MEM-Industrie: Deutliche
Verbesserung der Geschäftslage

MEM-Industrie: Deutliche Verbesserung der Geschäftslage
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Umsatz MEM-Industrie Q2/2021
Archiv | 28.08.2021 | Die Lage für das Gros der Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) hat sich im ersten Halbjahr 2021 deutlich verbessert. So stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahressemester um +24,4 Prozent, die Umsätze um +9,3 Prozent und die Exporte um +15,6 Prozent. Der sehr gute Bestellungseingang deutet darauf hin, dass die Umsätze in der MEM-Industrie im zweiten Halbjahr das Vorkrisenniveau übertreffen werden. Die wichtigsten Indikatoren weisen zudem auf eine weiterhin positive Entwicklung hin. Risiken bergen vor allem das unsichere Verhältnis zur EU sowie der weiterhin bestehende Handelskonflikt zwischen China und den USA.

Innenpolitisch braucht es nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes vor Ende Jahr eine Übergangsgesetzgebung zur Weiterführung des Zielvereinbarungssystems. Parallel dazu muss das Parlament rasch eine neue, schlanke CO2-Vorlage erarbeiten. Darin ist auf reine Lenkungsabgaben zu setzen, damit es zu keinen Zusatzbelastungen für Bevölkerung und Unternehmen kommt. Ausserdem ist auf neue Subventionstöpfe ist zu verzichten. In engem Zusammenhang mit der Klimapolitik steht die Herausforderung, jederzeit eine unterbruchsfreie Stromversorgung sicherzustellen. Um ab dem Jahr 2030 eine Winterstromlücke zu verhindern, braucht es ein politisches Bekenntnis für die bestehenden Kernkraftwerke, damit die Betreiber ihre Werke – solange sicher – mindestens 60 Jahre am Netz halten. Im Weiteren braucht es den Zubau von gesicherten Stromerzeugungskapazitäten im Winter. Dabei müssen alle klimaneutralen Technologien als mögliche Varianten in Betracht gezogen werden.

 

Im ersten Halbjahr 2021 nahmen die Auftragseingänge in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) gegenüber der Vorjahresperiode um 24,4 Prozent zu. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Umsätzen. Diese stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 9,3 Prozent, womit sie nur noch knapp unter dem Vorkrisenniveau liegen. KMU und Grossfirmen profitierten in gleichem Masse von diesem kräftigen Aufschwung. Ins Auge stechen im Vergleich zur Vorjahresperiode vor allem die Zuwächse im zweiten Quartal 2021 (Aufträge: +50,6% / Umsätze: +20,2%). Dahinter verbirgt sich allerdings auch ein ausgeprägter Basiseffekt, da das zweite Quartal 2020 wegen dem fast weltweiten Lockdown sehr schwach ausgefallen war.


Der Aufschwung wirkt sich auch auf die Kapazitätsauslastung in den Betrieben aus. Diese betrug im zweiten Quartal 2021 85,6 Prozent. Gemäss der jüngsten KOF-Umfrage erreichte sie im Juli 87,2 Prozent, womit sie über dem langjährigen Mittelwert von 86,1 Prozent lag. Bei der Beschäftigung liegen noch keine Halbjahreszahlen vor. Im ersten Quartal 2021 arbeiteten 313’500 Personen in der MEM-Branche. Swissmem geht davon aus, dass sich die Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten erhöhen wird.


Deutliches Exportwachstum in alle wichtigen Märkte
Die Güterausfuhren der MEM-Industrie erreichten im ersten Halbjahr 2021 einen Wert von 33,4 Milliarden Franken. Dieser Wert liegt um +15,6 Prozent höher als in der Vorjahresperiode. Die MEM-Branche hat dabei in alle Hauptmärkte mehr exportiert (EU +21% / USA +12,1% / Asien +8,4%). Sämtliche Warengruppen profitierten vom Aufschwung. Die Exporte bei den Metallen stiegen um +25,2 Prozent, bei den Präzisionsinstrumenten um +13,8 Prozent, in der Elektrotechnik / Elektronik um +12,0 Prozent und im Maschinenbau um +10,5 Prozent.


Weiterhin positive Aussichten

Nach den massiven, pandemiebedingten Einbrüchen im vergangenen Jahr, hat sich die Lage für das Gros der MEM-Firmen deutlich verbessert. Fast 90 Prozent der Unternehmen beurteilt die aktuelle Geschäftslage als befriedigend bis gut. «Die hohen Auftragseingänge deuten darauf hin, dass im zweiten Halbjahr die Umsätze in der MEM-Industrie das Vorkrisenniveau deutlich übertreffen werden», sagt Swissmem Direktor Stefan Brupbacher. «Nach dem schwierigen 2019 und dem sehr schlechten letzten Jahr ist dieser Aufschwung bitter nötig, um vergangene Verluste auszugleichen sowie Mittel für die Innovation und die Digitalisierung zu erarbeiten».


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