Keine Genusskultur ohne gute Edelstahl-Pumpe

Keine Genusskultur ohne gute Edelstahl-Pumpe
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Einsatz der Pumpe mit Rohrleitungen
10.10.2016 | Hinter dieser Aussage steht Olaf Fabert, 1. Braumeister und Leiter Technik der Meckatzer Löwenbräu.

Die Allgäuer Berge führen schnell über die hektischen Seiten des Lebens hinaus. Es ist eine Landschaft mit Charakter, die das Lebensgefühl der Menschen prägt. Hier werden die Meckatzer Biere gebraut. Seit 1738 steht der kleine Ort Meckatz, im westlichen Allgäu zwischen Lindau und Oberstaufen gelegen, für höchste Allgäuer Genusskultur.

Beim Bierkonsum gilt wie bei so vielem: weniger ist mehr. Die Brauerei vertritt eine Philosophie des bewussten Genießens, in der hochwertige, regionale Produkte den Vorzug erhalten. Diese Philosophie ist ein kulturelles Zeichen und erhöht die Lebensqualität.
Mit ihren Spezialitäten will die Brauerei vermitteln, Bier auf eine neue Weise zu genießen. Nicht auf die Schnelle, sondern indem sich bewusst Zeit dafür genommen wird. Bier – allein oder in harmonischer Gemeinschaft – mit Andacht zu genießen, ist ein Erbe unserer Kultur. So getrunken stärkt es die innere und die soziale Harmonie.


Das Weizen Alkoholfrei
Im Frühjahr 2016 führte die Meckatzer Löwenbräu ein neues Bier ein: Das Weizen Alkoholfrei. Dank eines besonders aufwändigen Herstellungsverfahrens ist es ein Bier, das es so in seiner Ausgewogenheit und Vollmundigkeit noch nicht gab. Alkoholfreie Biere liegen weiterhin im Trend. „Wir wurden immer wieder gefragt, weshalb wir noch kein eigenes Weizenbier anbieten. Meine Antwort auf diese durchaus berechtigte Frage: Gut Ding will Weile haben“ erklärt Brauereichef Michael Weiss.
Die Meckatzer Löwenbräu schaffte mit einer hochmodernen Entalkoholisierungsanlage erst die Voraussetzungen, um ein alkoholfreies Weizen völlig neuen Typs und von herausragender Qualität brauen zu können.
 
Eine Cuvée aus 3 perfekt miteinander abgestimmten Suden
Die Braumeister betrieben in der Produktentwicklung einen Aufwand, der in der Branche einmalig sein dürfte: Es entstand eine Cuvée, komponiert aus drei perfekt miteinander abgestimmten Suden. „Die Basis bilden fünf Aromahopfen- und acht Malzsorten – allesamt sorgfältig ausgewählt und in Bayern und Baden-Württemberg angebaut“, verrät der 1. Braumeister, Olaf Fabert, ein Stück weit das Braugeheimnis und erklärt weiter: „In der Branche wird meist mit dem Verfahren der gestoppten Gärung, gearbeitet. Hier wird auf schnellem und günstigem Wege der Gärprozess über einen Kälteschock regelrecht abgewürgt, um keinen Alkohol entstehen zu lassen. Die Biere schmecken dann extrem süß nach Bierwürze; ihnen fehlt die Ausgewogenheit und der typisch bierige Geschmack. Durch eine Kombination unterschiedlicher Verfahren und dem Einsatz einer Entalkoholisierungsanlage entziehen wir dem Bier auf schonende Weise den Alkohol nach der Gärung“.


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Sichtprobe im Sudhaus durch Olaf Fabert
Fein ausbalancierter Geschmack mit typischem Weizenaroma
Der neueste Beweis für die hervorragende Braukunst der Meckatzer Braumeister besticht durch seine kräftig goldene Farbe und den fein ausbalancierten Geschmack: das typische Weizenaroma bleibt in seiner ganzen Fülle erhalten. „Dabei haben wir uns der idealen Rezeptur innerhalb eines Jahres in umfangreichen Tests Schritt für Schritt genähert und sehr viel getüftelt. Jetzt ist es ein echtes „Meckatzer“: charaktervoll in seinem Trunk, harmonisch in der Abstimmung aller Bestandteile und höchster Genussqualität“, schließt Michael Weiss die Ausführungen ab.
 
Anforderungen der Investitionen für die Zukunft
Aufgrund stetiger Forschung und Entwicklung sowie der Weiterentwicklung der heutigen Produktpalette investiert Meckatzer Löwenbräu in Anlagen und Anlagenkomponenten, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen und den zukünftigen Anforderungen gerecht werden können. Der Geschäftsführer, Michael Weiss und der 1. Braumeister, Olaf Fabert, haben ein Konzept erstellt, welche technischen Verbesserungen in ihrem Betrieb noch realisiert werden sollen.
 
