Der procure.ch Einkaufsmanagerindex (PMI) setzte im Mai seinen Aufwärtstrend fort und verbesserte sich um 2,8 auf 57,3 Punkte. Damit notiert er bereits den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Indikator liegt nun auf dem höchsten Stand seit über drei Jahren und trotzt damit der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten und am Ölmarkt.
Lieferfristen und Einkaufspreise ziehen weiter an
Die Komponenten Produktion und Auftragsbestand stiegen im Mai weiter an und notierten nun 5 beziehungsweise 3,3 Punkte höher bei 57,3 respektive 59,4. Für die Produktionskomponente ist dies der höchste Wert seit Juli 2022, für die Auftragsbestandskomponente sogar seit April 2022. Auch die Beschäftigungskomponente legte im Mai zu und deutet mit 49,9 Punkten auf eine stabile Beschäftigungssituation in der Industrie hin.
Sowohl die Einkaufspreise als auch die Lieferfristen dürften im Mai weiter angezogen haben. Die entsprechenden Komponenten notierten weiterhin bei rund 83 beziehungsweise 65 Punkten. Die befragten Industrieunternehmen meldeten insbesondere gestiegene Preise bei erdölbasierten Produkten wie Kunststoffen – bedingt durch die aktuelle geopolitische Lage im Nahen Osten. Aber auch elektronische Komponenten und Industriemetalle sind laut Umfrage teurer im Einkauf und teilweise nur mit Verzögerung erhältlich.
Konzept des PMI
Über 430 Einkaufsmanager liefern mit monatlichen Angaben die Basis zum Index: anhand eines standardisierten Online-Fragebogens, anonym und mittels qualitativer Einschätzung. Sie geben lediglich an, ob das Aktivitätsniveau verschiedener Kennzahlen höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Das Economic-Research-Team der UBS Switzerland AG analysiert und kommentiert anschliessend die aggregierten Antworten.