PMI: Rückschlag zum Jahresende

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Beschäftigung unter Druck

PMI: Rückschlag zum Jahresende
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10.01.2026 | Der procure.ch Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel im Dezember um 3,9 auf 45,8 Punkte, den tiefsten Wert seitder Ankündigung der US-Zölle.

Der Dienstleistungs-PMI schliesst dank eines Anstiegs um 6,9 auf 52,1 Punkte das Jahr oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten ab.

 

Der Gegenwind für die Industrie durch den Protektionismus flaute im Dezember weiter ab.

 

 

Der procure.ch Einkaufsmanagerindex (PMI) notierte im Dezember 3,9 Punkte tiefer bei 45,8 Punkten und liegt somit seit genau drei Jahren unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die seit Januar 2023 anhaltende Durststrecke konnte trotz zwischenzeitlicher Erholungen im August 2024 (49,3 Punkte), Februar 2025 (49,6 Punkte) und November 2025 (49,7 Punkte) nie vollständig überwunden werden – der Sprung über die 50-Punkte-Marke blieb jeweils aus. Der PMI deutet auf eine anhaltend angespannte Situation in der Industrie hin.

 

Der Abbau der Auftragsbestände hat sich im Dezember gegenüber dem Vormonat nochmals akzentuiert; die entsprechende Komponente sank um 7,1 auf 41,1 Punkte. Auch die Produktionskomponente entwickelte sich rückläufig und fiel von 47,9 auf 45,8 Punkte. Die eingetrübte Stimmung spiegelt sich zudem in der Entwicklung der Beschäftigungskomponente wider, die mit einem Rückgang um 3,5 auf 46,4 Punkte auf eine schwache Arbeitskräftenachfrage in der Industrie hindeutet.


Die Einkaufsmengenkomponente setzte im Dezember ihren Rückgang fort und notierte neu unter 43 Punkten. Gleichzeitig dürften sich die Lieferfristen weiter verlängert haben; die entsprechende Komponente verharrte über 55 Punkten. Besonders betroffen waren elektronische Komponenten, die am häufigsten als Güter mit Rückständen genannt wurden. Auch die Komponenten der Lagerbestände im Ein- und Verkauf entwickelten sich mit neu 42,5 beziehungsweise 46,2 weiter rückläufig.

Konzept des PMI

Über 430 Einkaufsmanager liefern mit monatlichen Angaben die Basis zum Index: anhand eines standardisierten Online-Fragebogens, anonym und mittels qualitativer Einschätzung. Sie geben lediglich an, ob das Aktivitätsniveau verschiedener Kennzahlen höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Das Economic-Research-Team der UBS Switzerland AG analysiert und kommentiert anschliessend die aggregierten Antworten.


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