Mensch, Roboter, Cobots!

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In zehn Jahren verfügt jeder
Werkarbeiter über einen Roboter

Mensch, Roboter, Cobots!
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Archiv | 13.07.2021 | Die Industrie setzt grosse Hoffnungen auf Cobots. Seite an Seite mit dem Menschen sollen kollaborative Roboter für effizientere Produktionsprozesse sorgen und schwere oder repetitive Arbeiten übernehmen. Doch für welche Aufgaben eignen sich die vermeintlichen Alleskönner? Und wo haben sie im Vergleich mit dem Menschen heute noch das Nachsehen?

«Heute hat jeder Büromitarbeiter einen Laptop. In zehn bis 15 Jahren, so denke ich, könnte jeder Werkarbeiter über einen Roboter verfügen», sagt Uwe Zimmermann, Project Manager und Team Leader in der Corporate Research beim Roboterhersteller Kuka. Viele Experten teilen diese Vision: Mensch und Maschine arbeiten künftig partnerschaftlich zusammen, teilen sich die gleichen Räume und brauchen keine trennenden Schutzeinrichtungen mehr.

 

Endloses Potenzial in der Mensch-Roboter-Kollaboration?

 

Kollaborative Roboter – kurz «Cobots» – werden die industrielle Produktion auf das nächste Level hieven, so der Tenor der Robotikbranche. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die sagen: Wo Mensch und Mensch nicht mehr Hand in Hand zusammenarbeiten, besteht auch für die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) nicht endloses Potenzial. Uwe Zimmermann gibt zu: «Die Vorstellung von Mensch und Roboter am gleichen Arbeitsplatz ist in der Tat etwas befremdlich. Doch ich sehe das Potenzial auch nicht im Rahmen einer voll automatisierten Fertigungsstrasse, sondern im flexiblen Einsatz bei kleineren Seriengrössen.»

 

 

«Wir gehen davon aus, dass kollaborative Anwendungen überall

dort entstehen werden, wo eine Vollautomatisierung wirtschaftlich

nur bedingt umsetzbar ist», sagt Harald Dickertmann, Executive

Vice President Sales Gripping Systems beim Roboterausrüster Schunk.

 

 

Das bestätigt Harald Dickertmann, Executive Vice President Sales Gripping Systems beim Roboterausrüster Schunk: «Wir gehen davon aus, dass kollaborative Anwendungen überall dort entstehen werden, wo eine Vollautomatisierung wirtschaftlich nur bedingt umsetzbar ist.» Der Einsatz konzentriere sich auf Anwendungen, bei denen die Stückzahl für voll automatisierte Lösungen zu gering und für manuelle Tätigkeit zu gross sei. So werden Robotersysteme auch attraktiv für kleinere und mittelgrosse Unternehmen.

 

Cobots sind leichter, einfacher und flexibler

 

Ursprünglich waren Cobots für die direkte Kollaboration mit Menschen gedacht. Mittlerweile zeichnet sich jedoch ab, dass es in vielen Fällen eher auf eine Koexistenz hinausläuft: Cobots werden heute vor allem dort eingesetzt, wo gängige Automatisierungslösungen keinen Platz finden oder zu teuer sind. Cobots sind leichter als übliche Industrieroboter, lassen sich einfacher transportieren und können deshalb auch flexibler eingesetzt werden. Gemäss der International Federation of Robotics (IFR) machen Cobots heute gerade einmal 3 Prozent der neu installierten Industrieroboter aus. Vorreiter sind die Zulieferer der Autoindustrie. Die Cobots übernehmen beschwerliche Arbeiten bei der Montage und helfen beim Verpacken oder bei der Qualitätssicherung. Auch Schweissarbeiten werden aufgrund der hohen Präzision und Konstanz immer häufiger von Leichtbaurobotern verrichtet.


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