Schraubmontage – mit
wenig Aufwand Risiken minimieren

Schraubmontage – mit wenig Aufwand Risiken minimieren
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Schraubmontage – mit wenig Aufwand Risiken minimieren.
Archiv | 27.04.2020 | Dass es gefährlich werden kann, wenn Schraubverbindungen versagen, ist allgemein bekannt. Dass man sich aber selbst in der Industrie vielerorts über die verschiedenen Ursachen von Versagen nicht bewusst ist, erstaunt.

Die Schraubtechnik gilt immer noch als einfache Disziplin, die kaum Qualifikation erfordert. Ein Irrtum, der immer wieder bestätigt wird von Produktrückrufen, Unfällen oder Ausfällen von Anlagen mit weitreichenden Auswirkungen. International anerkannte Normen und Richtlinien sollten deswegen ernst genommen werden. Deren Standards sind nützliche Hilfestellungen für produzierende Unternehmen. Sie weisen auf sämtliche Faktoren hin, die Schraubverbindungen beeinflussen können.

 

Insbesondere bei der Prozessprüfung wiegen sich viele Hersteller in vermeintlicher Sicherheit. Dabei müssten sie gesetzlich garantieren, dass die Anwendung ihrer Produkte weder Personen noch Anlagen oder die Umwelt schädigt. Schraubverbindungen mit dem geeigneten Werkzeug zu prüfen und zu dokumentieren ist keine Hexerei. Brütsch/Rüegger Tools unterstützt ihre Kunden bei der Einführung definierter Verfahren. Das Ziel dabei: Die Prüfprozesse schlank zu halten.

 

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Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Eine alltägliche Situation: Beim Entpacken einer Maschine entdeckt ein Endkunde (fehlerhaft montierte) Schrauben, die sich beim Transport gelöst haben. Fehlleistungskosten wie Produktionsausfälle und kostspielige Einsätze von Servicetechnikern entstehen für ihn und den Baugruppenzulieferer. Mensch, Werkzeug, Material, Methode und Umfeld: das sind die Faktoren, die Schraubverbindungen beeinflussen. Fälschlicherweise wird der Fokus oft nur auf die Werkzeugprüfung gelegt. Dabei leiden Schraubverbindungen auch unter Bauteiltoleranzen, schwankenden Reibwerten oder Einflüssen durch das Montagepersonal. Stichprobenartige Prüfungen nach dem Verschrauben, z.B. mittels des Weiterzugsverfahrens, bieten Sicherheit.

 

Wer langfristig denkt, schützt sich

Hersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, nach aktuellem Stand der Technik zu produzieren – und demzufolge auch zu verschrauben. Gleichzeitig erwarten immer mehr Kunden, dass ihre gekauften Produkte nach offiziellen Vorgaben montiert wurden. Mehr noch: Sie verlangen die spezifische Dokumentation der Montage- und Prüfarbeitsschritte. Zumindest jener Schraubverbindungen, die funktions- und sicherheitskritisch sind. Einige Betriebe packen die Chance und sichern sich ab. Dokumentierte Montageprozesse zählen bei Haftungsfragen als wichtige Beweise. Wirtschaftliche Einbussen aufgrund Rücksendungen, Reklamationen oder rufschädigenden Klagen werden dadurch verhindert.

 

Rückverfolgbarkeit = Wettbewerbsvorteil

Für KMU bedeuten standardisierte Prüfprozesse für Schraubverbindungen einen geringen Zusatzaufwand. Doch langfristig führt eine sinnvolle Qualitätsstrategie zu Kosteneinsparungen. Ausreichend dokumentierte und digitalisierte Schraubprozesse werden bald unerlässlich sein, egal ob seitens Maschinenhersteller, Systemlieferant oder Lohnfertiger. Entsprechen Produkte den anerkannten Richtlinien und sind nachweisbar sicher, funktioniert das darüber hinaus als international gültiges Qualitätssiegel. Und resultiert in einem klaren Wettbewerbsvorteil. Letztendlich sind digitale Montageprozesse – möglichst optimiert nach den LEAN-Prinzipien – wichtige Bausteine der Industrie 4.0.

 

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