Alles bleifrei ?

Alles bleifrei ?
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19.04.2011 | Muss ein RoHS-konformer Chemisch Nickel-Elektrolyt bleifrei sein?

Diese Frage hat in der Vergangenheit schon so manches Gemüt erhitzt. Genau betrachtet kann ein bleistabilisiertes Chemisch Nickel-System den RoHS-Grenzwert von max. 0,10 % Pb in der Schicht durchaus einhalten. Vorausgesetzt, die vorgegebenen Abscheidungsparameter werden eingehalten.

Warum also soll ein bewährter stabiler Prozess mit einer Konzentration von < 0,0005 g/Liter Pb tabuisiert werden? Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn Messingwerkstoffe mit einem Legierungsanteil von bis zu 3 % Pb chemisch vernickelt werden, wie dies z.B. auch für Elektronik-Anwendungen der Fall ist.

Angenommen, ein zylindrischer Stecker aus CuZn39Pb3 mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Länge von 50 mm wird in einem bleihaltigen System mit 10 µm chemisch vernickelt. Dann stammen 99,993 % Blei aus dem Grundwerkstoff und nur 0,007 % aus der Nickelschicht.

Viele Anwender, bei denen ein genereller Verzicht auf bleihaltige Stabilisatorsysteme nicht im Vordergrund steht, haben sich daher wieder für entsprechende Systeme entschieden und profitieren von den sehr guten Anwendungseigenschaften dieser Elektrolyte. CHEMIPLATE 71 H gehört zu diesen überaus robusten und unkompliziert zu führenden Verfahren. Die wichtigsten Komponenten des Verfahrens sind analytisch kontrollierbar und erlauben eine äusserst präzise Führung des pH-selbstregulierenden Elektrolyten. Daraus resultieren wiederum lange Standzeiten und ein massiv reduzierter Aufwand für das Strippen und Passivieren der Behälter. Kombiniert mit einer abgestimmten Vorbehandlung sind alle gängigen Grundwerkstoffe, speziell Aluminium, qualitativ optimal zu beschichten. Alle diese Vorteile machen CHEMIPLATE 71 H zu einem äusserst wirtschaftlichen und RoHS-konformen Verfahren.

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