PMI: Erholungsboom lässt Preise steigen

PMI: Erholungsboom lässt Preise steigen
Grossansicht Bild
Archiv | 05.06.2021 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie ist im Mai noch weiter nach oben geklettert, womit der aktuelle Wert den Rekordstand seit Beginn der Datenerhebung 1995 markiert. Die Erholung der Schweizer Industrie schreitet weiterhin derart rasch voran, dass verbreitet Knappheit auftritt, die sogar die Preise steigen lässt. Der Kapazitätsaufbau verläuft indes nach wie vor schleppend, das Gros der Unternehmen zögert noch mit einem Personalaufbau.

Der mehr auf den Binnenkonsum ausgerichtete Dienstleistungs-PMI liegt deutlich tiefer als der Industrie-PMI. Die Erholung hat aber bereits vor dem jüngsten Öffnungsschritt des Bundesrates an Fahrt aufgenommen. Auch im Dienstleistungssektor steigen die Preise verbreitet an. Die Tatsache, dass die Einkaufspreise verbreiteter ansteigen als die Verkaufspreise deutet indes auf einen vergleichsweise geringeren lokalen Aufwärtsdruck auf die Preise hin.

 

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie ist im Mai um 0.4 Punkte nach oben geklettert. Der aktuelle Wert von 69.9 Zählern ist der höchste seit Beginn der Erhebung im Januar 1995 (vgl. Abb. 1). Die Rekorde vom Vormonat bereits wieder übertroffen haben auch die Subkomponenten «Auftragsbestand», «Einkaufspreise» und «Lieferfristen». Demnach ist die Erholung der Schweizer Industrie breit abgestützt und dürfte angesichts der guten Auftragslage bis auf Weiteres fortbestehen, obwohl sich die Produktionsdynamik etwas verlangsamt hat (die entsprechende Subkomponente hat von einem hohen Stand um 5.7 Punkte nachgegeben).

 

Rekorde nach massivem Einbruch
Die Rekordstände sollte angesichts der starken Einbrüche während der Corona-Pandemie nach wie vor nicht überinterpretiert werden. Doch spiegelt sich in der aktuellen Umfrage die vorteilhafte Nachfragesituation der Industrie weltweit wider, von der die stark exportorientierten Schweizer Unternehmen direkt profitieren. Derweil dürfte mit der Öffnung der Dienstleistungen in den meisten Industrieländern die Nachfrage nach Gütern in den kommenden Monaten wieder etwas an Dynamik verlieren, bietet sich den Haushalten dadurch doch wieder andere Konsummöglichkeiten (Restaurantbesuche, Reisen usw.).

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


Fragen und Kommentare (0)