Neben anderen Investitionen, wie z.B die vor kurzem angeschaffte Entalkoholisierungsanlage, wurde auch der gesamte Pumpenbereich näher betrachtet. Dies umso mehr, da doch viele Pumpen mit Elektromotoren im Einsatz stehen und mit großer Sicherheit ein Einsparungspotential an elektrischer Energie vorhanden ist. Dank der neuen Pumpen mit Elektromotoren der Effizienzklasse IE 3 sowie dem Betrieb mit einem Frequenzumformer, konnten bereits feststellbare Verbesserungen erzielt werden.
 
Prüfung und Auswahl eines geeigneten Pumpenlieferanten
Nach erfolgter Prüfung diverser Hersteller von Edelstahlpumpen entschied sich die Geschäftsleitung der Meckatzer Löwenbräu für den Schweizer Hersteller SAWA Pumpentechnik.
 
Entsprechend der Brauerei-Philosophie, wurde ein Partner gewählt, bei dem stetige Weiterentwicklungen in der Firmenphilosophie verankert sind. Ebenso sind mit einer familiengeführten Unternehmung viele Vorteile vorhanden, wie z.B. kurze Entscheidungswege, kompetente Ansprechpartner, am Sitz der Unternehmung oder vor Ort. Dies treffe auch bei Meckatzer Löwenbräu zu und bestätigte, dass solche Partnerschaften über Jahrzehnte geschätzt werden. Ein wichtiger Punkt besteht darin, dass Innovationen im eigenen Hause vorgenommen und durchgeführt würden.
Ein äußerst wichtiges Thema liegt in der fachtechnisch kompetenten Beratung vor Ort unter Beurteilung der bestehenden Situation und möglicher Verbesserungsvorschläge. Diese Prüfung bezieht sich nicht nur auf einzelne Komponenten sondern in einer gesamtheitlichen Beurteilung der im Einsatz stehenden Anlagen.
 
Ziel der Umstellung auf SAWA Pumpen
Das Ziel lag für die Brauerei natürlich ganz eindeutig darin, dass bei Neuanschaffungen von Pumpen sowie auch der Beschaffung von Ersatzpumpen, kurzfristig geliefert werden kann. Die Ersatz- und Verschleißteile sollten ab Lager lieferbar sein, um die Ausfallzeiten auf ein Mindestmaß reduzieren zu können. Absolute Priorität hat die Effizienz, sprich der Gesamtwirkungsgrad des Pumpenaggregates, d.h. Pumpe und Antrieb.


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SAWA Pumpe Typ LE190

„Schonförderung“ – Die Leidenschaft des Olaf Fabert
Das Thema „Schonförderung“ stellt eine ganz wichtige Komponente dar, so die Aussage des 1. Braumeisters und Leiter der Technik, Herr Olaf Fabert. Aus seiner Leidenschaft als „Schonförderungs-Freak“, wie er sich nennt, weiß er ganz genau, welche Bedeutung diesem Aspekt auch im Brauereisektor beizumessen ist. Dies trifft sowohl für die Zwischen- als auch für die Endprodukte zu, weil es einfach „schmeckbar“ ist. Das Thema Schonförderung konnte Herrn Fabert durch einen Prüfungsbericht der milchwirtschaftlichen Forschungsanstalt für die Seitenkanalpumpen bei der Förderung von Milch erläutert werden. Diese Schonförderung ist äußerst wichtig, wenn die Milch zu Käse verarbeitet wird, denn ein Zerschlagen der feinen Fettkügelchen in der Milch kann nicht toleriert werden. In diesem Sektor verfügt der Pumpenhersteller SAWA mehr als 50 Jahre Erfahrung.
 
Diesen und weiteren Anforderungen konnte der neue Pumpenhersteller mit dem vor 4 Jahren komplett neu entwickelten Pumpenaggregat vollumfänglich entsprechen. Die strömungstechnisch optimierte Spiralgehäusekonstruktion in Verbindung mit der neuen Ausgestaltung des Laufrades lässt Höchstwerte an Wirkungsgraden erreichen. Zudem bürgt die totraumfreie Konstruktion für einwandfreie CIP- und SIP-Reinigung und wird mit dem Zertifikat der EHEDG bestätigt. Ein weiterer von Wichtigkeit zu erfüllender Punkt ist die Lärmemission der Pumpen. Die gemessenen Daten der dBA Werte aus 1 m Distanz ließen sich auch in diesem Bereich mit Werten im niedrigen Bereich belegen. Diese und weitere besprochenen Tatsachen bewegten den Braumeister dazu, neue Wege in der Pumpenbeschaffung zu gehen.
 
