PMI: Höhenflug gebremst

PMI: Höhenflug gebremst
Grossansicht Bild
Archiv | 07.04.2018 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) gab im März deutlich nach. Er liegt aber immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle. Zudem wurde Personal aufgestockt, was die Nachhaltigkeit des Aufschwungs erhöht. Auch der Dienstleistungs-PMI hat nachgegeben, er verbleibt aber ebenfalls deutlich in der Wachstumszone.

Im März gab der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) 5.2 Punkte nach und schloss auf einem Stand von 60.3 Zählern. Damit notierte er zwar weiterhin deutlich in der Wachstumszone, aber auf dem tiefsten Stand seit Juli des vergangenen Jahres (vgl. Abb. 1). Ein ähnlich starker Indexrückgang wurde zuletzt im Juni 2016 verzeichnet. Generell fällt auf, dass der PMI im Frühling Ausreisser nach unten aufweist, die von der Saisonbereinigung nicht geglättet werden. Der einzelne Monatswert sollte daher nicht überinterpretiert werden.

 

Subkomponenten sinken innerhalb der Wachstumszone

Das Absinken des PMI ist auf einen markanten Rückgang der meisten Subkomponenten zurückzuführen. Nach wie vor schlossen aber alle oberhalb der Wachstumsschwelle. «Produktion» und «Auftragsbestand » gaben um 8 bzw. 8.3 Punkte nach. Der Subkomponentenstand von jeweils beinahe 60 Punkten liegt aber nach wie vor über dem jeweiligen langjährigen Durchschnitt. Ebenfalls weit in der Wachstumszone, wenn auch etwas tiefer als im Vormonat (–2.3 Punkte), notierte die Subkomponente «Lieferfristen» – die Kapazitäten waren demnach weiterhin gut ausgelastet. Gleichzeitig waren die Bestände sowohl der Einkaufs- als auch der Verkaufslager beinahe unverändert zum Vormonat, was ebenfalls darauf hindeutet, dass die Unternehmen nicht von einer Veränderung der Nachfrage überrascht wurden.

Konzept des PMI

Der schweizerische PMI existiert seit Januar 1995. Er ist ein Gemeinschaftswerk der CREDIT SUISSE und procure.ch. Das Konzept des PMI ist denkbar einfach und wird in den USA mit Erfolg seit über 50 Jahren angewandt. Jeden Monat werden über 200 Einkaufsmanager von Schweizer Industrieunternehmen (Produktion) über deren Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat befragt. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager müssen einschätzen, ob das Aktivitätsniveau «höher», «gleich» oder «tiefer» liegt als im vorhergehenden Monat.


Fragen und Kommentare (0)