Kalibrieren ist Pflicht

Kalibrieren ist Pflicht
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12.11.2014 | Damit die Qualität der Lebensmittel stimmt, muss im Produktionsprozess auch die Messtechnik jederzeit einwandfrei funktionieren. Diese will allerdings gepflegt werden – regelmässig.

Präzise und zuverlässig, so soll sie im Herstellungsprozess arbeiten: die Messtechnik. Damit dies stets so bleibt, gilt es jedoch, auch Punkte wie eine regelmässige Rekalibrierung der Messgeräte nicht zu vernachlässigen, sagt Lukas Hablützel, Leiter Marketing bei der Endress+Hauser Metso AG. «Wir stellen jedoch fest, dass das Bewusstsein dafür gelegentlich noch nicht so gegeben ist», sagt er, «dabei wäre aus unserer Sicht eine jährliche Prüfung und Kalibrierung aller Messmittel ideal.» Denn nicht zuletzt «fordern auch Standards wie etwa IFS explizit, dass alle Messmittel in einem überwachungssystem in festgelegten Intervallen und nach definierten anerkannten Methoden kalibriert werden.»

Selbst oder Service?

Selbst oder Service?
Die fachgerechte Kalibrierung und Verifizierung am Einbauort berücksichtigt die vorherrschenden Einsatzbedingungen

Und was heisst das konkret? «Der Kunde muss als erstes für sein Qualitätssystem eine Risikobetrachtung machen und alle relevanten Messpunkte bewerten und danach dafür die Intervalle definieren», erläutert Hablützel. Und bereits an dieser Stelle, so der Leiter Marketing weiter, «greift unsere Dienstleistung: Denn wir können – falls vom Kunden gewünscht – helfen, für jeden Messparameter die optimalen Prüfintervalle zu finden.» Auch die dann durchzuführende periodische Kalibrierung kann der Kunde von Endress+Hauser durchführen lassen: «Hierbei arbeiten wir grundsätzlich rückführbar nach nationalen und internationalen Standards.» Weiter bietet das Unternehmen «bei Bedarf auch das gesamte Management für alle zu kalibrierenden Messungen im Unternehmen an». Der Vorteil dieser Lösung, so Hablützel, sei klar: «Der Kunde übergibt die Verantwortung für die Kalibrierungen einem Unternehmen mit viel Erfahrung in diesem Bereich.» Zudem sei die Einrichtung einer eigenen internen Kalibrierungsdienstleistung für ein Unternehmen nicht ganz einfach: «Die dafür benötigten Messmittel sind teuer und die erforderliche Verwaltung für die Rückverfolgbarkeit der Kalibrierzertifikate ist sehr aufwendig.»

Im Betrieb oder im Labor?
Die meisten Unternehmen, so schreibt Endress+Hauser, bevorzugen dabei eine Kalibrierung direkt im Betrieb. Denn «so erübrigten sich Demontage und Einsenden des Gerätes». Gleichzeitig hat dies den Vorteil, dass der Sensor am Einbauort und unter den herrschenden Einsatzbedingungen getestet wird. «Die Zeit und Kostenersparnis durch die Kalibrierung im Betrieb ist zudem gross», sagt Hablützel. Bei Bedarf führt das Unternehmen die Kalibrierung jedoch auch in einem der Kalibrierlabore durch.

Apropos IFS: Food Defense – seit Juli 2014 mit Major-Abzügen

Produktschutz (Food Defense) ist für Unternehmen, die den US-amerikanischen Markt beliefern, schon länger ein Thema. nun wird es jedoch auch für alle, die nach IFS Food, Version 6, zertifiziert sind, ernst: seit dem 1. Juli 2014 können Auditoren bei der Bewertungen in diesem Bereich Major-Abzüge (also Abzüge von 15 Prozent der Punktzahl) bei Nichterfüllung vergeben. Ursprünglich sollte dies bereits ab Einführung der Version 6 im Jahr 2012 vorgenommen werden können. Um den Unternehmen jedoch genügend Zeit zur Umsetzung der Anforderungen in diesem Bereich zu gewähren, hatte IFS die Bewertung von Major-Abweichungen bis zum Stichtag 1. Juli 2014 ausgesetzt.

Das fordert IFS, Version 6
5.4.1 Das Unternehmen ermittelt die für die Erfüllung der Produktanforderungen erforderlichen Mess- und überwachungsgeräte. Diese sind in einer übersicht zusammengefasst und eindeutig bezeichnet.
5.4.2 alle Messmittel werden in einem überwachungssystem in festgelegten Intervallen und nach definierten anerkannten Standards/ Methoden überprüft, justiert und kalibriert. Die Ergebnisse der überprüfung, Justierung und Kalibrierung werden dokumentiert. Wenn erforderlich, werden Massnahmen für die Geräte und, wo nötig, für Prozesse und Produkte eingeleitet.
5.4.3 Alle Messmittel werden ausschliesslich für ihren vorgesehenen Zweck eingesetzt. Weisen Ergebnisse auf eine Funktionsstörung der Messmittel hin, werden die betroffenen Messmittel sofort repariert oder ausgetauscht.
5.4.4 Der Kalibrierstatus der Messmittel ist eindeutig nachvollziehbar (Kennzeichnung am Gerät oder über Prüfmittelliste).
Auszug aus IFS, Version 6, Teil 2: Liste der Auditanforderungen, Kapitel 5.4 Kalibrierung, Justierung und Prüfung von Mess- und überwachungsgeräten

Dienstleistung Kalibrierung von Endress+Hauser
Endress+Hauser kalibriert von Durchfluss, Temperatur, Druck, pH-Wert, Leitfähigkeit bis Zeit oder Gewicht fast alle in der Prozessindustrie gängigen physikalischen, analytischen und mechanischen Parameter. Die Kalibrierprotokolle sind der ISO/IEC 17025 angelehnt und erfüllen somit «die Anforderungen aller relevanten Behörden».

Weitere Informationen unter http://www.ch.endress.com/de/Services-Uebersicht


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