Führerschein bitte!

Führerschein bitte!
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Führerscheinüberprüfung am Fahrerterminal des DriverLicenseManager
25.03.2014 | Fuhrparkverantwortliche müssen sich davon überzeugen, dass Fahrzeugführer eine gültige Fahrerlaubnis besitzen. Diese Prüfungen müssen laut Gesetz auch nachgewiesen werden: Eine Halterpflicht, die mit zunehmend grossem Fahrzeugpool einen enormen Verwaltungsaufwand erfordert. Mit dem neuen DriverLicenceManager sprechen die Führerscheine der Fahrzeugführer RFID, was deren Verifizierung deutlich leichter und rechtssicher dokumentierbar macht.

Es ist Dienstag 21.40 Uhr auf der Autobahn A1 von Zürich in Richtung Bern, kurz bevor die Autobahnpolizei Aargau ihre Kontrolle an der Anschlussstelle Wettingen beendet. In rund fünf Stunden wurden insgesamt 130 Fahrzeuge und knapp 200 Personen kontrolliert. Dabei wurden unter anderem 44 Gurtverstösse festgestellt, drei davon wegen nicht zureichend gesicherter Kinder. Weitere 19 Fahrzeuglenker wurden ertappt, wie sie während der Fahrt ein Mobiltelefon bedienten. In je einem Fall mussten abgefahrene Reifen und eine mangelhafte Ladungssicherung beanstandet werden, als noch Steffen B. auf dem Nachhauseweg von seinem letzten Kundentermin heraus gewunken wird. Mit freundlichem Lächeln aber bestimmt wird er um seine Fahrzeugpapiere und seinen Führerschein gebeten. Da ist Steffen B. das Lächeln bereits vergangen. Während mit den Fahrzeugpapieren für seinen Firmenwagen alles in Ordnung ist, versucht er sich wegen seines Führerscheins noch herauszureden. Doch die Beamten finden schnell heraus: Steffen B. musste seinen Führerschein schon vor Monaten abgeben. Ein folgenschwerer Umstand und zwar nicht nur für Steffen B., sondern auch für den Fuhrparkleiter seines Arbeitgebers, dem einige Wochen später ebenfalls das Lächeln vergeht, weil ihm mit amtlichem Schreiben strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Artikel 95 Absatz 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) „Fahren ohne Fahrerlaubnis“: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer ein Motorfahrzeug einem Führer überlässt, von dem er weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen kann, dass er den erforderlichen Ausweis nicht hat. Zudem sieht der Artikel 100 Ziffer 2 SVG vor, "dass ein Arbeitgeber oder Vorgesetzter, der eine strafbare Handlung des Motorfahrzeugführers (also z.B. Fahren ohne Ausweis)  veranlasst oder nicht nach seinen Möglichkeiten verhindert, der gleichen Strafandrohung wie der Führer untersteht."

Mit hauseigenem Know-how

Mit hauseigenem Know-how
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Fuhrparkleiter Dieter Haussmann am Fahrerterminal

In solch einem Fall hätte Fuhrparkleiter Dieter Haussmann von der Balluff GmbH in Neuhausen a.d.F. keinen Grund seine Fröhlichkeit zu verlieren - wenn es denn überhaupt so weit käme. Balluff ist ein weltweit führender und einer der leistungsfähigsten Hersteller von Sensortechnik, für das sich rund 2.600 Mitarbeiter im In- und Ausland engagieren. Zur umfassenden Systemkompetenz in allen Bereichen der Automation gehören auch Industrial RFID (Radio-Frequency-Identification)-Systeme für ein breites Einsatzspektrum. Im Bereich der industriellen Anwendung zählt Balluff mit dieser Technologie zu den Pionieren.
 
Das hauseigene Know-how macht sich Haussmann nun auch für ein System zur Führerscheinkontrolle zu Nutze: Eine Aufgabe, respektive Sorgfaltspflicht, die ihm als Fuhrparkverantwortlichem im Rahmen der sogenannten Halterpflichten obliegt. „Bei mittlerweile über 200 Fahrzeugen beziehungsweise Fahrern ist die herkömmliche Form der Kontrolle mit Sichtprüfungen durch persönliche Vorlage der Führerscheine und Listenführungen zur Dokumentation, zu einem enormen manuellen Aufwand geworden“, erzählt Haussmann. Sehr viel effizienter funktioniert dies nun mit dem von Balluff entwickelten DriveLicenceManager.
 
