MEM-Industrie:
Auftragseingänge über Vorkrisenniveau

MEM-Industrie: Auftragseingänge über Vorkrisenniveau
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Umsatz MEM-Industrie Q3/2021.
Archiv | 22.05.2021 | Die Geschäftszahlen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) zeigen im ersten Quartal 2021 eine deutliche Entspannung der Lage. So stiegen die Auftragseingänge gegenüber der Vorjahresperiode um +4,8 Prozent. Auch die Exporte erhöhten sich um +3,3 Prozent. Die wichtigsten Indikatoren weisen für den weiteren Verlauf des Jahres darauf hin, dass die pandemiebedingten Rückgänge des vergangenen Jahres weitgehend aufgeholt werden können. Allerdings ist die Margensituation in der MEM-Branche nach wie vor unbefriedigend. Fast ein Viertel der Swissmem-Mitgliedfirmen gaben an, das vergangene Jahr auf Stufe EBIT mit einem Verlust abgeschlossen zu haben. Damit sich der aktuelle Rückenwind zu einem nachhaltigen Wachstum mit hinreichenden Margen entwickeln kann, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden. Der Nationalrat hat es in der Sommersession in der Hand, mit der Aufhebung der Industriezölle einen ersten Schritt zu tun.

Die Auftragseingänge in der Schweizer MEM-Industrie stiegen im ersten Quartal 2021 (Q1/21) im Vergleich zur Vorjahresperiode um +4,8 Prozent. Das wirkte sich auch auf die Kapazitäts-auslastung in den Betrieben aus, welche sich vom Q4/20 von 77,0 Prozent auf 81,7 Prozent im Q1/21 erhöhte. Der Aufwärtstrend setzte sich im April 2021 fort (85,6%), womit die Kapazitäts-auslastung in der MEM-Industrie nur noch knapp unter dem langjähren Mittel von 86,1 Prozent lag. Hingegen reduzierten sich die Umsätze im Q1/21 gegenüber der Vorjahresperiode um -0,5 Prozent. Für diesen Rückgang ist ausschliesslich der Inlandmarkt verantwortlich.
 

Steigende Exporte in die EU und nach Asien


Die Güterausfuhren der MEM-Industrie erhöhten sich im Q1/21 gegenüber dem Vorjahresquartal um +3,3 Prozent und erreichten einen Wert von 16,3 Milliarden Franken. Besonders ausgeprägt ist das Exportwachstum in die EU (+8,1%), aber auch die asiatischen Märkte verzeichneten einen Exportzuwachs (+2,5%). Dabei erzielte China mit einem Plus von fast 20 Prozent einen Spitzenwert. Lediglich die Ausfuhren in die USA waren rückläufig (-2,7%). Auch bei den einzelnen Warengruppen zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Die Exporte bei den Metallen stiegen um +11,6 Prozent, im Maschinenbau um +2,6 Prozent und im Bereich Elektrotechnik / Elektronik um +2,2 Prozent. Lediglich bei den Präzisionsinstrumenten fielen die Exporte um -1,7 Prozent.


Weitere Erholung zu erwarten


Die Geschäftszahlen der MEM-Industrie des ersten Quartals 2021 zeigen eine deutliche Entspannung der Lage. Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem, sagt: «Ich bin froh, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt, welcher sich bereits Ende 2020 abgezeichnet hatte. Ich blicke auch mit einem gewissen Optimismus auf die kommenden Monate. Die wichtigsten Indikatoren weisen darauf hin, dass im zweiten Halbjahr auch die Umsätze das Vorkrisenniveau erreichen werden». Tatsächlich deuten die aktuellen Werte des Einkaufsmanagerindex (PMI) in der Industrie fast weltweit auf ein teils kräftiges Wachstum hin. Auch die Ergebnisse der jüngsten Swissmem-Umfrage unter den Mitgliedfirmen lassen auf eine positive Entwicklung hoffen. Für die kommenden zwölf Monate erwarten 57 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer höhere Auftragseingänge aus dem Ausland. Lediglich acht Prozent der Firmenchefs gehen von sinkenden Aufträgen aus. Wachstumsimpulse werden vor allem aus Deutschland, China und den USA erwartet. Allerdings lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht beurteilen, ob es sich um einen nachhaltigen Wachstumstrend oder lediglich um einen Nachholeffekt handelt.


Trotz diesem ermutigenden Lagebild, hinterlässt die Covid-Pandemie eine gewichtige Hypothek. Bereits in den Jahren zuvor hatte ein gewichtiger Teil der MEM-Unternehmen mit einer schwachen Marge zu kämpfen. Dies hat sich im vergangen Jahr noch verschärft. So gaben in einer Swissmem-Umfrage 24 Prozent der antwortenden Firmen an, dass sie das Geschäftsjahr 2020 auf Stufe EBIT mit einem Verlust abgeschlossen haben. Weitere 31 Prozent weisen eine unbefriedigende EBIT-Marge von unter fünf Prozent auf. Lediglich 17 Prozent der Betriebe erreichten eine industrieübliche Marge von bis zu fünf Prozent sowie 28 Prozent der Firmen eine sehr gute Marge von über acht Prozent.


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