Rekord in der Datenübertragung über Glasfaser

Rekord in der Datenübertragung über Glasfaser
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MPO-Stecker mit 24 Fasern für eine Hochgeschwindigkeits-Glasfaserstrecke.
01.12.2011 | Der Schweizer Verkabelungsspezialist R&M hat einen neuen Rekord in der Datenübertragung über Glasfaser aufgestellt. Das Unternehmen demonstrierte jetzt in Zürich erstmals eine fehlerfreie 40 Gigabit Ethernet (40GbE) Datenübertragung über eine 550 Meter lange Multimode-Verkabelung mit neun MPO/MTP®-Steckverbindungen. Das Ergebnis liegt etwa 60 Prozent über der bisherigen Benchmark und übertrifft die von der Norm IEEE 802.3ba definierten Parameter um ein Vielfaches.

Der Testbetrieb verlief über mehr als sechs Stunden. Die öffentliche Demonstration fand im Rahmen der Fachtagung „It’s NOT the Network“ im Sportstudio des Schweizer Fernsehens statt. Veranstalter war der Netzwerkspezialist Emitec AG aus Rotkreuz.

Die im Test verwendeten Multifaser-Steckverbinder (MPO/MTP®-Stecker) lässt R&M im eigenen Werk in Wetzikon bei Zürich konfektionieren. In den vergangenen Monaten hat das R&M-Labor unter anderem die Oberflächenbearbeitung der Faser-Enden und die Qualitätsprüfung optimiert. R&M kontrolliert und veredelt die Stirnseiten der einzelnen Glasfasern im Stecker jetzt im Nanometerbereich. Die Vorführung vor dem Fachpublikum in Zürich dokumentierte den Fortschritt dieser Entwicklungsleistungen. „Wir erreichen eine Übertragungsqualität, die alle in den Normen definierten Parameter weit übertrifft“, sagt R&M’s CTO Gianfranco Di Natale.


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Dr. T. Wellinger von R&M stellte im Sportstudio des Schweizer Fernsehens einen Weltrekord auf.
R&M führte den Test in Zusammenarbeit mit Reflex Photonis Inc. aus dem kalifornischen Sunnyvale und Xena Networks aus Kopenhagen durch. Reflex Photonis stellte mit seinem 40GBASE-SR4 Transceiver-Modul die Optoelektronik für die Übertragung der Lichtsignale zur Verfügung. Xena Networks lieferte mit seinem 100 Gigabit Ethernet Tester das Messequipment für diese Demonstration.

Das IEEE 802.3ba-Komitee hat den 40GbE-Standard (40GBASE-SR4) im Juni 2010 ratifiziert. Darin ist eine Übertragungsstrecke von maximal 150 Metern vorgesehen, die mit OM4-Glasfaserkabeln aufgebaut werden soll. Im 150-Meter-Kanal sind Steckerverluste von maximal 1dB  zugelassen. Ziel ist, eine Bitfehlerrate  von weniger als 10-12 zu garantieren. R&M hat für seine 40GbE-Lösung strengere Qualitätsmassstäbe definiert, um die Migration von 10 zu 40/100GbE zu erleichtern. Die 550-Meter-Distanz für 10GbE-Anwendungen (10GBASE-SR) ist auf dem Markt verbreitet. Sie entspricht dem Bedarf vieler Netzwerkbetreiber. In der Verkabelungsbranche konnte die verlustfreie 40/100GbE-Übertragung bisher auf Distanzen von 275 bzw. 340 Metern demonstriert werden. „Wir haben die Leistung weiter gesteigert, indem wir optimierte Steckverbinder höchster Gute aus unserer Fertigung mit biegeunempfindlichen OM4-Kabeln und fortschrittlicher Optoelektronik kombinieren“, stellt Gianfranco Di Natale fest. Anwender wie Rechenzentren oder die Finanzindustrie können damit risikofrei in das 40/100 Gigabit Ethernet-Zeitalter starten, Netzwerke flexibler planen und sicher betreiben.


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40GbE Netzwerkbetrieb über 550 Meter Glasfaserkabel mit neun MPO-Steckern.
„Für uns ist diese enorme Ausdehnung der Übertragungsreichweite von grösster Bedeutung. Wir sind wirklich begeistert“, sagt Robert Coenen, Vice President of Sales and Marketing bei Reflex Photonics. „Die herausragende Qualität des Produktionsprozesses bei R&M, kombiniert mit der überlegenen Performance der CFP-Module von Reflex, macht den Weg frei für die breite Anwendung von 40/100 Gigabit Ethernet im Data Center“, so Coenen. „Der 40/100GbE-Markt kommt jetzt schnell in Schwung. Daher ist es für uns hochinteressant, zu sehen, wie R&M die vom Standard gesetzten Limits übertrifft“, sagt Jacob Nielsen, CEO von Xena Networks. Zum Testergebnis meint er: „Das war eine überzeugende Leistung und ein Beweis für die Fertigungsqualität der Hochleistungs-Verkabelungslösungen von R&M.“ Auch Armin Diethelm, CEO der Emitec AG aus Rotkreuz und Veranstalter der Fachtagung, bestätigt: „R&M hat mit dieser Demonstration eindrucksvoll gezeigt, was man mit Schweizer Finishing in der Glasfaserverkabelung erreichen kann, indem man Standard-Komponenten hochpräzis bearbeitet.“ Das Ergebnis habe auch ökonomische Vorteile für die Anwender: Sie können künftig mehr Steckverbindungen planen, Hochleistungs-Datennetze flexibler designen und einige teure, Energie fressende Aktivgeräte einsparen.

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