Rückblick 2021: Roboter sind immer und überall

» Beitrag melden

Ob Drohnen, Gadgets oder Elektromobilität,
die Energieversorgung blieb ein großes Thema

Rückblick 2021: Roboter sind immer und überall
Grossansicht Bild
Robo-Begeisterung: "DAL-e" verkauft Autos (Foto: hyundai.com)
Archiv | 31.12.2021 | Roboter dringen zunehmend in den Alltag ein: Die aktuelle Forschung lässt erahnen, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten wird, wenn Roboter und Drohnen immer mehr Aufgaben sinnvoll übernehmen können. Das hängt mit Fortschritten in Sachen Künstlicher Intelligenz (KI) zusammen, die auch neue kreative Möglichkeiten schaffen. Alle Maschinen und Gadgets brauchen allerdings auch Strom. Wie sich dieser erzeugen, speichern und verteilen lässt, war daher auch 2021 ein wichtiges Thema für Forschung und Wirtschaft.

Robotik für alle Fälle


Ob Desinfektionsroboter für den Kampf gegen die COVID-19-Pandemie, amüsante Katzenschwanz-Kissen, Lernroboter oder verschiedene Anwendungen in der Landwirtschaft: Schon die digitale CES zu Jahresbeginn hat unterstrichen, in wie vielen Lebensbereichen Robotik mittlerweile Einzug gehalten hat. Und es werden immer mehr. So setzt Hyundai auf den Robo-Autoverkäufer "DAL-e", während in Singapur inzwischen Roboter unterwegs sind, um Rowdies und Raucher zu rügen.


Freilich ginge all das nicht ohne Forschung, die Robotern neue Möglichkeiten eröffnet und die ging 2021 ungebrochen weiter. Für den Pflege- und Assistenzbereich arbeiteten Forscher beispielsweise an Robotern, die dank Drucksensoren gefühlvoll zugreifen können oder solchen, die beim Anziehen helfen. Norwegische Forscher lehrten Robo-Vierbeinern, draußen ihren Gang gekonnt an den jeweiligen Untergrund anzupassen, während die University of Cincinnati Robotern beibrachte, Türen zu öffnen und sich bei Bedarf selbst eine Steckdose zu suchen.


Nützlich abgehoben


Eine wachsende Bedeutung kommt insbesondere auch fliegenden Drohnen zu. Oft geht es darum, sinnvoll aus der Luft größere Gebiete abzudecken, etwa auf der Suche nach verwaisten Bohrlöchern oder im Fall der katalanischen "SniffDrone" nach den Quellen von üblem Gestank. Bei der Gleisprüfungsdrohne von Nordic Unmanned allerdings ist das Fliegen vor allem eine praktische Methode, die Arbeit angesichts herannahender Züge zu unterbrechen.


Der Göteborger Hersteller Everdrone indes setzt auf seine Fluggeräte, um im Notfall schnell Defibrillatoren zu Patienten zu bringen. Kompakte, besonders leichte Drohnen wiederum sollen angesichts des weltweiten Insektensterbens als Bestäuber zum Einsatz kommen. Allerdings machen Drohnen auch Probleme: Sie sind ein potenzielles Risiko für die Flugsicherheit. Die Universität Cambridge arbeitet daher an einem System, das Drohnenangriffe auf Flughäfen vorhersagt.


Intelligente Lösungen


Eben solche Systeme wären freilich nicht möglich, wenn Computersysteme nicht immer intelligenter würden. Moderne KI-Methoden lassen beispielsweise auch darauf hoffen, dass autonome Autos vorausschauen, wie Menschen denken. Die US-Uni Notre Dame indes arbeitet daran, mithilfe von KI antike Texte zu erfassen, während IBM ein Programm übersetzen lässt - allerdings nicht Sprachen, sondern Programmiersprachen.


