PMI: Jedes zweite Unternehmen passt Lieferkette an

PMI: Jedes zweite Unternehmen passt Lieferkette an
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Archiv | 04.09.2021 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie hat im August zwar leicht nachgegeben, die boomhafte Erholung der Schweizer Industrie dauert aber weiterhin an. Die Einkaufslage gestaltet sich nach wie vor schwierig, die Preise steigen aber nicht mehr ganz so verbreitet, und die Lieferketten werden nicht mehr dermassen länger wie im Vormonat. Gemäss den Antworten auf unsere Sonderfrage hat jedes zweite Unternehmen aufgrund der Coronakrise seine Lieferkette angepasst. Im Vordergrund stehen hierbei vermehrte Einkäufe in der Schweiz und Europa.

Die Erholung im mehr auf den Binnenkonsum ausgerichteten Dienstleistungssektor hat im August wie gehabt angedauert. Der Dienstleistungs-PMI liegt praktisch unverändert deutlich über der Wachstumsschwelle. Analog zur Industrie haben die Preissteigerungen den Höhepunkt überschritten.

 

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie hat im August um 3.3 Punkte nachgegeben und demnach den Rekordstand des Vormonats nicht zu halten vermocht. Mit 67.7 Zählern liegt der Industrie-PMI aber immer noch weit oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die boomhafte Erholung der Schweizer Industrie dauert folglich an. Ein gewisse Verlangsamung ist in der Produktion feststellbar: Die entsprechende Subkomponente ist um 9.8 Punkte gesunken – mit 63.2 Zählern notiert sie aber nach wie vor auf einem überdurchschnittlichen Stand. Gleichzeitig bleibt der Auftragsbestand hoch, wobei mittlerweile auch bei dieser Subkomponente kein Rekordstand mehr zu verzeichnen ist. Geringere Bestände in den Verkaufslagern deuten ebenfalls auf eine nach wie vor rege Nachfrage hin.


Verbessert haben sich derweil die Arbeitsmarktaussichten. Die Subkomponente Beschäftigung hat sogar höher als im Juli geschlossen. Nach wie vor ist der Personalaufbau im Vergleich zur Produktionserholung aber eher verhalten: Nur knapp ein Drittel der Unternehmen stellt netto mehr Personal an. Die Kapazitäten sind indes sehr gut ausgelastet, und die Einkaufslage gestaltet sich schwierig. Immerhin rapportieren aber etwas weniger Unternehmen längere Lieferfirsten und höhere Einkaufspreise – die entsprechenden Subkomponenten haben im August etwas nachgegeben. Zudem sind die Einkaufslager in der Tendenz aufgestockt worden.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.

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