Markante Erholung des Dienstleistungs-PMI

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PMI Industrie tritt scheinbar an Ort

Markante Erholung des Dienstleistungs-PMI
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04.07.2020 | Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für den Dienstleistungssektor hat sich beinahe von seinem Absturz während des Lockdowns erholt, die Geschäftstätigkeit und die Zahl der Neuaufträge nehmen sogar wieder zu. Die Beschäftigten kehren langsam aus dem Home Office zurück und nur noch ein Fünftel der Belegschaft ist in Kurzarbeit. Ein Viertel der befragten Unternehmen braucht indes derzeit weniger Personal. Der PMI für die Industrie erholt sich langsamer. Der Produktionsrückgang hat sich aber zumindest erlangsamt und die Lieferfristen normalisieren sich. Nach wie vor sind 27% der Industriebeschäftigten in Kurzarbeit und ein Viertel der Unternehmen verringert den Personalbestand. Rund 60% aller Unternehmen haben zudem ihre Investitionspläne verringert oder gestoppt, wobei die Investitionszurückhaltung mit der Lockerung des Lockdowns wieder etwas abnimmt.

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) ist zwar deutlich weniger stark eingebrochen als in der Finanzkrise und als sein Pendant für den Dienstleistungssektor, dafür scheint er sich auf den ersten Blick umgekehrt auch nicht wirklich zu erholen.

 

Normalisierung der Lieferfristen bremst den PMI
Ein Grund dafür ist aber in der Konstruktion des Index zu finden, respektive in der Interpretation der Subkomponente «Lieferfristen»: Normalerweise deuten längere Lieferfristen auf höhere Kapazitätsauslastungen hin, weshalb ein Subkomponentenanstieg positiv in den Gesamt-PMI einfliesst (Gewicht 20%). In der Coronakrise dürften die Lieferfristen aber nicht wegen der Kapazitätsauslastung, sondern wegen Lieferunterbrüchen durch Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus länger geworden sein. Mittlerweile haben sich die Lieferbedingungen wieder etwas normalisiert, die entsprechende Subkomponente ist im Juni um 7.4 Punkte gesunken und notiert mit 49.4 Zählern mittlerweile sogar leicht unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Konzept des PMI

Das Konzept des PMI ist einfach und wird in den USA seit über 50 Jahren mit Erfolg angewandt. Für die Schweizer PMI Industrie und Service liefern über 300 Einkaufsmanager mit ihren monatlichen Angaben anhand eines standardisierten Online-Fragebogens die Basis zum Index. Sie geben an, wie sich die Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert hat. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager schätzen ein, ob das Aktivitätsniveau höher, gleich oder tiefer liegt als im vorhergehenden Monat. Credit Suisse Economic Research kommentiert und analysiert die aggregierten Antworten.


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