PMI: Schwungverlust hält sich in Grenzen

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Hohes Tempo von Anfang 2018
konnte nicht gehalten werden

PMI: Schwungverlust hält sich in Grenzen
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Archiv | 12.01.2019 | Im Dezember notierte der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) auf einem Stand von 57.8 Zählern und damit den zweiten Monat in Folge praktisch auf dem Wert des Vormonats (+0.1 Punkt, vgl. Abb. 1). 2018 lag der PMI im Durchschnitt bei 61.5 Punkten. Ein höherer Jahresdurchschnitt wurde nur in den Jahren 2010, 2007 und 2006 sowie 2000 verzeichnet – allesamt Boomjahre. Allerdings hat der PMI im Verlauf des vergangenen Jahres sukzessive an Terrain eingebüsst, und insbesondere im 3. Quartal 2018 war ein markantes Absinken zu verzeichnen.

Hohes Tempo von Anfang 2018 konnte nicht gehalten werden Immerhin hat sich der PMI seit Oktober auf dem aktuellen Wert stabilisiert, der nicht nur deutlich in der Wachstumszone, sondern auch über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Offenbar konnte die Schweizer Industrie zwar das hohe Tempo des Jahresbeginns nicht halten, die derzeitige konjunkturelle Lage ist aber immer noch eindeutig positiv. Wir gehen entsprechend davon aus, dass das Wirtschaftswachstum hierzulande dieses Jahr schwächer ausfallen wird als 2018, es sollte aber weiterhin solide bleiben (BIP-Prognose der Credit Suisse: 2.7% 2018 und 1.7% 2019).


Auftragsbücher sind weniger gut gefüllt
Die Auftragsbücher sind nicht mehr derart prall gefüllt wie zu Beginn des vergangenen Jahres. Mit 55 Punkten notiert die entsprechende Subkomponente zwar weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle (vgl. Abb. 2), aber deutlich unter dem Langzeithoch von Januar 2018 – auch dies lässt eine etwas langsamere Gangart in den kommenden Monaten erwarten. Auch die Produktion war im Dezember 2018 zwar nach wie vor rege, aber weniger dynamisch als im Dezember 2017. Deutlich kürzer sind auch die Lieferfristen, was aber nicht nur einer schwächeren Nachfrage, sondern auch den erweiterten Kapazitäten zu verdanken sein dürfte. Nur wenig anders als vor einem Jahr präsentiert sich demgegenüber die Arbeitsmarktlage – nach wie vor wird Personal eingestellt. Ruhiger ist hingegen die Lage an der Preisfront: War der Preisanstieg vor einem Jahr noch rekordhoch, steigen die Preise mittlerweile deutlich weniger stark.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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