Creo im Gussmodellbau bei vonRoll casting

Creo im Gussmodellbau bei vonRoll casting
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Mit Creo können auch schwierige geometrische Formen, wie sie beim Sandguss oftmals vorkommen, problemlos konstruiert werden. [Bilder: Inneo]
23.02.2015 | Gussteile sind der Alptraum für CAD-Systeme – ineinander laufende Rundungen, Schrägen und andere „krumme“ Geometrien kosten viel Performance. Beim Vorbereiten eines Teils für den Sandgussprozess müssen Flächen bewegt und gekippt werden – ebenfalls oft ein Problem. Die Schweizer Sandgussspezialisten bei vonRoll casting haben in diesem Bereich mit Creo Parametric beste Erfahrungen gesammelt – auch Dank der Betreuung durch Inneo.

Ursprünglich wurde die in Emmenbrücke nahe des Vierwaldstätter Sees gelegene Gießerei im Jahr 1912 vom Aufzugsbauer Schindler gegründet. Schnell arbeitete man nicht mehr nur für das Mutterhaus, sondern auch für externe Kunden. Im Jahr 1999 wurde das schon seit 1990 aus Schindler ausgegliederte Unternehmen von der vonRoll-Gruppe erworben und 2003 unter dem Namen vonRoll casting (emmenbrücke) AG selbständig.

 

Die vonRoll castingGruppe besteht heute aus zwei Schweizer Standorten in Emmenbrücke und im französischsprachigen Delémont und beschäftigt insgesamt etwa 450 Mitarbeiter. über sechzig Prozent der Erzeugnisse gehen in den Export, darunter ein großer Teil nach Deutschland. Zu den Kunden zählen unter anderen Motoren- und Getriebebauer, aber auch Hersteller von Schienen- und Nutzfahrzeugen. Die Spezialität von vonRoll casting sind komplexe, dünnwandige und hochpräzise Gussteile wie Gehäuse für Turbolader, Turbinenräder für Retarder in LKW-Getrieben oder auch Abgaskrümmer und Zylinderköpfe.

 

Im Jahr 1996 wurde eine erste CNC-Portalfräsmaschine angeschafft, um Modelle und Kernbüchsen direkt aus CAD Daten erstellen zu können. vonRoll entschied sich für die aktuell zwei CAD-Systeme aufgrund der Verbreitung dieser Systeme bei den eigenen Kunden. Somit sollten Schnittstellenprobleme soweit möglich vermieden werden können. Als CAM-System wird dabei das in einem der CAD-Systeme integrierten Modul eingesetzt.

 

Da im Jahr 2001 einer der größten Kunden von vonRoll casting mit Creo arbeitete – damals noch unter dem Namen Pro/Engineer auf dem Markt – entschloss man sich, einen Arbeitsplatz mit diesem System einzurichten. Im Jahr 2005 wurden in Emmenbrücke und in Delémont weitere Arbeitsplätze eingerichtet.

 

Nach einiger Zeit und guten Erfahrungen mit der CNC-gestützten Fertigung der Modelle und Kernbüchsen sollten weitere Fräsmaschinen angeschafft werden, die es ermöglichen sollten, die maximale Größe der bei beiden Standorten genutzten Modelle in einem Arbeitsgang zu fräsen. Um die erhöhte Fräskapazität bewältigen zu können, wurden wiederum neue CAD-Arbeitsplätze geschaffen.


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Anton Rechsteiner, Leiter Engineering und Technologie bei vonRoll casting

„Wir haben gute Erfahrungen mit Creo gemacht“, erinnert sich Dr. Anton Rechsteiner, der in der vonRoll-casting-Geschäftsleitung für Engineering und Technologie verantwortlich ist. „Der Umstieg auf eine neue Version ist beim anderen System immer mit großem Aufwand für Schulungen, aber auch für neue Hardware, verbunden. Verglichen damit war beispielsweise der Umstieg von Wildfire auf Creo zwar auch ein großer Schritt in Bezug auf die Benutzeroberfläche, aber es war eben keine neue Hardware notwendig. Creo wurde gut angenommen, was auch der Schulung durch Inneo zu verdanken ist, und ich bekomme die Rückmeldung, dass die Bedienung in vielen Bereichen einfacher und schneller geworden ist. Insgesamt ging der Wechsel gut über die Bühne.“

 

Eine große Erleichterung beim Modellieren der Gussformen sind die Inneo-eigenen Startup-Tools, mit denen sich unter anderem Bibliotheken aufbauen und verwalten lassen. Bei vonRoll wurden sämtliche modellbaubautypischen Elemente wie Anschnitte, Angusssysteme, Filter und Speiser in einer solchen Bibliothek hinterlegt und können von dort schnell in neue Modelle übernommen werden.

 

In Sachen Schnittstellen hat sich seit der Evaluation viel getan, zum einen sind die Import- und Exportfunktionen der CAD-Systeme besser geworden, zum anderen geben Kunden heute sehr oft keine Nativdaten mehr heraus – vor Jahren wurde vom Kunden noch eine genaue Systemversion vorgeschrieben. „Doch die Kunden sind viel sensibler geworden in Bezug auf das Herausgeben von Originaldaten“, sagt Dr. Rechsteiner. „So können wir die Aufträge heute relativ frei über beide CAD-Systeme verteilen. Wenn Nativdaten angeliefert werden, bleiben wir natürlich in diesem System, ansonsten verteilen wir je nach freier Kapazität.“

 

„Ein PDM-System haben wir derzeit noch nicht“, ergänzt Dr. Rechsteiner, „unsere Baugruppen sind ebenso überschaubar wie unsere Team. Allerdings kommt von Seiten der Qualitätssicherung schon immer stärkerer Druck, eine Datenverwaltung anzuschaffen, die eine revisionssichere Ablage der CAD-Daten ermöglicht.“

 

Die Zusammenarbeit mit Inneo empfindet Rechsteiner als sehr gut, vonRoll findet vor allem das Elite-Netzwerk von Inneo interessant, in dem eine ganze Reihe von PTC-Systemhäusern zusammenarbeitet – denn in Delémont benötigt vonRoll französischsprachige Schulungen. In seinem Netzwerk kann der deutsche PTC-Partner beziehungsweise dessen Schweizer Niederlassung diese fremdsprachigen Schulungen über einen Partner anbieten.

 

„Creo hat sich bei uns bewährt“, schließt Dr. Rechsteiner. „Die Arbeit mit dem System ist mit dem Umstieg von Wildfire auf Creo spürbar effizienter geworden, wobei die Installation einer neuen Version bei Creo keinen solch großen Aufwand bedeutet wie bei anderen Systemen. Demensprechend halten wir uns dort mit Updates eher zurück, während wir in naher Zukunft auf Creo 3.0 umsteigen wollen, von dem wir uns eine nochmals bessere Behandlung von Fremddaten versprechen. Mit der Zusammenarbeit mit Inneo sehe ich dem Umstieg gelassen entgegen, denn wir werden vom Systemhaus optimal betreut.“

 

Autor: Dipl.-Ing. Ralf Steck, Friedrichshafen


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