Durchstarten mit mobiler High-Tech

Durchstarten mit mobiler High-Tech
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Am Arm das Smartphone, am Helm die Wi-Fi-Kamera: In der Spezialchemie und der Mineralölindustrie dringen Enterprise-Mobility-Lösungen in den Ex-Bereich.
31.12.2015 | Um seine hochwertigen Basisöle noch besser vermarkten und wirtschaftlicher produzieren zu können, setzt Puralube Germany auf Enterprise-Mobility-Lösungen von BARTEC. Das Ziel: die vollständige Prozesskontrolle.

Der Blick durch den Zaun des Firmengeländes erinnert an Science-Fiction: Der Mann im blauen Overall blickt auf ein flaches Display auf seinem Arm, am Helm trägt er eine Helmkamera. Mit der folgenden Kopfbewegung wandert ein roter Lichtpunkt über das komplexe System aus Leitungen und Ventilen bis zu einem bestimmten Punkt der Anlage. Über sein Bluetooth-Headset bespricht sich der mobile Arbeiter mit einem Kollegen. Er betätigt einen Knopf an der Helmkamera, blickt auf das Display am Arm und geht weiter. Zum nächsten Prüfpunkt.


Was heute noch futuristisch anmutet, könnte schon bald zur Standardausrüstung in der Prozessindustrie gehören, meint Dr. Soenke Moehr, Director Global Sales, Marketing & Communication bei Puralube Germany (künftig: PURAGLOBE) – zumindest in der Spezialchemie oder der Mineralölindustrie mit ihren High-Tech-Produkten, wie etwa den hochwertigen und nachhaltigen Basisölspezialitäten, die hier im Industriepark Zeitz nach dem hoch innovativen und exklusiven UOP-HyLube™-Verfahren aus Gebrauchtöl entstehen.


In Folge dieser Entwicklung verkürzen sich auch die Prüf- und Inspektionsintervalle, am Ende der Entwicklung steht ein CpK-Wert (Prozessfähigkeitsindex) von nahezu 100 Prozent. Realistisch ist dies aber nur, wenn die Mitarbeiter vor Ort jederzeit online mit den Prozessen verbunden sind und Abweichungen sofort erkennen können. Ausgehend von einem extrem hohen Automatisierungsgrad möchte Puralube Germany bald auch noch die letzte Lücke in Richtung Echtzeitzugriff auf die Prozessdaten schließen. Der richtige Partner ist bereits gefunden. Dank seiner international führenden Stellung im Explosionsschutz und des ausgeprägten Know-hows in Sachen Enterprise Mobility fiel die Wahl auf BARTEC. Dessen ex-geschütztes Lösungsportfolio reicht vom Tablet-PC-System über Smartphone und Wi-Fi-Helmkamera bis hin zum geräteübergreifenden Mobile Devices Management (MDM) mit passenden Cloud-Services.
 
Eigensichere Smartphones
Alle Teillösungen der „BARTEC goes mobile“-Strategie wurden direkt aus der Praxis heraus entwickelt. So ging beispielsweise das nach ATEX und IECEx (Zone 1 und 2) zertifizierte High-End-Smartphone Impact X aus einer engen Zusammenarbeit mit Shell hervor. Für den Einsatz in der Mineralölindustrie besitzt das Gerät ein durch 2 mm Gorilla Glass geschütztes Touch-Display, das sich sowohl bei starkem Regen, als auch bei direkter Sonneneinstrahlung und selbst mit dicken Sicherheitshandschuhen zuverlässig bedienen lässt. Darüber hinaus bringt das Impact X drei High-End-Kameras und eine im Vergleich zu Consumer-Geräten doppelte Akkukapazität mit.


