Mikrochip findet Stresshormone in Blutstropfen

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Entwicklung von Forschern der Rutgers
University verspricht Echtzeit-Cortisolüberwachung

Mikrochip findet Stresshormone in Blutstropfen
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Blutstropfen: Das ist schon genug für die Cortisolmessung (Foto: rutgers.edu)
Archiv | 10.07.2021 | Ein Forscher-Team unter Leitung der Rutgers University hat einen Mikrochip entwickelt, der in Echtzeit Stresshormone wie Cortisol, die unter anderem Schlafstörungen auslösen können, in einem Blutstropfen nachweisen kann. Das verspricht Menschen die Möglichkeit, im Alltag eher auf Ungleichgewichte zu reagieren. Denn der Chip sollte sehr kompakte, tragbare Messgeräte ermöglichen.

Stress in Echtzeit messen

Stresshormone wie Cortisol beeinflussen die physische und auch psychische Gesundheit. So kann zu viel davon Schlafstörungen verursachen und so Panikanfälle oder Herzinfarkte begünstigen. Bislang erfordert eine Cortisolmessung aber teure, große Laborgeräte. Die Forscher haben daher nach einer Technologie gesucht, mit der Patienten ihren Cortisolspiegel in Echtzeit überwachen könnten. Eben das stellt nun der Chip in Aussicht, den das Team für eine Studie in "Science Advances" an Blutproben von 65 Patienten mit rheumatoider Arthritis getestet haben.

 

"Die Nutzung von Nanosensoren erlaubt uns, Cortisolmoleküle direkt nachzuweisen, ohne andere Moleküle als Marker zu nutzen", sagt Reza Mahmoodi, Erstautor der Studie. Eben das macht große Geräte wie Mikroskope überflüssig und ermöglicht dadurch eine viel kompaktere Sensorik. Diese wiederum stellt in Aussicht, dass beispielsweise Patienten mit chronischen Entzündungen ihren Cortisolspiegel günstig dauerhaft überwachen. Das würde es erleichtern, nötigenfalls schnell mit einer Behandlung einzugreifen und könnte letztlich Leben retten.

 

Noch anwenderfreundlicher

Das Team glaubt, dass seine Technologie sogar noch praktischer werden könnte. Denn der Sensor "hat großes Potenzial, für die nicht-invasive Cortisolmessung in anderen Flüssigkeiten wie Speichel oder Urin adaptiert zu werden", meint Mehdi Javanmard, Professor am Rutgers-Fachbereich Elektro- und Computertechnik. Es sei zudem vorstellbar, dass das gesamte Messgerät auf Dauer in die Hosentasche passt oder gar als Armband getragen werden könnte. (pte)


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