Die dialoggeführten Softwarelösungen unterstützen Anwender bei der Programmierung und Ausführung verschiedener Verzahnungsverfahren und erleichtern so den Einstieg in die wirtschaftliche Verzahnungsbearbeitung ohne Sondermaschinen. Vor allem Job Shops und mittelständische Lohnfertiger können dadurch neue Möglichkeiten für sich erschließen, ohne Verzahnungsaufträge an externe Spezialbetriebe weiterreichen zu müssen. Das senkt internen Schnittstellenaufwand, verkürzt Durchlaufzeiten, reduziert Kosten und sorgt für kürzere Lieferfristen. Der Nutzen liegt aber nicht allein in der zusätzlichen Wertschöpfung. Zudem erweitern sich die Möglichkeiten der Komplettbearbeitung: Drehen, Fräsen, Verzahnen und Messen lassen sich noch stärker zu einer durchgängige Prozesskette integrieren. Überdies kann die Komplettbearbeitung die Tür zur Standardautomation öffnen und den Weg zu höheren Nutzungsquoten der Maschinen ebnen.


Mit der Software gearMILL und weiteren exklusiven Technologiezyklen bietet DMG MORI ein durchgängiges Portfolio für die professionelle Verzahnung auf 5-Achs- und Turn-Mill-Zentren.
DMG MORI gearMILL: Verzahnung auch mit Standardwerkzeugen
DMG MORI gearMILL ist dabei kein Technologiezyklus im eigentlichen Sinne, sondern eine Software zur Herstellung komplexer Verzahnungsgeometrien, mit der individuelle Profil- und Flankenmodifikationen sehr einfach realisiert werden können. Damit lassen sich auch Tragbilder und kundenspezifische Anforderungen leicht anpassen. Durch das integrierte CAM-Modul wird anschließend eine effektive Programmierung unter Verwendung von Standardwerkzeugen sichergestellt. Die erreichbare Verzahnungsqualität liegt hier bei = 5 nach DIN/ISO, was die Anforderungen für Prototypen, Ersatzteile und Kleinserien in vielen Branchen erfüllt.
Technologiezyklen für wiederkehrende Verzahnungsaufgaben
Sobald definierte Verzahnungsgeometrien regelmäßig anfallen, lohnt der Schritt zu verfahrensspezifischen Zyklen. gearSKIVING 2.0 (Wälzschälen) ist bis zu achtmal schneller als konventionelles Wälzstoßen und ermöglicht Innen- und Außenverzahnungen bis Modul 11 bei Qualität = 7. Auf Dreh-Fräszentren der NTX und CTX TC Baureihe gilt das auch für Pfeilverzahnungen mit Zahnversatz. gearHOBBING deckt das Wälzfräsen von Stirn- und Schrägstirnrädern ab. gearBROACHING ist für das lageorientierte Stoßen von Innen- und Außenverzahnungen bis Modul 4 konzipiert.gearSHAPING unterstützt die Herstellung von Innen- oder Außenverzahnungen mit Wälzstoßen. Alle Zyklen sind als reine Softwarelösung in Neu- und Bestandsmaschinen nachrüstbar.
Integriertes Messen: 40 Prozent weniger Prozessschritte
Ein zentraler Produktivitätshebel ist die optische Vermessung per Laserscanner für Verzahnungen direkt im Bearbeitungsprozess. Mit 70.000 Abtastpunkten pro Sekunde und mehr als 80 Prozent der Messpunkte innerhalb von ±2 µm erreicht die Lösung die Genauigkeit einer externen Koordinatenmessmaschine. Gegenüber dem konventionellen Ablauf mit separatem Mess- und Umspannschritt reduziert sich die Prozessschrittanzahl von zehn auf sechs, die Gesamtprozesszeit sinkt um mehr als 50 Prozent. Bearbeitung und Messung erfolgen in einer Aufspannung. Korrekturwerte fließen somit unmittelbar zurück, was insbesondere bei größeren Bauteilen qualitätstechnisch und logistisch Vorteile bietet.
Komplettbearbeitung in einer Aufspannung
Drehen, Fräsen, Verzahnen und Messen lassen sich auf Dreh-Fräszentren von DMG MORI in einer einzigen Aufspannung abbilden. Die CTX TC und NTX Baureihe ermöglicht darüber hinaus die 6-seitige Komplettbearbeitung ohne manuelles Umspannen. Das wiederum schafft optimale Voraussetzungen für den kosteneffektiven Einsatz von Standard-Automationslösungen wie dem Robo2Go. Auch kleine und mittlere Dienstleistungsbetriebe können somit von kürzeren Durchlaufzeiten, weniger innerbetrieblichem Transport und einem planbaren Fertigungsfluss profitieren, ohne an Flexibilität im Tagesgeschäft einzubüßen.
Modulare Roadmap für den Mittelstand
DMG MORI positioniert Universalverzahnung als praxisnahen Einstieg in die Machining Transformation (MX) – besonders für kleine und mittlere CNC-Betriebe, die ihr Leistungsspektrum mit vorhandenen Maschinen gezielt erweitern möchten. Empfohlen wird eine zweistufige Vorgehensweise: Im ersten Schritt erschließt DMG MORI gearMILL den Anwendern neue Auftragsfelder für Prototypen, Ersatzteile und Kleinserien, ohne dass dafür spezielle Verzahnungsmaschinen oder Sonderwerkzeuge erforderlich sind. Im zweiten Schritt lassen sich verfahrensspezifische Zyklen, Automationslösungen und Digitalisierungsbausteine ergänzen, sobald Verzahnungsaufgaben regelmäßig anfallen oder mittlere Losgrößen wirtschaftlich umgesetzt werden sollen. Alle DMG MORI Technologiezyklen sind als Softwarelösung nachrüstbar und damit auch für Bestandsmaschinen investitionsschonend zugänglich.