Auch die Unterhaltungsbranche kommt an KI nicht mehr vorbei und könnte damit sogar neue Wege gegen. So haben Forscher gezeigt, dass ihre KI-generierten Kino-Trailer beim Publikum sogar besser ankommen als auf normalem Weg erstellt. Die KI "LyricJam" wiederum schreibt passende Songtexte zu Musik. Doch KI kann auch im Kampf gegen moderne Risiken wie Online-Spionage zum Einsatz kommen: "WE-FORGE" fälscht wichtige Dokumente, damit Datenräuber nicht wissen, ob ihre Beute wirklich taugt.


Schutz digital und real


Generell wird mit der zunehmenden Digitalisierung auch Cyber-Sicherheit weiter immer wichtiger. Forscher arbeiten daher etwa an neuen Zufallszahlengeneratoren, um das Online-Banking sicherer zu machen. Besonders für Unternehmen ist moderner Ransomware-Schutz mittlerweile wichtiger als klassischer Virenschutz. Der war 2021 dafür weiterhin in der realen Welt ein großes COVID-Thema. Auf diesen Zug ist sogar der für Gaming-Zubehör bekannte Hersteller Razr mit einer futuristischen Schutzmaske aufgesprungen.


Apropos Gaming: Rechtzeitg zu Weihnachten hätte sich eigentlich zeigen sollen, wie gut Linux als Plattform taugt. Denn das mit der Linux-Variante SteamOS laufende Gaming-Handheld "Steam Deck" war für Dezember angekündigt. Allerdings hat Valve den Launch mittlerweile auf Februar 2022 verschoben. Immerhin gibt es damit aber einen Starttermin, während Xiaomis spektakuläres Smartphone-Design mit Display über alle vier Kanten nach wie vor nur ein Konzept ist.


Mehr Strom für alle


Egal, ob Gadget, Notebook, E-Auto oder Drohne: Allen ist gemein, dass sie Strom brauchen, der auch erzeugt und gespeichert werden muss. Ein Festkörper-Akku kalifornischer Forscher lässt da dank zehnfacher Energiedichte auf entsprechend mehr Kapazität und somit Laufzeit hoffen, während Blei-Anoden laut Argonne National Laboratory die Lithium-Ionen-Akkus günstiger machen können. Gegen die Brandgefahr dieser alltäglichen Akkus könnte eine Sperrschicht von Materialwissenschaftlern der Nanyang Technological University helfen.


Was die Stromerzeugung betrifft, standen indes Ansätze für effektive Erneuerbare im Vordergrund. So haben Forscher ermittelt, dass vertikale Windgeneratoren in Offshore-Anlagen mehr Strom liefern würden. Mit Hochdruck arbeitet die Forschung rund um die Welt auch an neuen Solarzellen, wobei Perowskit-Materialien ein großer Hoffnungsträger sind. Speziell für die Elektromobilität ist auch wichtig, wo man tanken kann - sodass es ein durchaus wichtiger Schritt ist, dass Tesla nun in Europa das Aufladen fremder Fahrzeuge an den eigenen Zapfsäulen testet.


3D-Druck, Hilfsmittel und Co


Freilich gibt es ein schier unüberschaubares Spektrum an Technologiefeldern. So wird 3D-Druck immer alltäglicher, weshalb Forscher nun Ideen ersinnen, gerade in kritischen Anwendungsbereichen wie Luft- und Raumfahrt potenziell lebensgefährliche Druckfehler zu verhindern. Fortschritte bei Sensorik und Mensch-Maschine-Interfaces lassen auf zumindest rudimentäre bionische Augen hoffen, während neue Antriebskonzepte Rollstühle gelenkschonender machen. Und auch alle anderen können mithilfe von Technologie auf teils unerwartete Art gesünder leben, denn gepulstes UV-Licht macht Eier, die später auf dem Teller landen, ganz ohne harte Chemie erregerfrei. (pte)


Fragen und Kommentare (0)