Der procure.ch Einkaufsmanagerindex stieg im August um 3,9 Punkte auf 57,1. Der Indikator liegt nun seit sechs Monaten in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und deutet auf eine anhaltende Expansion im verarbeitenden Gewerbe in der Schweiz hin. Der August-Wert lag nur knapp unter den im Mai verzeichneten 57,3 Punkten und markierte damit den zweithöchsten Stand seit über drei Jahren.
Zunahme der Geschäftstätigkeit
Die Verbesserung war breit abgestützt. Die Produktionskomponente stieg um 5,6 Punkte auf 59,8, während die Komponente des Auftragsbestands um 4,2 Punkte auf 57,5 zulegte – der höchste Wert seit Oktober 2021 beziehungsweise der zweithöchste seit Juli 2022. Auch die Beschäftigungskomponente verbesserte sich: Sie stieg um 2,7 Punkte auf 50,4 und überschritt damit erstmals seit November 2025 wieder die Wachstumsschwelle.
Der Lagerabbau dürfte sich im August fortgesetzt haben, wenn auch langsamer als im Juli, da sowohl die Komponente für die Lagerbestände im Einkauf als auch im Verkauf zulegte, jedoch unter 50 Punkten blieb. Die Umfrage weist für August auf einen weiteren Anstieg der Einkaufspreise hin, allerdings in geringerem Tempo; die entsprechende Komponente sank um 4,9 Punkte auf 69,3. Die Teilnehmenden berichteten von höheren Preisen für Kunststoffe, Transportleistungen, elektronische Komponenten und Basismetalle und verwiesen dabei unter anderem auf die geopolitische Lage im Nahen Osten und den KI-Boom. Die Lieferfristen dürften im August weiter gestiegen sein; die entsprechende Komponente stieg um 4,0 Punkte auf 66,9. Die Umfrageteilnehmenden hoben insbesondere Verzögerungen bei elektronischen Komponenten, darunter Speicherchips, hervor.
Konzept des PMI
Über 430 Einkaufsmanager liefern mit monatlichen Angaben die Basis zum Index: anhand eines standardisierten Online-Fragebogens, anonym und mittels qualitativer Einschätzung. Sie geben lediglich an, ob das Aktivitätsniveau verschiedener Kennzahlen höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Das Economic-Research-Team der UBS Switzerland AG analysiert und kommentiert anschliessend die aggregierten Antworten.