APS im Transportmanagement

APS im Transportmanagement
Grossansicht Bild
APS in der Logistik ist ohne eine performante Integrationsplatform nicht realisierbar.
04.08.2016 | Die Möglichkeit auf Änderungen, Störungen oder Neuaufträge in kürzester Zeit mit einem fundierten Plan reagieren zu können bei dem die eigenen Ressourcen automatisch optimiert werden, ist für jeden mittelständischen Transportdienstleister ein wichtiger Differenzierungsfaktor.

Die Grundproblematik im Bereich Transportplanung ist seit langem bekannt und für Unternehmen mit überschaubarer Flottenstärke auf relativ schlichte Anweisungen herunterzubrechen. Bei gutem Nutzungsgrad der bestehenden Kapazitäten und maximaler Effizienz der Lieferservices, werden i.d.R. die Gesamtkosten minimiert bei unbedingter Einhaltung des sog. On-Time-Delivery. D.h. Lieferbereitschaft, Qualität und Pünktlichkeit stehen für die Transportbranche ganz oben an. Jedoch multiplizieren sich die Probleme, sobald das Gesamtunternehmen in Größe, Ausliefergebiet, Anzahl der Lieferungen, etc.. nach oben skaliert. Viele verschiedene unvorhergesehene Situationen treten auf. Fahrer werden krank und melden sich ab, LKWs haben Störungen, Verzug tritt ein bei Be- und Entladevorgängen, Unfälle passieren auf der Straße, oder Kunden bringen kurzfristige Änderungen oder Retouren ein, um nur einige zu nennen. Tracking & Tracing Systeme liefern hier zwar gute Nachvollziehbarkeit und schnelle Nachrichten, aber eine Einschätzung inwieweit die laufenden Operationen und das Störungsmanagement profitabel arbeiten, ist in den meisten Fällen nicht gesichert. Die menschlichen Fähigkeiten, schnelle und kostenoptimierte Entscheidungen bei der Varianz von vielen Parametern zu fällen, sind sehr limitiert und oft bleibt sogar das Erreichen der gesetzten Servicelevel aus, von Effizienz ganz zu schweigen. Bei einer Flottengröße von mehreren hundert Zugmaschinen und einer Last von einigen tausend Lieferungen kommt zudem schnell das Problem "sehr großer Datenmengen" auf, da sich der Lösungsraum für das Transportproblem potenziert. In der heutigen Praxis werden die meisten kurzfristigen Planänderungen bei solchen Transportproblemen auf der Basis von Erfahrung und Bauchgefühl gefällt.

An dieser Stelle greifen Konzepte und Systeme für APS (Advanced Planning & Scheduling). Zunächst einmal kann das APS mit allen beteiligten Online-Informationssystemen vernetzt werden, d.h. inhärent verteilte Information, die z.B. bei den Distributoren, Fahrern, Geo-Informationssystemen, Lagerhäusern, Kunden, etc... vorhanden ist, wird integriert und möglichst in Echtzeit aktualisiert. So wird für die Entscheidungsfindung eine optimale Datenbasis aufbereitet. Die zugehörige Integrationstechnologie basiert einerseits auf schneller Eventbasierter Enterprise-Service-Bus Technologie, andererseits auf einem intelligenten Datenmodell für die Entscheidungsfindung, welches auf dem APS Server "In-Memory", d.h. im Hauptspeicher läuft. Auf dieser aktuellen Datenbasis werden dann bei Störfällen die verfügbaren Ressourcen neu ausgerichtet und optimiert, LKWs neu zugeordnet, kürzeste Routen neu- oder Fahrer um-geplant. Hierbei werden gleichzeitig alle realen Rahmenbedingungen (Constraints), wie z.B.  begrenzte Kapazitäten, Transportmittel-Arten, Fahrer-Skills, Lieferzeiten,  Rampenzeiten der Kunden und vieles mehr, in optimaler Weise berücksichtigt. Sind die Problemfälle behandelt, werden umgehend alle Stakeholder der betreffenden Teilprozesse informiert, sodass sie auf die geänderten Pläne vorbereitet sind. Die moderne Integrationsbasis erlaubt darüber hinaus die Kommunikation mit allen möglichen mobilen End-Geräten, wie Smartphones, Tablets etc... sowie das simultane Versenden von E-Mail, SMS oder sonstigen Nachrichten-Typen.

Nehmen wir beispielsweise den Transportdienstleister eines Produzenten, der den Versand seiner verpackten Güter in Auftrag gibt. Im Zuge einer Umstellung des Lagerwesens seiner Kunden wird der Lieferservice geändert von einmal im Monat auf ein- bis zweimal pro Woche. Solche Änderungen, die heutzutage sehr kurzfristig entschieden werden können, sind nicht selten, da die gesamte Industrie immer weniger Vorratslagerung betreibt und auf kleinere Lieferungen bei erhöhtem Servicelevel setzt. Die neue Situation erfordert eine Neuausrichtung der Ressourcenplanung und Wegeoptimierung, wobei sich auch die Art des Transportmittels ändern kann.  Kleine LKWs mit häufigen Touren könnten beispielsweise große LKWs ersetzen um die neuen Lieferbedingungen optimal zu gestalten. Dabei muss ggfs. nicht nur auf den einen Kunden geschaut werden, sondern je nach Vertragsgestaltung, Auftragslast, Ladungsgröße, Ladungstypen, etc... eine Vielzahl von Aufträgen gleichzeitig betrachtet werden um Bündelungssynergien zu realisieren. Im Transportgeschäft mit immer kürzeren Lieferzyklen, kleiner werdenden Margen, sowie einem hart umkämpften Markt zählt buchstäblich jede Sekunde. Die Möglichkeit auf Änderungen, Störungen oder Neuaufträge in kürzester Zeit mit einem fundierten Plan reagieren zu können bei dem die eigenen Ressourcen automatisch optimiert werden, ist für jeden mittelständischen Transportdienstleister ein wichtiger Differenzierungsfaktor.  

Ramco Systems hat vor einiger Zeit begonnen, für die weltweit implementierten Transportmanagementlösungen ein modernes APS Konzept zu integrieren: Ramco iPO. iPO steht dabei für In-Memory Planning & Optimization. Insbesondere in den jüngsten Akquise-Erfolgen von namhaften und weltweit operierenden Unternehmen, wie AAI Worldwide Logistics, RSA Logistics, GMK Logistics u.a., konnte insbesondere der integrative Charakter, sowie der schlüssige, Kostenbasierte Optimierungsansatz überzeugen. Ein weiteres Highlight von Ramco iPO sind die auf maximale User-Experience ausgerichteten User-Interfaces, mit der Möglichkeit, die relevanten Use-Cases auf Smartphones, Tablets, oder sonstigen mobilen Geräten auszulagern.

Bewertung Ø:
   
Meine Bewertung:

Fragen und Kommentare (0)