SATW Technology Outlook:
Forschung in Schlüsseltechnologien stärken

SATW Technology Outlook: Forschung in Schlüsseltechnologien stärken
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06.03.2015 | Die Schweiz vernachlässigt die angewandte Forschung. Diese ist für die Industrie und die Volkswirtschaft von hoher Bedeutung. Forschungsmittel sollen daher verstärkt in die Beherrschung kommender Schlüsseltechnologien investiert werden. Das verlangt die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW. Sie hat heute mit dem «Technology Outlook» eine entsprechende Studie vorgestellt.

Der schweizerische Nationalfonds SNF engagiert sich stark in der Grundlagenforschung. Bis deren Resultate eine volkswirtschaftliche Wirkung erzeugen, vergehen viele Jahre. Eine weitere Institution des Bundes, die Kommission für Technologie und Innovation KTI, fördert produktnahe Projekte und unterstützt Start-ups. Wenn es aber darum geht, neue Schlüsseltechnologien im industriellen Sinn praxisreif zu machen, sind die Unternehmen in der Schweiz weitgehend auf sich selber gestellt. Eine Fördermöglichkeit dafür existiert in der Schweiz nicht.

Stärkung der Industrie-orientierten Forschung
Der SATW Technology Outlook zeigt diejenigen Schlüsseltechnologien auf, die über einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren erkennbar sind und deren Beherrschung für den Erfolg der Schweizer Industrie fundamental sein dürfte. Gerade in Zeiten des star­ken Frankens dürften besonders KMU Schwierigkeiten haben, selber genügend Mittel in die Forschung in Schlüsseltechnologien zu investieren. Zentrale Empfehlung des SATW Technology Outlooks ist daher, die Industrie-orientierte Forschung zu fördern. Industrie­unternehmen, vor allem KMU, sollten leichteren Zugang zu für sie relevanter Forschung erhalten. Das kann durch änderung der Ausrichtung der KTI geschehen oder durch neue, zusätzliche Fördermodelle mit Public-Private-Partnership-Charakter.

Als ein Beispiel für eine solche Förderung bietet sich der Bereich der additiven Ferti­gungsverfahren an. Die Beherrschung der Fertigungstechnologien gilt als eine der Kern­kompetenzen in Hochlohnländern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu erhal­ten.

Nationale Manufacturing-Initiative
Eine intensive Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Industrie im vorwettbewerblichen Bereich könnte Entwicklungsrisiken für die einzelnen Unternehmen mindern und vielen den Umstieg auf neue Verfahren erleichtern. Schweizer Forschungs­einrichtungen und Industrie müssen dafür gemeinsam die Material- und Prozessent­wicklung für diese neuen Herstellungsverfahren vorantreiben. Dazu schlägt die SATW eine nationale Manufacturing-Initiative vor. Kooperationsprojekte, Technologiezentren mit Pilotanlagen für die vorwettbewerbliche Entwicklung und die Bereitstellung von Mit­teln für die entsprechende Schulung sind im Rahmen eines Konsortiums zu realisieren. Ein solches Konsortium sollte Industrie und Hochschulen umfassen, gemeinsam finan­ziert und privatwirtschaftlich geführt sein. Es könnte auch die neu entstehenden Innova­tionsparks einbinden.

Umfangreiches Netzwerk von Experten
Für den SATW Technology Outlook analysierten Experten aus akademischer und indust­rieller Umgebung vergleichbare Berichte der bedeutenden Industrienationen und stellten internationale Trends der Schweizer Exportindustrie gegenüber. Dabei zeigte sich, dass bestimmte Schlüsseltechnologien für den Erfolg aller Branchen entscheidend sein wer­den. Diese Schlüsseltechnologien sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), additive Fertigung und Entwicklung neuer Werkstoffe, fortschrittlichen Sensoren und Aktoren sowie Robotik.
 
SATW Technology Outlook
64 Seiten A4, in Deutsch und Französisch
Kurzfassung 4 Seiten A4 in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch
 


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