Eine Marke wird verankert:
30 Jahre Spectra «IPC-Factory»

Eine Marke wird verankert: 30 Jahre Spectra «IPC-Factory»
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Industrie-PCs von Spectra werden überall dort eingesetzt, wo Robustheit, Kompaktheit, Effizienz und hohe Performance gefragt sind.
24.07.2012 | Industrie-PCs von Spectra findet man an den ungewöhnlichsten Orten. Beispielsweise in den Spielsalons von Las Vegas oder auf Kreuzfahrtschiffen.

Was haben ein Passagier, der von einem Luxusliner mit Zuhause telefoniert, ein Besucher des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart, der sich bewegte Bilder auf einem Monitor anschaut, und ein Tourist, der sein Glück an einem Spielautomaten in Las Vegas versucht, gemeinsam? Die Antwort: Sie stehen vor einem Computer des Reutlinger (D) Unternehmens Spectra GmbH & Co. KG. Sehen können die Leute den Rechner in der Regel nicht, er arbeitet im Hintergrund, still und leise. Er stellt die Telefonverbindung via Satellit her, setzt Museumsapplikationen und den Spielautomaten in Bewegung. Spectra fertigt keine normalen PCs, wie sie im Büro oder zu Hause verwendet werden. «Das Unternehmen ist zuständig für all die Fälle, wo Computer bestimmte Aufgaben zu erledigen haben und wo sie sehr robust sein müssen», erklärt Spectra-Geschäftsführer (Deutschland) Harald Lang das Aufgabengebiet seines Unternehmens. «Wir sind eine Industrie-PC-Firma. Das ist unsere Kernkompetenz», erklärt Lang und liefert Anschauungsunterricht.
 
Beispiel Kommunikationstechnik
Hier beliefert Spectra einen weltweit operierenden Schiffsausrüster. Diese Firma hat eine spezielle Software entwickelt, mit der Sprachtelegramme sehr kompakt übertragen werden können. Diese Software läuft auf der äusserst robusten Spectra-Power-Box und ermöglicht so dem Schiffspersonal wie auch den Passagieren, wesentlich kostengünstiger telefonieren (Voice over IP) zu können als mit der herkömmlichen Satellitentelefonie. Diese Box-PCs, die jeweils bis zu 32 Telefonleitungen bedienen, werden auch im zivilen Bereich von Militärschiffen installiert. Spectra liefert seinem Auftraggebern derzeit 150 solcher Box-PCs im Monat. Wobei die Stückzahlen eher steigend sind. So benötigt allein ein Kreuzfahrtschiff rund 250 Box-PCs.


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Spectra Industrie-PCs sind auch in der Autoproduktion erfolgreich im Einsatz.
Beispiel Automobilproduktion
Spectra lieferte in der Vergangenheit in alle Fertigungslinien eines grossen Automobilherstellers Computer mit Touchscreen – zur Steuerung der Kuka-Roboter, die Scheiben in Fahrzeuge einkleben oder die Isolierstoffe in Autotüren einbringen. «Den Namen des Unternehmens darf man nicht nennen – das ist Kundenwunsch des Stuttgarter Autobauers », sagt Harald Lang.
 
Beispiel Kino, Flughafen und Praxen
Spectra (Schweiz) AG stattete über 250 Rechner-Systeme in Kinos in der Schweiz mit Multimedia-PCs aus, die in der Lobby Kinoplakate anzeigen oder Trailer der Filme laufen lassen. Im Flughafen in Münster-Osnabrück laufen die Anzeigeterminals mit Spectra-Rechnern. Auch im Wartezimmer-TV für ärzte ist Spectra vertreten. In den Praxen laufen auf Bildschirmen Filme und spezielle Informationen ab, die von Spectra-Rechnern eingespeist werden.
 
