Nano-Spray mit Langzeitwirkung gegen Corona

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Oberflächen bleiben laut Innovation der UCF
und Kismet Technologies sieben Tage keimfrei

Nano-Spray mit Langzeitwirkung gegen Corona
UCF-Virologe Griff Parks in seinem Forschungslabor (Foto: ucf.edu)
Archiv | 11.09.2021 | Ein Desinfektionsspray von Forschern der University of Central Florida (UCF) und des Start-ups Kismet Technologies ist auf Oberflächen bis zu sieben Tage lang wirksam und könnte zu einer mächtigen Waffe gegen das Corona-Virus und seine Mutanten werden. Nanopartikel bilden dabei die Grundlage.

Wirkstoff Ceroxid im Einsatz
Die Idee, das Mittel zu entwickeln, hatte Kismet-Gründerin Christina Drake. "Ich habe mit Ärzten gesprochen, um herauszufinden, was sie von einem Desinfektionsmittel erwarten. Sie wünschten sich, dass Objekte, die häufig berührt werden, wie Türklinken, längerfristig keimfrei bleiben." Das nahm sie in Angriff. Sie sicherte sich die Mitarbeit des UCF-Nanotechnikexperten Sudipta Seal und des UCF-Virologen Griff Parks. Gemeinsam entwickelten sie ein Desinfektionsmittel auf Nanopartikel-Basis.


Sein Wirkstoff ist eine künstliche Nanostruktur namens Ceroxid, die für ihre regenerativen antioxidativen Eigenschaften bekannt ist. Die Ceroxid-Nanopartikel werden mit wenigen Silberatomen angereichert, um sie gegen Krankheitserreger wirksamer zu machen. "Es funktioniert sowohl chemisch als auch mechanisch. Die Nanopartikel emittieren Elektronen, die das Virus oxidieren und es inaktivieren. Übrig bleibende Viren zerstören die winzigen Teilchen, indem sie sich an sie klammern und perforieren, sodass sie platzen wie ein Luftballon, der angestochen wird", so Seal. Kismet produziert das Präparat und vertreibt es unter dem Namen "NanoRAD".


Auch andere Viren chancenlos
"Unser Desinfektionsmittel hat eine enorme antivirale Aktivität gegen sieben verschiedene Viren gezeigt", so Parks, dessen Labor die Aufgabe hatte, die Effektivität der Nanopartikel nachzuweisen. Es zerstöre nicht nur das Coronavirus, sondern auch viele andere mit unterschiedlichen Strukturen und Komplexitäten. "Wir glauben, dass dieses Desinfektionsmittel mit seiner erstaunlichen Bandbreite ein hochwirksames Werkzeug gegen andere, neu aufkommende Viren sein wird", erklärt der Virologe.


Es ist nicht nur gegen Viren, sondern auch gegen Bakterien wirksam. Insbesondere könne das Präparat in Krankenhäusern Leben retten und schwere Infektionen verhindern, schätzt Parks. Krankenhaus-Keime wie Staphylococcus aureus (MRSA), Pseudomonas aeruginosa und Clostridium difficile, die resistent gegen die meisten Antibiotika sind, könnten mit dem neuen Desinfektionsmittel in Schach gehalten werden. (pte)

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