Pflanzen werden zu lebenden Solarzellen

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Israelische Wissenschaftler verwenden
erzeugten Strom zu Herstellung von Wasserstoff

Pflanzen werden zu lebenden Solarzellen
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So sieht die lebende Solarzelle im Labor der Forscher aus (Foto: ACS Applied Materials & Interfaces)
24.12.2022 | Nachdem bereits Bakterien dazu erzogen worden sind, Elektronen, die sie produzieren, in Form von Strom abzugeben, haben Wissenschaftler am Technion der technischen Universität Haifa eine Biosolarzelle geschaffen, die auf der Basis der Photosynthese arbeitet. Es handelt sich um eine Eispflanze, die ungeachtet ihres Namens die Sonne liebt. Wie alle Pflanzen produziert sie Elektronen, die sie zur Energieversorgung nutzt. Dem Team um Noam Adir ist es gelungen, die normalerweise von der Pflanze selbst verbrauchten Elektronen in Form von Strom technisch zu nutzen.

Sonne liefert die Energie

Statt Bakterien zu füttern, die bei bisher verwirklichten Bio-Stromerzeugern genutzt werden, liefert die Sonne kostenlos die Energie zur Erzeugung der Elektronen in der Pflanze. Sukkulenten in trockenen Umgebungen haben dicke Haut, um Wasser und Nährstoffe in ihren Blättern zu halten. Yaniv Shlosberg, Gadi Schuster und Adir wollten erstmals testen, ob Sukkulenten als lebende Solarzellen Strom liefern, indem sie die in ihr befindliche Flüssigkeit als Elektrolytlösung nutzen, sodass eine elektrochemische Zelle entsteht.

 

Sie haben eine Eisenanode und eine Platinkathode in eines der Blätter der Pflanze eingeführt und festgestellt, dass die Spannung, die sich zwischen den Elektroden aufbaute, 0,28 Volt betrug. Die daraus resultierende Stromdichte lag bei 20 Mikroampere pro Quadratzentimeter. Diese lässt sich durch Einbeziehung von mehreren Blättern erhöhen. Adir und sein Team haben die Zelle so ausgelegt, dass der erzeugte Strom in der Zelle selbst genutzt wird, um Wasserstoff zu erzeugen, der dann gesammelt wird und sich auf vielerlei Art nutzen lässt, etwa zur Versorgung von Brennstoffzellen, die Strom in E-Autos erzeugen.

 

Details wurden in "ACS Applied Materials & Interfaces" publiziert. (pte)


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