PMI: Industrie- und
Dienstleistungs- PMI signalisieren Wachstum

PMI: Industrie- und Dienstleistungs- PMI signalisieren Wachstum
Grossansicht Bild
Archiv | 05.09.2020 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie liegt erstmals seit mehr als einem Jahr wieder über der Wachstumsschwelle. Der trotz reger Produktion höhere Auftragsbestand stimmt zudem zuversichtlich für die kommenden Monate. Derweil dauert der Personalabbau an. Der PMI für den Dienstleistungssektor hat sich im Vergleich zum Vormonat kaum verändert, die Erholung dauert entsprechend an. Weiterhin gehen aber auch im Dienstleistungssektor Stellen verloren.

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie ist im August über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten geklettert. Mit einem Wert von 51.8 Zählern liegt der Industrie-PMI zudem auf dem höchsten Wert seit 18 Monaten und erstmals seit März 2019 wieder in der Wachstumszone.

 

Produktion und Auftragsbestand nehmen zu

 

Wir haben wiederholt beschrieben, dass der Gesamt-PMI durch die Veränderung der Subkomponente «Lieferfristen» verzerrt wird. In normalen Zeiten sind längere Lieferzeiten ein positives Zeichen (bessere Kapazitätsauslastung), weshalb sie positiv in den Index einfliessen (Gewicht 20%). In Coronazeiten wurden sie aber bedingt durch Lieferunterbrüche länger. Nun haben sich die Lieferfristen normalisiert, die entsprechende Subkomponente notiert den dritten Monat in Folge bei rund 50 Punkten.


Dennoch lohnt sich der Blick auf die Subkomponente «Produktion», um das Ausmass des Einbruchs und der Erholung der Industrie im bisherigen Jahresverlaufs erfassen zu können (vgl. Abb. 2). Erfreulicherweise notiert diese Subkomponente nicht nur den zweiten Monat in Folge in der Wachstumszone, sondern auch auf dem höchsten Stand seit Ende 2018.


Die Erholungsdynamik sollte zudem noch eine Weile andauern. So hat der Auftragsbestand im August zum ersten Mal in diesem Jahr im Vergleich zum Vormonat wieder zugenommen. Die entsprechende Subkomponente notiert dank einem markanten Anstieg um 5.9 Zähler auf 53.7 deutlich in der Wachstumszone. Kaum Bewegung zeigten indes die Lagerbestände: Weder die Bestände in den Verkaufs- noch diejenigen in den Vorproduktelagern nahmen deutlich zu oder ab – beide Subkomponenten liegen bei rund 50 Punkten. Unveränderte Lagerbestände sind ein Zeichen dafür, dass das aktuelle Produktionsniveau der Nachfrage entspricht. Ebenfalls wenig verändert haben sich wie erwähnt die Lieferfristen, was darauf hindeutet, dass sich die Versorgungslage normalisiert hat.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


Fragen und Kommentare (0)