Mapping ist eine wichtige Grundlage für eine
hochstehende Qualität beim Packaging und der Lagerung

Mapping ist eine wichtige Grundlage für eine hochstehende Qualität beim Packaging und der Lagerung
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v.l.n.r. Adrian Meier (COO Proderma), Urs Gassmann (Leiter Qualitätskontrolle Proderma) und Marko Schulze (Qualifizierungstechniker Rotronic AG)
22.12.2015 | Seit 50 Jahren verpackt Proderma erfolgreich Lebensmittel, Kosmetika, chemisch-technische und pharmazeutische Produkte. Die Lagerung der Roh- und Endprodukte bei idealen klimatischen Verhältnissen ist dabei ein wichtiger Faktor. Ein Mapping von Rotronic sorgte dafür, dass dieses Ziel erreicht werden kann, indem Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in Zukunft ständig durch Logger-Systeme überwacht werden. In einem weiteren Schritt wird ein Monitoringsystem angebracht. Für die Installation des Logger-Systems, wurden vorab Messungen und Auswertungen vorgenommen.

Lagerung bei massgeschneiderten Temperaturwerten
Ende 2014 wurde bei Proderma entschieden, die notwendigen Messungen für Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den neuen Hochregallager- und Produktionsräumen vorzunehmen.

Bereits beim Bau der neuen Produktions- und Lagerhalle von Proderma wurde darauf geachtet, dass die Längsseite des neuen Gebäudes aufgrund der sonnenausgesetzten Lage auf der Schattenseite zu liegen kommt. Es gilt insbesondere die Temperaturwerte zu kontrollieren. Die Klimasysteme sorgen für einen geregelten Feuchte- und Temperaturhaushalt. Für die bedarfsgerechte Erfüllung des Auftrags des Leistungsbezügers Proderma wurden auch künftige Herausforderungen berücksichtigt. Mit dem neuen Messsystem wird Proderma auch für mögliche neue Auflagen des Gesetzgebers gewappnet sein.

Proderma verfügt über vier verschiedene Sektoren: Ein 3 bis 8°C- Lager, wo vor allem verderbliche Lebensmittel, wie Joghurtkulturen, Salatsaucen, Reibkäse, etc. eingelagert werden. 15°C bis 25°C warme Räumlichkeiten, die ideal für das Aufbewahren von Arzneimittel oder Schokolade sind. Und dann verfügen sie auch über Wärmeschränke, in denen beispielsweise Shampoo oder Honig bei rund 40°C schonend erwärmt werden können, um sie anschliessend durch die niedrigere Viskosität qualitativ besser zu verpacken. Last but not least können sie ihren Kunden auch einen kostengünstigen unkontrollierten Sektor, der über Lagermöglichkeiten bei normaler Umgebungstemperatur verfügt, anbieten.“


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Projektherausforderungen des Mappings
Damit in Zukunft in diesen Sektoren ein Monitoringsystem möglichst nutzbringend installiert werden kann, schlug Marko Schulze, Qualifizierungstechniker Rotronic AG, ein sogenanntes Mapping vor. Mapping kommt immer dann zum Einsatz wenn ein komplexes Messsystem installiert wird, zu wenige Erfahrungswerte vorhanden sind oder auch wenn es der Gesetzgeber vorschreibt. Mappings werden vor allem in der Pharmawelt, in der Nahrungsmittelbranche oder in klimasensiblen Räumlichkeiten bei Privatpersonen eingesetzt. Es dient dazu, vor dem eigentlichen Projektstart Messdaten in verschiedenen Räumlichkeiten zu erheben und soll aufzeigen, wo künftig die Logger installiert werden und exponierte Punkte liegen. Ein Mapping kann zudem auch bei bestehenden Messsystemen eingesetzt werden. Es dient der Überprüfung, ob die Logger noch immer an den relevanten Messpunkten installiert sind.

Total wurde das Mapping im Winter während zwei Wochen mit 64 Loggern durchgeführt. Im Sommer waren 59 Geräte im Einsatz. Entscheidend bei den Mappings sind jeweils die Aussentemperaturverhältnisse, d.h. diese werden dann als Referenzwerte beigezogen und geben Aufschluss über die Klimastabilität in den Räumlichkeiten. Im Winter sollte in der kältesten Phase, im Sommer während Hitzeperioden gemessen werden. Die Herausforderungen beim Mapping liegen in der Planbarkeit. Die Temperaturen sollten bei einer Messserie im Sommer über 30°C betragen und im Winter unter dem Gefrierpunkt liegen. Bei jeder Datenerfassung wird zudem auch an einem Referenzpunkt ausserhalb des Gebäudes gemessen, damit Vergleichswerte vorliegen. Man ist also bei der Mappingplanung wetterabhängig und muss kurzfristig agieren können. Marko Schulze musste jeweils von Tag zu Tag entscheiden, wann das Mapping durchgeführt werden sollte.

Beim Wintermapping stellte sich heraus, dass in den Lagerräumen nur geringfügige Temperaturschwankungen vorherrschten. Die Temperatur- und Feuchtewerte zeichnen wir in Zukunft alle 20 Minuten auf. Proderma erhofft sich durch das neue Messsystem Prozessoptimierungen im Qualitätsmanagement, aber auch, dass bei Toleranzwertüberschreitungen sofort reagiert werden kann, um so Sicherheit im Umgang mit den hochwertigen Füllgütern der Kunden zu gewinnen. Um von Anfang an hohe Qualität bei der Lagerung und Verpackung zu garantieren, ist es wichtig, bereits vor der Anlieferung eine umfangreiche Bedarfsabklärung zu machen. So weiss der Lagerist bereits vor der Anlieferung, welche Prüfungen durchgeführt werden müssen und in welches Lager die Ware eingelagert wird. Auch die maximale Verweildauer bei anderen als den Lagertemperaturen wird mit dem Kunden bereits vorab definiert.

Eine lückenlose Aufzeichnung der Klimadaten vom Rohstoff bis zum Endprodukt wird immer wichtiger. Die Kontrolle der Daten von der Produktion bis hin zum Verkaufsregal muss jederzeit gewährleistet sein. Ein Onlinelogger muss teilweise sogar im Lastwagen bei der Auslieferung mitgeführt werden. Ein Trend bei allen Produkten sei ganz klar, die Überwachung der gesamten Kühlkette.

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