Der procure.ch Einkaufsmanagerindex (PMI) blieb im Juli den fünften Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, obwohl er um 1,1 Punkte auf 53,2 nachgab. Auf diesem Niveau deutet der Indikator auf eine anhaltende Expansion der Schweizer Industrie hin, trotz der geopolitischen Unsicherheiten in den letzten Monaten.
Einkaufspreise und Lieferfristen steigen
Obwohl die Produktionskomponente im Juli um 2,8 Punkte fiel, blieb sie mit 54,2 Punkten über der Wachstumsschwelle und trug wesentlich zur positiven Dynamik des Indikators bei. Die Auftragsbestandskomponente verharrte nahe bei 53 Punkten und deutet auf eine Erholung des Auftragsvolumens in den letzten Monaten hin, nach einer längeren Phase des Rückgangs. Wie in den letzten acht Monaten belastete die Beschäftigungskomponente den Indikator weiter und fiel um 1,3 Punkte auf 47,7.
Sowohl die Einkaufspreise als auch die Lieferfristen dürften im Juli weiter gestiegen sein, wobei die entsprechenden Komponenten um 1,4 und 2,0 Punkte auf erhöhte Niveaus von 74,2 und 62,9 zulegten. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar sind diese Komponenten um fast 20 bzw. fast 10 Punkte gestiegen, was die Belastung der globalen Lieferketten widerspiegeln dürfte. Dies deckt sich mit den Berichten der Einkaufsmanagerinnen und -manager über höhere Preise, insbesondere für erdölbasierte Produkte.
Konzept des PMI
Über 430 Einkaufsmanager liefern mit monatlichen Angaben die Basis zum Index: anhand eines standardisierten Online-Fragebogens, anonym und mittels qualitativer Einschätzung. Sie geben lediglich an, ob das Aktivitätsniveau verschiedener Kennzahlen höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Das Economic-Research-Team der UBS Switzerland AG analysiert und kommentiert anschliessend die aggregierten Antworten.