Die Mobilie wird zur
Immobilie - 25 Jahre Modulbautechnologie

18.10.2012 | Hohe Zufriedenheit, wenig Probleme geben dem Modulbau gute Noten. Der Modulbau situativ eingesetzt, kann den Brückenschlag zwischen geforderter Funktionalität und Ästhetik im Spitalwesen schaffen. Die technische Entwicklung sichert viele Einsatzmöglichkeiten und zeigt mit einer Lebensdauer, wie sie auch technische Anlagen erreichen, hohes Potenzial, die gewünschte Flexibilität zu schaffen.

„Das Gebäude der Zukunft wird systematisch in Module zerlegt und umfassend integriert. Der überwiegende Teil des Gebäudes lässt sich dadurch mit einer überschaubaren Anzahl von kopierbaren Einzelkonstruktionen und Ausrüstungsmodulen darstellen, ohne die architektonische Vielfalt einzuschränken.“ Konrad Wachsmann und Walter Gropius, zeigten schon im Jahre 1941 was man mit einem „Packaged House System“, also einem Fertighaussystem in Holzbauweise leisten konnte, nämlich die universelle Verwendbarkeit einzelner Komponenten mit grosser Vielfalt an Konstruktionsmöglichkeiten. Die Spitalinfrastruktur, so wie sie heute besteht, spiegelt die Planungsansätze ästhetik vor Funktionalität wieder. Die Schnelligkeit, mit der technische Innovationen und Veränderungen umgesetzt werden, führt dabei vermehrt zu Problemen. Moderne, zeitgemässe Ansätze stellen deshalb die Funktionalität vor die ästhetik und läuten damit den Paradigmenwechsel für die Spitalimmobilie ein. Spitalstrategien mit der erfolgreichsten Auslegung sind, in die Zukunft gerichtete, bauliche Aktivitäten (Anpassung, Erweiterung, Umnutzung etc.) mit erforderlichen Raumparametern (Geschosshöhe etc.).

Fragen und Ziel der Marktstudie

Funktionale „Schachtel“ oder architektonischer „Hingucker“ - das Provisorium wird zum Providurium. Schon heute gibt es viele überzeugende Beispiele im Schweizer Spitalwesen. Folgende Fragen beschäftigen sich oft mit den Vorteilen, die eine solche Bauart mit sich bringt und beschäftigen die Entscheider im Spital:

  • überwiegen die Vorteile einer modularen Bauweise im Vergleich zur konventionellen?
  • Stimmen die Versprechungen der Hersteller?
  • Bau und Bauzeit  - können Kosten eingespart werden?
  • Raumklima
  • schwingende Böden, störende Stützen, schwierige Statik, niedrige Decken usw.?
  • Welche Lebensdauer und wohin damit, wenn die Module nicht mehr benötigt werden?

Ziel: In Zeiten von Sanierungsstau und Wettbewerb sowie Kostendruck wünschen sich Spitalbetreiber Lösungen, die Effizienz und Flexibilität versprechen und nachhaltig sind. Die Marktstudie bringt dazu Antworten.

Ergebnisse

Zehn von 12 befragten Spitälern haben ihre Erfahrungen mit Modulbauten mitgeteilt.100% äusserten Zufriedenheit, und würden den Modulbau je nach Situation weiterempfehlen. Zwei der Befragten hatten von Anfang eine Dauerlösung geplant, während acht mit der temporären Lösung starteten und 70% aus dem Provisorium ein Providurium machten. Die Frage, ob die Submissionsverfahren bei Provisorien leichter wären, wurde verneint. Der Aufwand für das Verfahren sei mit dem Prozedere für konventionell gebaute Objekte gleichzusetzen. Bekräftigt wurde von fast allen Befragten, dass der Aufwand der Planung bis zum Mustermodul oder dem Start des Baus der Module intensiver sei, als bei konventionell gebauten Objekten. Grenzen sehen 40% bei den eingeschränkten architektonischen Möglichkeiten. Man könne aufgrund der  Schachtelform keine Wohnqualität erzeugen. Stützen und tragende Wände stellen für 20% der Befragten einen limitierenden Faktor dar wie auch die Statik und damit eine Begrenzung der Geschossaufbauten. Dies wird hingegen von den Systemanbietern als Fehlinformation im Markt gesehen, da ausnahmslos der Brandschutz nach heutigem Stand das Limit bei sechs Geschossen festlegt und nicht die Statik. Klimaanlagen werden in temporären Objekten als Kostenfaktor eher eingespart und sind kein echtes Limit des Modulbaus. Raumklimatische Nachteile zeigen sich, wenn aus dem geplanten Provisorium ein Providurium wird. Die Nachrüstung ist kostenintensiv.


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