PMI: Schweizer Industrie schrumpft nicht mehr

PMI: Schweizer Industrie schrumpft nicht mehr
Grossansicht Bild
Archiv | 11.01.2020 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) schloss im Dezember ziemlich genau auf der Wachstumsschwelle von 50 Punkten (Indexstand: 50.2 Zähler). Zuvor lag er während acht Monaten unter dieser Schwelle. Gleichzeitig nahm der Auftragsbestand erstmals seit März 2019 wieder zu. Der PMI Dienstleistungen gab abermals nach, doch er verharrte in der Wachstumszone, wenn auch nur knapp.

Im Dezember notierte der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) auf einem Stand von 50.2 Zählern und damit den dritten Monat in Folge nahe der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, jedoch erstmals seit März 2019 wieder darüber. Im Vergleich zum Vormonat kletterte der PMI 1.4 Punkte nach oben.

 

2019 war für die Industrie ähnlich schwierig wie 2015
2019 lag der PMI im Durchschnitt bei 49.1 Punkten und damit ähnlich tief wie im Jahr der Wechselkursaufwertung 2015 (Durchschnitt: 49.0 Punkte) aber deutlich höher als während der globalen Rezession nach der Finanzkrise (Durchschnitt 2009: 44.4 Punkte). Markant war 2019 vor allem der Taucher im August, als der PMI auf den tiefsten Wert seit Juli 2009 sank – Spiegelbild eines äusserst schwierigen Jahres für die Schweizer Industrie. Die schwache Nachfrage im Ausland – allen voran im Haupthandelspartner Deutschland -, die politischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelskrieg und Brexit und der nach wie vor überbewertete Franken gegenüber dem Euro forderten ihren Tribut. In diesem Kontext ist die jüngste Stabilisierung der Industriekonjunktur positiv zu bewerten.

 

Dickere Auftragsbücher
Erfreulich stimmt vor allem der wieder höhere Auftragsbestand. Die entsprechende Subkomponente erreichte im Dezember dank einem Anstieg um 5.6 Punkte wieder die Wachstumszone und lag mit einem Stand von 52.7 Punkten auf dem höchsten Wert seit Februar 2019. Dickere Auftragsbücher lassen höhere Produktionssteigerungen in den kommenden Monaten erwarten. Mehr produziert als im Vormonat wurde bereits im Berichtsmonat, die Subkomponente “Produktion” kam auf 51.4 Zählern zu liegen. Trotz höherer Produktionsvolumen nahmen sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufslagerbestände beschleunigt ab, was darauf schliessen lässt, dass die Nachfrage grösser war als erwartet. Dies drückt sich auch darin aus, dass die Lieferfristen nicht mehr ganz so stark abnahmen wie noch in den Vormonaten. Wehrmutstropfen der Dezember-Umfrage ist der leichte Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie. Die Subkomponente “Beschäftigung” rutschte unter die Wachstumsschwelle, wenn auch vergleichsweise wenig.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


Fragen und Kommentare (0)