Neue Fensterscheibe senkt Energiebedarf

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Elektrochrom-empfindliches Material als
Beschichtung blockiert Wärme und erhält aber die Sicht

Neue Fensterscheibe senkt Energiebedarf
Fenster der Zukunft regulieren Wärmefluss (Fotro: Michael Gaida, pixabay.com)
Archiv | 13.11.2021 | Forscher unter der Leitung von Alfred Tok von der Nanyang Technological University (NTU) haben ein elektrochrom-empfindliches Material als Beschichtung für Fensterscheiben entwickelt, das massiv weniger Energie zum Heizen im Winter bedeutet. Und auch im Sommer klimatisiert es die Räume.

Spezielle Nanostruktur

Das innovative Meterial blockiert 70 Prozent der Wärmestrahlen, die je nach Jahreszeit in den dahinter liegenden Raum eindringen oder ihn verlassen wollen. Wenn es nicht aktiviert ist, etwa an sonnigen kühlen Tagen, kann es Wärme passieren lassen, um die Heizung zu entlasten. Die Sicht wird praktisch nicht eingeschränkt. 90 Prozent des Lichts können passieren, heißt es.

 

Das neue Material hat eine speziell entwickelte Nanostruktur und besteht aus Materialien wie Titandioxid, Wolframtrioxid, Neodym-Niob und Zinn (IV)-Oxid. Fensterscheiben, die Wärmestrahlen abhalten und so Energie sparen, sind bereits im Einsatz. Sie verdunkeln sich, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Damit unterscheiden sie sich jedoch grundlegend von der NTU-Lösung, die ohne Verfärbung auskommt.

 

Haltbarkeit als Problem

Ein weiteres Problem der aktuellen Technologie ist laut den Experten die Haltbarkeit. Die Leistung der elektrochromen Komponente nehme nach drei bis fünf Jahren tendenziell ab. In Labortests wurde die elektrochrome Technologie zahlreichen Ein-Aus-Zyklen unterzogen, um ihre Haltbarkeit zu bewerten Ergebnis: Die Nanoschicht hat langfristig nur noch 65 Prozent der Wärmestrahlen blockiert.

 

iGlass Asia Pacific, ein in Singapur ansässiges Unternehmen, das sich auf Glasherstellung spezialisiert hat, will das wärmeregulierende Glas und letztlich die Beschichtung zur Serienreife bringen und damit kommerzialisieren. Shlomo Magdassi vom Institut für Chemie der Hebräischen Universität Jerusalem, der an der Emtwicklung beteiligt war, ist sicher, dass die Innovation Erfolg hat. "Wir erwarten, dass das Forschungsergebnis die Herstellung einzigartiger Fenster ermöglicht, die zu Energieeinsparungen führen."

(pte)

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