Im zweiten Quartal 2026 meldeten die teilnehmenden AMA Mitglieder ein Umsatzplus von zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich zu Q2/2025 liegt der Umsatz 14 Prozent höher. Das Umsatzniveau bleibt damit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe; seit dem Basisquartal Q1/2015 ist der Branchenindex um rund 74 Prozent gestiegen, was einem durchschnittlichen Wachstum von etwa 5 Prozent pro Jahr entspricht.
Das Quartalswachstum fiel damit geringer aus als im Vorquartal erwartet. Im ersten Quartal hatten die Unternehmen für Q2 noch ein Plus von fünf Prozent prognostiziert, für das dritte Quartal 2026 rechnen sie mit einem weiteren Zuwachs von drei Prozent.
Auftragseingang und Book-to-Bill-Verhältnis
Nach dem außergewöhnlich starken Jahresauftakt normalisiert sich der Auftragseingang. Im zweiten Quartal lag er bei vier Prozent unter dem Vorquartal, das mit einem Plus von 16 Prozent den höchsten Wert seit Jahren erreicht hatte. Das Book-to-Bill-Verhältnis beträgt 0,98. Auftragseingang und Umsatz liegen damit praktisch auf gleicher Höhe, die Auftragsbücher werden somit weder spürbar auf- noch abgebaut.
Exportentwicklung
Die Exportgeschäfte entwickelten sich überwiegend stabil bis positiv. Gegenüber dem Vorquartal meldeten 40 Prozent der Unternehmen steigende Exportumsätze, 38 Prozent unveränderte und fünf Prozent rückläufige. Im Jahresvergleich meldeten 43 Prozent steigende, 33 Prozent unveränderte und 12 Prozent rückläufige Exportumsätze. Für das dritte Quartal erwartet die Hälfte der AMA Mitglieder gleichbleibende Exporte, ein Drittel steigende.
Beschäftigungslage
Die Beschäftigungssituation bleibt robust. Kurzarbeit betraf im zweiten Quartal 0,4 Prozent der repräsentierten Arbeitsplätze; lediglich ein einziges der teilnehmenden Unternehmen meldete überhaupt Kurzarbeit.
Cyber Resilience Act: Dokumentation vor Technik
Sonderthema der Quartalsumfrage war der Cyber Resilience Act (CRA) der EU. Gefragt nach den größten Herausforderungen bei der Umsetzung nannten die Unternehmen (Mehrfachnennungen möglich):
- 48 % Dokumentations- und Nachweispflichten
- 33 % Bewertung der Betroffenheit der eigenen Produkte
- 31 % fehlende personelle Ressourcen
- 29 % technische Umsetzung der Anforderungen
- 12 % Schwachstellen- und Update-Management
- 7 % fehlendes Know-how
12 Prozent sehen keine wesentlichen Herausforderungen, für 21 Prozent ist der CRA nicht relevant. Bemerkenswert ist die Rangfolge, nicht die technische Umsetzung bereitet die größten Schwierigkeiten, sondern Nachweispflichten und fehlende Kapazitäten, also der administrative Aufwand.
Zielmärkte
Wichtigste Abnehmerbranchen bleiben der Maschinen- und Anlagenbau mit 60 Prozent der Nennungen und die Sensorik und Messtechnik selbst mit 52 Prozent, gefolgt von der Automobilindustrie mit 26 Prozent sowie der Elektronikindustrie und der Luft- und Raumfahrt mit je 17 Prozent.
„Nach einem außergewöhnlich starken Jahresauftakt normalisiert sich die Auftragsdynamik", sagt Philipp Gutmann, Geschäftsführer des AMA Verbandes. „Das Umsatzniveau bleibt deutlich über dem Vorjahr, und unsere Unternehmen planen mit weiterem Wachstum. Das ist im aktuellen Umfeld eine gute Nachricht. Gleichzeitig zeigt die Umfrage sehr genau, wo Unterstützung gebraucht wird. Beim Cyber Resilience Act sind es die Dokumentations- und Nachweispflichten, nicht die Technik, die unsere Mitglieder beschäftigen."