Marktanteil von 10 Prozent erreicht
Der grosse Vorteil von Spectra ist, dass das Unternehmen die PCs auftragsbezogen auch in kleiner Stückzahl fertigen kann. Dabei ist der Industrie-Computer-Hersteller Spectra, wie die Beispiele zeigen, so breit aufgestellt, dass er nicht vom Konjunkturverlauf einzelner Branchen abhängig ist. Inzwischen hat der Industrie-Computerspezialist deutschlandweit einen Marktanteil von über zehn Prozent erreicht und ist in nahezu allen Branchen vertreten. Mit Erfolg hat das mittelständige Unternehmen seine spezielle Nische entdeckt. Die Stückzahlen der gefertigten Industrie-PCs liegen zwischen 1 und 1000. Das ist die grosse Chance für das Wachstum, denn bei solchen Stückzahlen lohnt es sich nicht, nach Fernost zu gehen. Spectra bleibt im Land und setzt auf hohe Qualität. Das Unternehmen, das 2008 von Stuttgart-Echterdingen (D) ins Gewerbegebiet Reutlingen-Nord (D) umgezogen ist, hat heute 75 Mitarbeiter. Dazu kommen noch sieben Mitarbeiter bei Spectra (Schweiz) AG in Egg ZH und drei weitere in österreich (Wels). Im neuen Stammhaus in Reutlingen sitzt zudem noch die Tochterfirma ICP Deutschland GmbH (sechs Mitarbeiter), die sehr erfolgreich IPCComputer-Komponenten verkauft. Diese Firma ist eigenständig, nutzt aber gemeinsam die gleichen Ressourcen.
Der Umsatz der Spectra-Gruppe lag 2011 bei 25 Millionen Euro. Das ist aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Die Zeichen stehen auf Expansion. In den kommenden Jahren will Spectra die 30 Millionen-Euro-Marke knacken. Dabei soll auch die Weiterentwicklung der eigenen Marke mit neuem Schriftzug und Logo helfen. Entdecken kann man dies bereits im Fernsehen. Spectra ist ins Sponsoring eingetreten und unterstützt den Deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart. Schriftzug und Logo erscheinen so bei TV-übertragungen im Hintergrund auf der LED-Bande. Mit solchen Aktionen will Spectra den Bekanntheitsgrad steigern.

In den kommenden Jahren sollen das Firmengebäude in Reutlingen und das Gelände mit einer Investitionssumme von mehreren Millionen Euro erweitert werden. «Wir wollen unsere Marke, die wir schon sind, noch fester in der breiten öffentlichkeit verankern.» Schon frühzeitig hat Harald Lang, Jahrgang 1946, seine Nachfolge geregelt. Er will nach eigener Aussage noch drei bis fünf Jahre in der Firma bleiben, dann sollen Prokurist Jürgen Rauscher wie auch seine Tochter Claudia Lang die 1982 gegründete Firma übernehmen.

Die Tochtergesellschaft in der Schweiz

Die Tochtergesellschaft in der Schweiz
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Bruno Schait Mitgründer und CEO von Spectra (Schweiz) AG
Die Spectra (Schweiz) AG wurde im Jahre 2004 gegründet und wächst erfreulich mit der Spectra-Gruppe. Dank intensivem Austausch zwischen dem Mutterhaus in Reutlingen (D) und Spectra (Schweiz) AG in Egg ZH war es möglich, dass sich die Tochtergesellschaft hier in der Schweiz sehr schnell einen hervorragenden Namen im Bereich der Industrie-PC-Systeme und Automatisierungstechnik gemacht hatte. Nicht zuletzt auch dank dem heutigen Management, Bruno Schait, der über 25 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet mitgebracht hat.

Wöchentliche Video-Konferenzen in der Gruppe, wo die Produkt-Manager vom Mutterhaus die neuesten Produkte vorstellen, helfen das Know-how in den Tochtergesellschaften auf einem hohen Niveau zu halten. Eine länderübergreifende Knowledge-Base und ein gemeinsames ERP-System helfen dabei, effi zient zu arbeiten. So werden alle Schweizer Aufträge für die Fertigung von Industrie-PCs direkt im deutschen Mandanten des ERP-Systems eingegeben, um Fehler in den Konfigurationen zu vermeiden. Alle IPC-Komplettsysteme werden in der «IPCFactory» in Reutlingen gefertigt, geprüft und getestet, um den hohen Qualitätsstandard zu halten. Erst nach dem Burn-In von 24 Stunden wird ein Prüf-Protokoll erstellt und den Systemen beigelegt, bevor diese einmal pro Woche per Camion in die Schweiz geliefert werden. Von Egg ZH aus werden diese dann weiter in der ganzen Schweiz an deren anspruchsvolle Kunden verteilt. Die Spectra & Co. KG fertigt jährlich weit über 10 000 Industrie-PCs für die ganze Gruppe. Dank grossem Know-how des Technikerteams hier in der Schweiz können die meisten Serviceprobleme vor Ort gelöst werden. Da die Niederlassung in der Schweiz ausserdem auch einen sehr guten, direkten Draht zu ihren Hauptlieferanten in Fernost hat, können Durchlaufzeiten von RMA in der Regel massiv verkürzt werden.

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