PMI: Trotz Erholungsboom
erst zögerlicher Personalaufbau

PMI: Trotz Erholungsboom erst zögerlicher Personalaufbau
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Archiv | 07.08.2021 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie war seit Beginn der Datenerhebung 1995 noch nie auf einem derart hohen Stand wie im Juli 2021. Die bisherige Rekordmarke von Mai dieses Jahres wurde leicht übertroffen. Mittlerweile verbessert sich auch die Arbeitsmarktlage, baut doch rund ein Drittel der Unternehmen den Personalbestand auf – die Erholung ist aber vergleichsweise verhalten. Weiterhin herrscht Knappheit, die Preise steigen verbreitet.

Der mehr auf den Binnenkonsum ausgerichtete Dienstleistungssektor hat im Juli indes etwas an Schwung eingebüsst. Der Dienstleistungs-PMI liegt aber weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle und deutet somit den sechsten Monat in Folge auf eine Erholung hin. Ein Fünftel der Dienstleistungsunternehmen stellt mehr Personal ein, nur 6% bauen Personal ab.

 

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie ist im Juli um 4.3 Punkte nach oben geklettert. Der aktuelle Wert von 71.1 Zählern ist der höchste seit Beginn der Erhebung im Januar 1995 (vgl. Abb. 1). Der bisherige Rekord von Mai dieses Jahres ist somit bereits wieder übertroffen. Zu verdanken ist diese positive Entwicklung einer markanten Steigerung der Produktion. Die entsprechende Subkomponente hat dank einem Anstieg um 8.8 Punkte mit 72.9 Zähler ebenfalls einen neuen Rekordstand erreicht. Konkret gaben 45% der Unternehmen an, dass sie mehr produzieren als im Vormonat, während bei nur 14% die Produktion geringer geworden ist.


Ebenfalls verbessert hat sich der Auftragsbestand, was eine rege Produktion in naher Zukunft erwarten lässt. Die Unternehmen haben zudem verbreitet eingekauft: Sowohl die Einkaufsmenge als auch die Einkaufslager wurden in der Summe erhöht bzw. aufgestockt. So notieren die Subkomponenten «Einkaufsmenge» und «Lager Einkauf» auf hohen 75.8 bzw. 56.5 Zählern. Dabei gestaltet sich die Einkaufslage nach wie vor schwierig: Sowohl die Lieferfristen als auch die Einkaufspreise nehmen ausserordentlich verbreitet zu – mehr als 80% der teilnehmenden Unternehmen melden jeweils eine Zunahme. Abgebaut wurden indes die Verkaufslager, was als Zeichen dafür gilt, dass die Nachfrage höher ist als die Produktion.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.

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