PMI: Gemischter Start ins neue Jahr

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Produktion und Auftragsbestand
tiefer aber mehr Personal eingestellt

PMI: Gemischter Start ins neue Jahr
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Archiv | 08.02.2020 | Im Januar 2020 hat der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) auf einem Stand von 47.8 Zählern und damit einen Punkt tiefer als im Dezember 2019 notiert (vgl. Abb. 1). Beim Vergleich mit dem Vormonat gilt es zu beachten, dass zu Jahresbeginn die Saisonbereinigungsfaktoren neu berechnet werden, weshalb die Zeitreihe leicht revidiert worden ist.

Im Januar ist die Produktion etwas gedrosselt worden, die entsprechende Subkomponente ist unterhalb der Wachstumszone um 2.2 Punkte auf 46.5 Zähler gesunken. Gleichzeitig sind die Auftragsbücher wieder dünner geworden: Die Subkomponente «Auftragsbestand » ist im Berichtsmonat unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gerutscht und signalisiert mit 46.5 Zählern einen geringeren Bestand an Aufträgen als im Vormonat. Dementsprechend haben die Unternehmen verbreitet ihre Einkaufsmenge reduziert. Wenig verändert hat sich über den Jahreswechsel hingegen die Situation bezüglich Lieferfristen und Einkaufslagern – die beiden jeweiligen Subkomponenten deuten weiterhin auf eine leichte Abnahme hin. Beinahe gestoppt worden ist hingegen der Abbau der Verkaufslager, was angesichts der geringeren Produktion ein Befund ist, der keine markante Nachfragesteigerung in der nahen Zukunft erwarten lässt.

 

Erfreulich stimmt hingegen, dass die Unternehmen zu Jahresbeginn so rege Personal eingestellt haben, wie seit Juli 2019 nicht mehr. Der aktuelle Wert von 52.1 Zählern deutet auf ein Beschäftigungswachstum im langjährigen Durchschnitt hin. Offensichtlich hat sich die schwache Nachfrage nach Industrieprodukten bislang nicht nachhaltig negativ auf den Arbeitsmarkt im Industriesektor ausgewirkt: Mit Ausnahme des Vormonats und dreier Monate im Jahr 2019 (September, August und Mai) hat die entsprechende Subkomponente seit 2017 immer in der Wachstumszone notiert. Und gemäss dem jüngsten Subkomponentenanstieg ist die Gefahr einer Ansteckung 2020 bislang ebenfalls gering.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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