PMI: Steigende Einkaufspreise

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Rege Produktion und hoher Auftragsbestand

PMI: Steigende Einkaufspreise
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Archiv | 07.07.2018 | Im Juni notierte der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) auf einem Stand von 61.6 Zählern und damit leicht unter dem Wert des Vormonats (–0.8 Indexpunkte). Damit bewegt sich der PMI seit einem Jahr oberhalb von 60 Punkten (vgl. Abb. 1). Diese Marke wurde in der Vergangenheit jeweils nur in Boomzeiten überschritten und liegt deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Industriekonjunktur ist demnach hierzulande nach wie vor überdurchschnittlich dynamisch.

Sowohl die Produktion als auch der Auftragsbestand fielen im Juni höher aus als im Mai. Die entsprechenden Subkomponenten kletterten im Berichtsmonat nach oben, auf Stände von 60.6 Punkten (Produktion) bzw. 59.9 (Auftragsbestand). Die Beschäftigungskomponente konnte den Rekordstand vom Vormonat nicht ganz halten, mit 61.2 Punkten liegt sie aber nach wie vor weit oben in der Wachstumszone – Spiegelbild eines überdurchschnittlich starken Personalaufbaus. Auch die Lieferfristen nehmen nach wie vor zu, wenn auch etwas weniger stark als noch im Vormonat. Die Lagerbestände wiederum wurden im Juni abgebaut (Fertigprodukte) bzw. weniger stark aufgebaut (Vorprodukte). Eine solche Lagerentwicklung deutet auf eine rege Nachfrage hin. Alles in allem zeichnen die Subkomponenten das Bild eines breit abgestützten Industrieaufschwungs.


Steigende Einkaufspreise
Die Subkomponente «Einkaufspreise» notierte mit 71.7 Punkten wieder nahe ihrem historischen Höchststand von Anfang Jahr. Nur in vereinzelten Monaten in den Jahren 2004 und 2006 (Boom und global steigende Rohstoffpreise) notierte diese Subkomponente noch höher. Dieser Wert ist umso erstaunlicher, als der Franken im Juni handelsgewichtet aufgewertet hat und der Wechselkurs somit sogar eher preissenkend gewirkt haben sollte. Gleiches gilt für die Entwicklung der meisten global gehandelten Rohstoffe (ausser Erdöl, welches in den USA gehandelt wird, «WTI»), deren Preise gegenüber dem Vormonat eher gesunken sind. Die Preiserhöhungen sind demnach vor allem einer höheren Preissetzungsmacht zu verdanken.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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