PMI: Konjunktureinbruch gebremst

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Rückgang der Produktion abgeschwächt

PMI: Konjunktureinbruch gebremst
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Archiv | 06.06.2020 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie und den Dienstleistungssektor konnten sich im Mai von ihren Tiefstständen des Vormonats lösen – Zeichen dafür, dass die Lockerung des Lockdowns die wirtschaftliche Situation unmittelbar verbessert. Produktion und Geschäftstätigkeit nehmen aber weiterhin ab und die Auftragsbücher werden dünner. Positiv stimmt, dass dennoch nur rund ein Viertel der Befragten einen tieferen Personalbestand meldet.

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) ist im Mai 2020 wieder etwas angestiegen (vgl. Abb. 1). Mit 42.1 Zählern liegt er rund zwei Wochen nach der zweiten Lockerungsrunde des Lockdowns hierzulande (Umfrage vom 20. bis 26. Mai) aber immer noch unter dem Wert von März (43.7 Zähler), der unmittelbar nach Beginn des Lockdowns erhoben worden ist. Der Industrie-PMI notiert zudem immer noch weit unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

 

Am stärksten nach oben geklettert ist im Berichtsmonat die Subkomponente «Produktion» – nämlich um 10.9 Punkte –, nachdem sie im Vormonat noch auf einen historischen Tiefststand gesunken ist. Mit einem Stand von 39.3 Zählern weist die Subkomponente aber auf eine nach wie vor verbreitet rückläufige Produktion hin, wobei der Rückgang mittlerweile schwächer ist als im Tief der Finanzkrise um die Jahreswende 2008/2009. Ebenfalls weniger stark als im Vormonat und als in der Finanzkrise ist derzeit der Schwund des Auftragsbestands: Die entsprechende Subkomponente kletterte um 3.2 Punkte nach oben auf nunmehr 35 Zähler.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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