PMI: Schweizer Industrie kann die Dynamik halten

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Hoher Schweizer PMI im europäischen Vergleich

PMI: Schweizer Industrie kann die Dynamik halten
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Archiv | 08.12.2018 | Im November notierte der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) auf einem Stand von 57.7 Zählern und damit praktisch auf dem Wert des Vormonats (+0.2 Indexpunkte). Offensichtlich konnte der Abwärtstrend des PMI der vergangenen zwei Monate gestoppt werden (vgl. Abb. 1). Der PMI für die Industrie liegt nach wie vor nicht nur weit in der Wachstumszone, sondern auch über seinem langfristigen Durchschnitt von 55 Punkten, und ist damit das Spiegelbild einer immer noch vergleichbar robusten Industriekonjunktur.

Sinkende Industrie-PMI sind seit mehreren Monaten ein beinahe globales Phänomen. Auffällig ist, dass der Schweizer PMI seit April dieses Jahres deutlich höher notiert als seine Pendants in Deutschland oder der gesamten Eurozone (vgl. Abb. 2). Dieser Befund hält auch dann noch Stand, wenn die generell höhere Schwankungsbreite des Schweizer PMI berücksichtig wird (welche wohl der geringen Landesgrösse geschuldet ist).


Die Gründe für diese Entwicklung sind mannigfaltig: Erstens bremsen insbesondere in Deutschland teilweise temporäre Probleme in der Autoindustrie die Konjunktur und wirken sich die Streiks in Frankreich sowie die Unsicherheiten in Italien ebenfalls negativ auf die EU-Dynamik aus. Zweitens erntet die Schweizer Industrie die Früchte der Massnahmen, die nach der abrupten CHF-Aufwertung 2015 zusätzlich ergriffen wurden. Und drittens war die Dynamik in der Schweiz in den Jahren der Anpassung an diese Aufwertung geringer, weshalb gewisses Aufholpotential besteht.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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