PMI: Wachstumsverlangsamung

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Terrain eingebüsst, aber nach wie vor
deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle

PMI: Wachstumsverlangsamung
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Archiv | 03.11.2018 | Im Oktober gab der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) 2.3 Punkte nach und schloss auf einem Stand von 57.4 Zählern (vgl. Abb. 1). Damit verlor er auch im Berichtsmonat an Terrain, wenn auch zumindest weniger stark als noch im Vormonat (–5.1 Punkte). Zudem notiert der Industrie-PMI nach wie vor deutlich in der Wachstumszone, was auf eine Fortsetzung der Expansion in der Schweizer Industrie hindeutet – wenn auch mit geringerer Dynamik.

Offenbar kann sich die Schweizer Wirtschaft der derzeit zu beobachtenden globalen Verlangsamung nicht entziehen. Wir gehen denn auch davon aus, dass das – beinahe boomhafte – Wachstumstempo von Anfang 2018 in den kommenden Monaten nicht mehr erreicht werden wird.

 

Schwächere Produktionsdynamik

 

Die Produktion hat jüngst deutlich an Dynamik eingebüsst: Die entsprechende Subkomponente gab im Oktober abermals nach und notierte auf 54.1 Punkten (vgl. Abb. 2). Dies ist der tiefste Stand seit Mai 2017. Er liegt zudem unter den Boom-Werten, die vor wenigen Monaten verzeichnet wurden.

 

Getrübter Ausblick


Der Ausblick hat sich insgesamt eingetrübt, wie der Blick auf die übrigen Subkomponenten zeigt. Zwar hat sich der Auftragsbestand im Oktober stabilisiert, die entsprechende Subkomponente liegt aber nur noch vergleichsweise wenig über der Wachstumsschwelle. Eine rasche Ausweitung der Produktion ist somit angesichts der dünneren Auftragsbücher nicht zu erwarten.


Zudem haben sowohl die Bestände der Verkaufslager als auch diejenigen der Einkaufslager zugenommen – beides Indizien für eine schwache Nachfrage, nahmen doch gleichzeitig die Produktions- und die Einkaufsdynamik ab. Auf weniger Optimismus deutet auch die Verlangsamung der Personalaufstockung hin; die Subkomponente «Beschäftigung» gab oberhalb der Wachstumsschwelle deutlich nach. Demgegenüber nahmen die Lieferfristen im Oktober wieder beschleunigt zu, was eigentlich ein Zeichen für eine hohe Kapazitätsauslastung ist.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.

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