for life‹) Gehäuse untergebracht,  welches das gesamte System gegen Umwelteinflüsse schützt und es dadurch wartungsfrei macht. Die eingesetzten Vakuumschalter haben eine praktisch vernachlässigbare Kontaktabnutzung, sind ebenfalls wartungsfrei und für bis zu 30.000 Schaltzyklen zertifiziert.

Modular – und rasch montiert
Das Xiria E-System ist modular aufgebaut. Dies ermöglicht eine beliebige Feldkombination und -folge. Die Anzahl der in einer Anlage verwendbaren Felder ist unbegrenzt, denn mehrere Sektionen können problemlos gekoppelt werden. Da sich die Felder schnell montieren und anschließen lassen, kann die Schaltanlage rasch in Betrieb genommen werden. Installiert wurde die Anlage deshalb auch in nur einem Tag von Cellpack Power Systems AG aus Villmergen (Schweiz). Auch sie äussern sich zufrieden mit dem Projekt vor Ort. Da der Kabelanschluss bei der Xiria E von der Vorderseite erfolgt, konnten nicht nur Baukosten gespart sondern das System auch nahe der Gebäudewand aufgestellt werden. Ein weiteres Plus bei den gegebenen engen Räumlichkeiten.

Leicht zu integrieren - und erweiterbar
Das lokale Bedienfeld der Xiria E ist angenehm auf Augenhöhe angeordnet. Im Normalbetrieb wird die Anlage Alpstubli jedoch von der Zentrale in Beckenried ferngesteuert: „Die Integration in unser bestehendes Leitsystem gelang problemlos“, wie Peter Feldmann bestätigt. Die Ausrüstung für die Fernsteuerung befindet sich ebenso wie die Schutz- und Steuergeräte im vollständig abgetrennten Niederspannungsraum.
In naher Zukunft sollen auch  die Beschneiungsanlagen des Skigebiets ausgebaut werden. Noch ist allerdings nicht klar, welche zusätzlichen Anforderungen die not- wendigen Pumpstationen  und Schneekanonen an die Energieversorgung stellen: „Dabei kommt es uns sehr zu Gute, dass eine Ergänzung der Xiria E mit weiteren Schaltfeldern jederzeit möglich ist.“

Fazit
„Mit der neuen Schaltanlage Xiria E sind wir sehr zufrieden“, wie Betriebsleiter Peter Feldmann zusammenfasst. „Einbau und Inbetriebnahme gelangen rasch, die Anlage ist sehr kompakt und wir sind offen für Erweiterungen.“  Diese Erfahrungen möchte das Gemeindewerk nutzen, wenn in den nächsten Jahren Umbauten an weiteren Stationen anstehen.


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