Magnet hilft beim Entfernen von Mikroplastik

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Forscher der RMIT University präsentieren
schnelles und überaus effektives Reinigungsverfahren

Magnet hilft beim Entfernen von Mikroplastik
Schematische Darstellung der Mikroplastikentfernung (Illustration: Chemical Engineering Journal)
03.12.2022 | Forscher der RMIT University haben einen Weg gefunden, um gefährliches Mikroplastik schnell aus dem Wasser zu entfernen. Schützenhilfe dabei leisten winzige Magnete. Nicky Eshtiaghi und ihr Team haben Adsorbentien entwickelt, die Mikroplastikteilchen, die kleiner sind als fünf Millimeter, nahezu magisch anziehen. Die feinpulverförmigen Adsorbentien, die aus Abfällen hergestellt werden, enthalten winzige Eisenpartikel, sodass sie sich mit Magneten eingefangen lassen, wenn sie ihre Arbeit erledigt haben.

Wiederverwendbares Pulver

Das Pulver wird in das Mikroplastik enthaltende Wasser geschüttet und umgerührt. Nach einer Stunde haben die Adsorbentien den größten Teil der winzigen Schadstoffe eingefangen. Mit Magneten werden sie dann herausgeholt. Die kleinen Plastikteilchen werden dann von dem absorbierenden Pulver mit einem Verfahren getrennt. Es lässt sich danach aber wieder einsetzen, versichert Eshtiaghi. "Unser Pulveradditiv kann Mikroplastik entfernen, das 1.000 Mal kleiner ist als die Partikel, die derzeit von bestehenden Kläranlagen eingefangen werden können", sagt sie.

 

"Mikroplastik, dessen Abbau 450 Jahre dauern kann, ist durch konventionelle Behandlungssysteme nicht entfernbar", fügt Nasir Mahmood, der Umweltwissenschaften und angewandte Chemie studiert hat, hinzu. Das führe dazu, dass jedes Jahr Millionen Tonnen ins Meer gelangen. Das sei nicht nur schädlich für das Leben im Wasser, sondern habe auch erhebliche negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, weil es von Fischen und anderen Lebewesen aufgenommen würde, die essbar sind.

 

Waschen sowie Autoreifen

Mikroplastik wird in großen Mengen beim maschinellen Waschen aus Stoffen ausgewaschen. Um diese Partikel zu entfernen, hat der britische Ingenieur Adam Root mit seinem Unternehmen Matter einen Filter namens "Gulp" entwickelt, der das Abwasser behandelt. Doch das ist nicht die einzige Quelle. Abrieb von Reifen gehört beispielsweise auch dazu, der über das Regenwasser in die Meere gelangt. Eshtiaghi und ihr Team haben das Verfahren in der Fachzeitschrift "Chemical Engineering Journal" vorgestellt. (pte)


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