PMI: Wachstum in der
Schweizer Industrie kommt zum Halt

PMI: Wachstum in der Schweizer Industrie kommt zum Halt
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Archiv | 04.05.2019 | Nachdem der procure.ch Purchasing Manager’s Index (PMI) bereits im März um 5.1 Punkte nachgab, büsste er im April nochmals 1.8 Punkte ein und schloss mit 48.5 Zählern unterhalb der Wachstumsschwelle. Unter 50 Punkte sank der PMI das letzte Mal zu Beginn des Jahres 2015.

Wie vor gut vier Jahren deutet auch Anfang 2019 vieles darauf hin, dass die Ursachen in Europa zu finden sind. Allerdings büsste die hiesige Industrie 2015 in erster Linie an preislicher Wettbewerbsfähigkeit ein, nachdem die Schweizerische Nationalbank den EUR/CHF-Mindestkurs aufgehoben hat. Die aktuelle Nachfrageschwäche aus der Währungsunion ist hingegen weniger auf einen starken Franken zurückzuführen, sondern eher auf eine geringere Industrieaktivität in den wichtigsten Abnehmerländern Europas.

 

... bleibt aber zuversichtlich
Dass der Ursprung der aktuellen Industrieschwäche anderer Natur ist als damals, zeigt sich auch in den Subkomponenten. Im Jahr 2015 sank der Subindex der Produktion nur in einzelnen Monaten unter die Wachstumsschwelle, während aufgrund der verschärften Kostensituation eher Personal abgebaut wurde und die entsprechende Beschäftigungskomponente erst Mitte 2016 wieder in die Wachstumszone kletterte. Aktuell sieht das Bild anders aus: Seit zwei Monaten ist die Produktion rückläufig, während die Beschäftigungskomponente mit 52.9 Punkten aber weiterhin über den Werten aller anderen Subkomponenten liegt und im Vergleich zum März sogar wieder leicht zulegte (vgl. Abb. 2). Der Umstand, dass die Industrieunternehmen netto also weiterhin Personal einstellen und die Einkaufslagerbestände wieder ansteigen, deutet zudem darauf hin, dass nicht von einem anhaltenden Nachfrageeinbruch ausgegangen wird.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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