Miniroboter "HAMR" läuft problemlos übers Wasser

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Harvard-Winzling wiegt nur 1,65
Gramm und transportiert sogar Lasten

Miniroboter "HAMR" läuft problemlos übers Wasser
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Küchenschabe diente als Vorbild für "HAMR". (Foto: seas.harvard.edu)
Archiv | 07.07.2018 | Forscher der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences haben die ungewöhnlichen Eigenschaften von Schaben für einen neuen Roboter genutzt. Der "Harvard Ambulatory Microrobot" (HAMR) ist ein wendiger Roboter, der eine hohe Geschwindigkeit erreicht. Er kann zudem laufen, springen, klettern, plötzlich seine Richtung ändern, kleine Lasten transportieren, stürzen, ohne sich zu "verletzen", und sogar über das Wasser laufen.

Oberflächenspannung ausnutzen

"Wir haben gezeigt, dass kleine Roboter mikrophysikalische Effekte nutzen können. In diesem Fall ist es die Oberflächenspannung, die HAMR Eigenschaften verleiht, die große Roboter nicht haben können", sagt Forscher Kevin Chen. Das Gewicht des Roboters ist genau kalkuliert. Es sind gerade einmal 1,65 Gramm. "Wäre er schwerer, könnte die Oberflächenspannung ihn nicht halten", sagt Neel Doshi, ein weiteres Team-Mitglied. "Wäre er leichter, könnte er die Oberflächenspannung nicht überwinden."

 

Mit einer Last von lediglich 1,44 Gramm kann die kleine Maschine fast ihr eigenes Gewicht transportieren. Die Paddel-Beine rotieren zehnmal pro Sekunde. Parylene, das sind wasserabweisende, transparente Kunststoffe, hüllen ihn ein, damit seine Innereien gegen Kurzschlüsse gefeit sind. Um das Wasser wieder zu verlassen, braucht HAMR eine Rampe. Sonst könnte er die Oberflächenspannung nicht durchbrechen. Die Forscher arbeiten jetzt daran, dem Winzling so viel Power zu geben, dass er aus eigener Kraft wieder an Land kommt. (pte)

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