Kriterien und Ansprüche an die Pumpen
Olaf Fabert betont, dass die Förderung im Heißbereich sehr wichtig ist und dass hier relativ rasch festgestellt werden kann, was eine Pumpe ertragen und wie die gemachte Auslegung und Rohrleitungsführung sich auswirken kann.
Um eine möglichst schonende Förderung zu erreichen, ist es wichtig, dass die Pumpenauslegung sehr gewissenhaft und fachgerecht durchgeführt wird.
So soll die Pumpe möglichst nahe der optimalen Fördermenge eingesetzt werden. Gerade bei einer Teillastströmung können Rückströmungen bzw. Turbulenzen zu ungewollten Scherkräften führen. Dabei kann es zu einer kolloidalen Schädigung des Fördermediums kommen. Ebenso besteht die Gefahr, dass die Spelzen in der Maische zerschlagen werden, was wiederum zu einem schlechten Läutervorgang führt.
 
Bei schwierigen Bedingungen, wie z.B. bei Heißwürze, ist ein Verhindern von Kavitation ein wichtiger Punkt. Wird aufgrund der zu geringen Zulaufhöhe und zu hoher Verluste (z.B. durch Ventile, Filter o.ä.) in der Saugleitung festgestellt, dass mit Kavitation zu rechnen ist, kann ein Inducer (Vorsatzläufer) eingesetzt werden, um den NPSH Wert (net positive suction head) der Pumpe zu senken. So kann ein Kavitieren der Pumpe weitgehend verhindert werden. Auch die richtige Wahl der Wellenabdichtung ist ein sehr entscheidender Faktor, was die Zuverlässigkeit der Pumpe angeht.
 
Ebenso bedürfen die Flüssigkeiten Filtrat und Hefe einer schonenden Förderung. Bei der Hefe wird die Seitenkanalpumpe, aus massivem Edelstahl hergestellt, mit einem Elektromotor von 1400 U/min, eingesetzt. Die erwähnte Seitenkanalpumpe läuft wie die vorher erwähnte Kreiselpumpe sehr leise. Dazu kommt das Ansaugvermögen beim Einsatz als CIP-Rücklaufpumpe zum Tragen, wo doch in unkontrollierten Abständen die Pumpe mit CIP-Flüssigkeit gespeist wird.
 
Nach Olaf Fabert wirken sich schlecht laufende Pumpen negativ auf die Qualität des Endproduktes und auf den gesamten Prozessablauf aus.
 
Entscheidende Aspekte aus der Sicht des Betriebsunterhaltes
Ein wichtiger Partner mit großer Verantwortung ist die Abteilung Betriebsunterhalt, sei es für die Installation von neuen Pumpen oder im Bereich der Reparaturen.
Thomas Buder, Schlossermeister bei Meckatzer gab folgendes Statement dazu ab:

  • alle neu eingebauten Ersatzpumpen arbeiteten im erforderlichen Betriebspunkt, ein Austausch der Laufräder war nicht notwendig
  • Die robuste Ausführung, d.h. Dickwandigkeit des Pumpenkörpers, des Pumpendeckels und des Laufrades spricht für sich und erfüllt die notwendigen Anforderungen
  • alle Unterhaltsarbeiten können mit Standard-Werkzeug durchgeführt werden, konstenintensive Spezialwerkzeuge sind nicht erforderlich, Wartungsarbeiten, wie z.B. Gleitringdichtungswechsel sind innerhalb von wenigen Minuten erledigt
  • Nebengeräusche durch Kavitation oder schlecht montierte Schutzhauben gehören der Vergangenheit an. So verfügt die CIP Rücklaufpumpe über einen Inducer, weil die Zulaufhöhe der Anlage ungenügend ausgelegt worden ist.
     
  • auch die menschliche Seite passt einfach, rasches Handeln und kompetente Auskünfte wissen wir sehr zu schätzen, ebenso die kurzen Entscheidungswege innerhalb der Firma


Fazit
Die Kooperation von Meckatzer, einem regionalen Bierbrauer in der Region Bodensee und SAWA Pumpentechnik AG, trug Früchte. Die neuen Pumpen erfüllten alle vorgegebenen Kriterien, im Hause Meckatzer ist man mehr als zufrieden.
 
Im Rahmen der Entwicklung wird in Zukunft die Zusammenarbeit der beiden familiengeführten Unternehmen fortgeführt.


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Rubriken: Pumpentechnik

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