Mobiles Büro im Ex-Bereich
Wollen Techniker und Ingenieure ihr Büro sicher in den Ex-Bereich bringen, gelingt das – wahlweise per Wireless LAN oder mobilem Datenfunk – mit dem für ATEX Zone 2 zertifizierten Tablet-PC-System Agile X. Das hochauflösende 10,1-Zoll-LED-Display eignet sich darüber hinaus auch, um Anlagenpläne zu visualisieren. Für die mobile Datenerfassung ist das Agile X mit einem integrierten Barcode-Scanner ausgerüstet. Optional stehen weitere Sensoren zur Auswahl, beispielsweise ein RFID-Reader, der über eine rückseitige Schnittstelle anzuschließen ist. Im Rahmen seiner Enterprise-Mobility-Strategie beabsichtigt Puralube Germany auf diese Weise, auch den letzten papierbehafteten Prozess in der Raffinerie, nämlich die Wareneingangs- und -ausgangskontrolle, digital abzubilden.
 
Das Dritte Auge im Feld
Die für Zone 1 nach CSA, IECEx und ATEX zertifizierte Wi-Fi-Helmkamera Orbit X schließlich zielt auf ein flexibleres und effizientes Arbeiten, bessere Workflows und schnelle, akkurate Vor-Ort-Entscheidungen ab. Dank zweier integrierter LED-Leuchten, einem eingebauten Laserpointer sowie optionalem Zubehör wie Headsets, Wandhalterungen und Teleskopstangen kann Puralube Germany die ebenfalls mit Shell entwickelte High-Tech-Lösung selbst in dunklen und schwer zugänglichen Bereichen einsetzen. Die klaren, farbintensiven 8-Megapixel-Bilder und 1080p-Videos lassen sich wahlweise lokal auf dem Gerät speichern oder drahtlos in hoher Qualität streamen.
 
Mobile Device Management
Zur schnellen Implementierung und Verwaltung hat BARTEC die skalierbare Mobile-Device-Management-Lösung Collaboration X im Gepäck. Mit ihr kann Puralube Germany alle Mobilgeräte von BARTEC einheitlich ausrollen und fernadministrieren – inklusive Videokonferenz- und Kameraeinstellungen. Dank des ergänzenden Cloud-Storage-Dienstes lassen sich auch Foto und Videodaten sicher online speichern und verwalten. Darüber hinaus beinhaltet das BARTEC-Portfolio auch das passende Wireless-Equipment für die Mobile-Enterprise-Strategie, insbesondere ex-geschützte Access-Points und Antennen.
„Für uns ist BARTEC nicht nur ein erfahrener Komplettlösungsanbieter, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber, der laufend über neue Potentiale informiert“, unterstreicht Soenke Moehr. Allerdings lässt sich die angestrebte lückenlose Prozessüberwachung nicht von heute auf morgen realisieren, weshalb der Projektpartner in seiner Beratungsfunktion eine schrittweise Einführung empfiehlt.
 
Umsetzung in drei Stufen
Für die erste Optimierungswelle sorgen die Helmkameras, mit denen nun auch im Ex-Bereich Bild- und Videoaufnahmen in HD-Qualität möglich werden – entweder online über das Netzwerk oder offline über den lokalen Gerätespeicher. Typische Arbeiten im explosionsgeschützten Bereich wie Routine- und Ad-hoc-Inspektionen, Wartungs- und Reparaturarbeiten oder Schulungen werden so effizienter und sicherer. In der zweiten Stufe bringen ex-geschützte Smartphones oder Tablet-PCs ERP-, Office- oder Visualisierungsanwendungen in den Ex-Bereich, um mobile Workflows und die Kommunikation zu verbessern. Die dritte Ausbaustufe gestattet schließlich die Kollaboration in Echtzeit. Per Videokonferenz lassen sich so beispielweise der Leitstand oder externe Experten hinzuziehen, um schnell und präzise entscheiden und eingreifen zu können. Viel Zeit wird sich Puralube Germany mit der Umsetzung nicht lassen, denn schon in drei Jahren soll die Raffinerie nach dem aktuellen Standard ISO/TS 16949 zertifiziert sein. „Um die derzeit strengsten Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen zu können, ist die lückenlose Kontrolle unserer Produktionsabläufe unerlässlich“, sagt Soenke Moehr. „Bereits zur Vorbereitung der diesbezüglichen Audits wird die Mobile-Enterprise-Lösung von BARTEC in Betrieb sein.“


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