  Der DriverLicenceManager  
Basis des neuen DriveLicenceManagers ist ein RFID-Siegel, welches einfach auf den Führerschein eines registrierten Fahrers geklebt wird. „Das RFID-Siegel ist etwas kleiner als eine 1-Cent-Münze und darf, solange keine Eintragungen überdeckt werden, auf jeden Führerschein geklebt werden“, ergänzt Ralf Pfisterer, der für die Produktentwicklung verantwortliche Produktmanager Systeme bei Balluff. Auf diesem Siegel ist lediglich eine ID-Nummer abgespeichert, mit der beim Identifizieren mit einem Lesegerät die Zuordnung zum Führerscheininhaber erfolgt. „Die Verwaltung dieser Stammdaten obliegt dem Fuhrparkmanagement in einer hausinternen Datenbank“, erklärt Pfisterer mit Betonung auf 'hausintern'. Damit ist im Vergleich zu extern gehosteten Systemen jeglicher Zugriff und Missbrauch durch Fremde ausgeschlossen. Zahlreiche Massnahmen, die vom eigenen Datenschutzbeauftragten geprüft, überwacht und in einem Sicherheitskonzept dokumentiert werden, schützen vor Datenverlust, unberechtigter Kenntnisnahme und Missbrauch.
 
Wird ein RFID-Siegel von einem Führerschein abgelöst, was jederzeit Rückstandsfrei machbar ist, wird das Siegel dabei zerstört. Somit ist es nicht möglich, sich mit einem vom eigentlich entzogenen Führerschein abgelösten Siegel zu registrieren.

Komfortable Verifizierung

Die Registrierungen erfolgen in der Regel an einem RFID-Lesegerät, das Balluff an der Rezeption im Hauptgebäude aufgestellt hat. Zur Visualisierung für den User und zur Kommunikation mit dem Firmennetzwerk dient ein Tablet-PC mit einer selbst entwickelten Software. Ergänzend hat das Unternehmen mobile Lesegeräte, sogenannte Handhelds, mit denen Führerscheine auch ausser Haus, beispielsweise bei Aussendiensttagungen, verifiziert werden können.
 
Eine besonders komfortable Lösung zur Verifizierung bietet eine spezielle App auf Android-Basis in Verbindung mit NFC-Handys und -Smartphones. NFC (Near Field Communication) ist ein internationaler übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik über kurze Strecken. Mit dieser Funktionalität lassen sich Führerscheine von überall und jederzeit verifizieren.
 
Die auf dem RFID-Rechner eingehenden Kontrolldaten werden dem jeweiligen Fahrer zugeordnet und mit nicht veränderbarem Datum gespeichert. Das System übernimmt automatisch die Benachrichtigung per E-Mail an die Fahrer für anstehende Kontrolltermine. Bei Balluff ist das System so eingestellt, dass diese Benachrichtigungen erstmals drei Wochen vor dem jeweiligen Termin und dann jeweils wöchentlich erfolgen. Wurde ein Führerschein nicht zum Kontrolltermin an einer Prüfstation vorgelegt, erhält der Fuhrparkleiter ebenfalls per E-Mail eine Information, sodass er entsprechende Schritte einleiten kann. Alle Benachrichtigungen werden zur Dokumentation gespeichert.
 
  Resümierend  
Wäre nun Steffen B. ein Mitarbeiter des Sensorspezialisten gewesen, wäre es an besagtem Dienstag wohl gar nicht so weit gekommen. Und wenn doch, wüsste sich zumindest Fuhrparkleiter Haussmann, dank seinem DriveLicenceManager, auf der sicheren Seite. Auch wenn es weder im Gesetz noch durch die Rechtsprechung eindeutig festgelegt ist, in welcher Häufigkeit und aus welchen Gründen die Fahrerlaubnis zu kontrollieren ist, werden im Allgemeinen zweimal jährlich durchgeführte Kontrollen als ausreichend angesehen. Dem entsprechend hat auch Haussmann sein System eingerichtet. Er kann aber und muss auch, Kontrollintervalle individuell mit variablen Fristen einstellen, wenn etwa Einzelumstände eine häufigere Kontrolle notwendig machen. Damit ist der neue DriveLicenceManager von Balluff ein einfaches, effizientes und rechtssicheres System zur Führerscheinkontrolle durch Fuhrparkbetreiber.


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