PMI: Historisch starker Lageraufbau

» Beitrag melden

Subkomponente «Lager Einkauf» auf Rekordstand

PMI: Historisch starker Lageraufbau
Grossansicht Bild
Archiv | 04.12.2021 | Der procure.ch Purchasing Managers' Index (PMI) deutet nach wie vor auf eine boomhafte Erholung der Industrie hin, die Bremswirkung der Liefergeschwindigkeiten wird aber zunehmend sichtbar. So nimmt die Produktion trotz solidem Auftragsbestand nur noch wenig zu, und gleichzeitig stocken die Unternehmen die Lagerbestände auf. Rasche Entspannung ist nicht in Sicht. Auch der Dienstleistungs-PMI hat im November etwas nachgegeben. Die Geschäftstätigkeit, und damit das Pendant zur Produktion in der Industrie, hat zwar zugenommen, doch hat sich die Arbeitsmarktlage überraschend eingetrübt. Letzteres ist wohl den Unsicherheiten aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen geschuldet.

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) ist im November abermals gesunken (-2.9 Punkte), er liegt mit 62.5 Zählern aber nach wie vor deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Bremswirkung der Lieferschwierigkeiten wird zunehmend sichtbar. So hat die Produktion trotz nach wie vor gutem Auftragsbestand nur noch wenig zugenommen. Die entsprechende Subkomponente, welche die Breite der Produktionssteigerungen widerspiegelt, hat auf 52.5 Zähler nachgegeben und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erholung von den Produktionseinbrüchen im Frühling 2020. Derweil stocken die Unternehmen die Einkaufslager so verbreitet auf wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1995.

 

Preise steigen nach wie vor verbreitet
Angesichts der nach wie vor verbreitet steigenden Einkaufspreise und länger werdenden Lieferfristen dürfte sich die Einkaufslage nicht so rasch entspannen. Beide Subkomponenten der Umfrage haben im November nur unwesentlich nachgegeben. Wenig Veränderung ist auch in den Verkaufslagern auszumachen; diese sind den zweiten Monat in Folge aufgestockt worden, wenn auch vergleichsweise verhalten. Nahezu unverändert präsentiert sich auch die Entwicklung der Arbeitsmarktlage – rund ein Viertel der Unternehmen stellt mehr Personal ein, während die grosse Mehrheit ihren Personalbestand unverändert belässt.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


Fragen und Kommentare (0)