Der Hausanschluss im Wandel -
Innovative Hausanschluss-Konzepte

Der Hausanschluss im Wandel - Innovative Hausanschluss-Konzepte
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19.12.2014 | Mit Beginn der Elektrifizierung Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Verteilung vorwiegend über Freileitungen von Haus zu Haus gemacht. Es stellte sich die Frage, wie die Elektrizität sicher in das Haus gebracht werden konnte und es entstanden neben einfachen Sicherungstableaus auch die ersten Sicherungs- und Hausanschlusskasten, mehrheitlich aus Blech oder Guss.

Sehr oft wurde der Hausanschluss über den sogenannten Dachständer gemacht und der Sicherungs- oder Hausanschlusskasten direkt am Dachständer montiert. Schon damals wurde eine Unterteilung in einen Sicherungsraum und einen Klemmenraum gemacht, um die Unabhängigkeit zwischen Elektrizitätswerk und Installateur zu gewährleisten. In den sechziger Jahren verschwanden die Freileitungen mehr und mehr und die Zuleitungen wurden in den Boden verlegt. Dadurch entfiel natürlich auch der Hausanschluss am Dachständer und die Montage des Hausanschlusskastens erfolgte mehrheitlich an Innenwänden im Erdgeschoss oder im Keller. Damals wurden noch vorwiegend Gehäuse aus Leichtmetall verwendet. Feuchte Wände und entsprechendes Ausscheiden von Salpeter führten aber zu Korrosion bis hin zum vollständigen Zersetzen und die Materialen wurden sukzessive von Metall auf Kunststoff umgestellt. Gleichzeitig entstanden modernere Formen, die sich teilweise bis heute gehalten haben.


Der Hausanschluss ist die Verbindungs- oder übergabestelle des Elektrizitätswerkes an den Hauseigentümer und schützt das Haus bei überstrom und überlast. Daneben hat der Hausanschluss auch die Funktion einer sichtbaren Trennstelle wenn die Sicherungseinsätze entfernt sind. Abhängig von Leistungsbedarf des Bezügers wird die Absicherung in der Anschlussbewilligung festgelegt und die Anschlussgebühr erhoben.


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Aufputzkasten


Der klassische Hausanschlusskasten für Aufputzmontage wird auch heute noch sehr oft an einer Hausinnenwand montiert. Dies ist sicherlich die einfachste und kostengünstigste Montageart, allerdings mit dem Nachteil, dass der Zugang für den Elektrizitätsversorger beschränkt sein kann. Wo dies nicht gefordert ist oder keine Rolle spielt, beispielsweise in Scheunen oder ähnlichen Gebäuden ist diese Montageart immer noch die richtige Wahl.

 


Aussenzählerkasten


Durch das steigende Bedürfnis der freien Zugänglichkeit durch den Elektrizitätsversorger zum Hausanschlusskasten und insbesondere zum Elektrizitätszähler entstanden Aussenzählerkasten. Neben Zähler und Hausanschlusskasten finden darin auch weitere Geräte wie Rundsteuerempfänger und Bezügersicherung Platz. Damit ergibt sich der Vorteil, dass alle Geräte zugänglich an einem zentralen Ort platziert sind und innerhalb des Gebäudes ein minimaler Installationsaufwand notwendig ist.


Aussenzählerkasten werden üblicherweise in der Fassade oder in Stützmauern eingebaut. Dies ist unproblematisch, wenn der Aussenzählerkasten in Stützmauern oder Aussenwände von ungeheizten Räumen (z.B. Garagen) eingebaut werden kann. Durch die erforderliche Einbautiefe von mindestens 25 cm ist ein Einbau in eine Aussenwand von beheizten Räumen wärmetechnisch nicht optimal und führt zu Kältebrücken. Zudem können Aussenzählerkasten als optisch störend empfunden werden und oft steht auch nicht genügend Platz zur Verfügung.


