PMI: Normalisierung in der Industrie

PMI: Normalisierung in der Industrie
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Archiv | 06.10.2018 | Im September gab der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) 5.1 Punkte nach und schloss auf einem Stand von 59.7 Zählern. Damit notierte er zwar weiterhin deutlich in der Wachstumszone, aber auf dem tiefsten Stand seit Mai des vergangenen Jahres. Ein ähnlich starker Indexrückgang wurde zuletzt im März 2018 und im Juni 2016 verzeichnet.

Das Absinken des PMI ist auf einen markanten Rückgang der meisten Subkomponenten zurückzuführen. Nach wie vor schlossen aber alle oberhalb der Wachstumsschwelle. «Produktion» und «Auftragsbestand» gaben um 9 bzw. 11.8 Punkte nach. Beide Subkomponenten weisen im Monatsvergleich teilweise starke Schwankungen auf, weshalb der Rückgang nicht überinterpretiert werden sollte. So stieg die Subkomponente «Produktion» im Vormonat um ebenfalls 9 Punkte an und liegt dementsprechend wieder auf dem Wert von Juli. Auch die Subkomponente «Auftragsbestand» nahm in den Vormonaten markant zu, weshalb der September-Wert eher einer Normalisierung denn einer abrupten Trendwende entsprechen dürfte. Positiv zu werten ist der Anstieg der Subkomponente «Beschäftigung» – offenbar bauen die Unternehmen ihre Kapazitäten nach wie vor auf.

 

Verhältnismässig starker Lageraufbau im September

Etwas verschwommen ist das Bild, das die Indikatoren zur Lagerhaltung vermitteln, wobei einzelne Monatswerte angesichts der teilweise markanten Schwankungen auch hier nicht überinterpretiert werden sollten. Im September ist der Lagerbestand an Vorprodukten wieder verhältnismässig deutlich angestiegen. Der Bestand an Fertigprodukten hat sich sogar derart verbreitet erhöht, wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Mehrere Interpretationen sind für einen derartigen Lageranstieg möglich: Erstens, die Unternehmen rüsten sich für eine weitere Zunahme der Nachfrage. Zweitens, die Unternehmen erwarten, dass die Vorprodukte teurer werden und sie kaufen bzw. produzieren noch so viel wie möglich. Oder, drittens, die Nachfrage war schwächer als die Unternehmen eigentlich erwartet hatten. Die weniger dynamische Produktion und die dünneren Auftragsbücher im September sprechen für letztere Interpretation, die gleichzeitig nach wie vor steigende Einkaufsmenge und die weiterhin verbreitet steigenden Preise aber auch für die zweite.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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