Moderne Zähler in anderer Technologie ermöglichen heute die Zählerablesung über ein Modem oder über eine Infrarot-Auslesestelle. Letztere kann problemlos an einem beliebigen und für den Ableser zugänglichen oder erfassbaren Ort platziert werden. Damit kann auch die Montage des Zählers an einem beliebigen Ort sein. Da zusätzlich meistens noch beschränkt Platz zur Verfügung steht, verlangt der Markt heute zunehmend andere Lösungen und fordert von den Anbietern innovative Hausanschluss-Konzepte. So entstanden Unterputz-Hausanschlusskasten und freistehende Hausanschlusssäulen. Diese sind für die heutigen und zukünftigen Anforderungen gerüstet und führen auch neue Technologien optimal und platzsparend ins Gebäude ein. Sie übernehmen ausserhalb des Gebäudes die Rolle des Building Entry Points, der übergabestelle von Verteilnetz zu Verbraucher, und bieten durch Kombinationsmöglichkeiten neben dem Elektroanschluss auch Platz für Zähler, TV+TTAnschlüsse und andere Gewerke. Dadurch überblicken Energiedienstleister die Stromversorgung und die Energiemessung zentral an der übergabestelle zum Gebäude.

 


Unterputz-Hausanschlusssysteme


Unterputz-Hausanschlusssysteme zeichnen sich durch eine geringe Einbautiefe und kompakte Bauform aus. Sie lassen sich einfach in der Aussenwand montieren oder direkt einbetonieren. Der wärmegedämmte Einlasskasten lässt sich mit wenigen Handgriffen direkt auf der Schalung fixieren und kann nach dem Einlegen der Rohre einbetoniert werden. Nach dem Ausschalen wird der Styroporblock entfernt und der Elektroanschluss sowie andere Gewerke können angeschlossen werden. Der abschliessende Deckel kann dank verstellbaren Schrauben mauer- bzw. putzbündig montiert werden. Deckel und Rahmen sind überstreichbar und lassen je nach Wunsch, den Kasten in der Wand verschwinden oder in ein Farbkonzept integrieren.


Die UP-Kasten sind ein vielseitiges Baukastensystem und der Elektrokasten lässt sich je nach Bedarf mit baugleichen oder schmäleren Ergänzungskasten beispielsweise für TV+TT-Anschlüsse oder andere Gewerke beliebig zu einer Kombination montieren. Unterputzkasten sind unauffällig, architektenfreundlich und ideal sowohl für freistehende Einfamilien- als auch Reiheneinfamilienhäuser und kleine überbauungen.


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Freistehende Hausanschlusssäule


Die freistehende Hausanschlusssäule bietet eine optimale Unabhängigkeit zwischen Erschliessung durch den Versorger und dem Gebäude an sich. Für den Architekten und Bauherrn bietet eine Hausanschlusssäule den Vorteil, dass keinerlei Einflussnahme am Gebäude erfolgt. Sowohl eine unerwünschte Kältebrücke in der Fassade als auch eine negative Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes wird vermieden. Die Aufstellung der Säule an der Grundstückgrenze kann bereits bei der generellen Erschliessung eines parzellierten Neubaugebietes erfolgen oder erst vor dem Baubeginn der einzelnen Objekte. Der temporäre Baustromanschluss wird ab der Säule möglich mit kurzer und einfacher Leitungsführung. Die Anschlussklemmen eignen sich zum Schlaufen, so dass die Säule auch für muffenlose Netze prädestiniert ist. In der Säule können in verschiedenen Konfigurationen überstromunterbrecher, T+T- und TVAnschlüsse, Zähler, Bezügersicherungen etc. untergebracht werden.


Für Gemeinden, Energiedienstleister und nicht zuletzt für den Bauherrn selbst ergibt sich der Vorteil, dass die Parzelle vollständig erschlossen werden kann und somit ein nachträgliches Aufgraben der Strasse nicht mehr nötig wird. Zudem entfallen die Kosten für den Aussenzählerkasten sowie Maurer und Malerarbeiten. Mit dem verstellbaren Säulenfuss ist die Monate sowie das anschliessende ausnivellieren sehr einfach.


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